Wirtschaft

Metallindustrie in der Krise: 42 Prozent der Unternehmen planen Stellenabbau

Die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland steht mitten in der Wirtschaftskrise vor schwierigen Tarifgesprächen. Welche Entwicklungen die Arbeitgeber besonders beunruhigen - und ab wann mit Warnstreiks gerechnet wird.
27.10.2026 08:22
Aktualisiert: 27.10.2026 08:33
Lesezeit: 1 min
Metallindustrie in der Krise: 42 Prozent der Unternehmen planen Stellenabbau
Die IG Metall fordert trotz Wirtschaftskrise für 3,7 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Geld. (Foto: dpa) Foto: Bernd Wei?brod

Metallindustrie in der Krise: 42 Prozent der Unternehmen planen Stellenabbau

Am 27. Oktober beginnen die zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie, währenddessen die Branche in einer tiefen Krise steckt:

Einer Umfrage des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall zufolge schätzen 39 Prozent der Betriebe die Geschäftslage als schlecht ein, 40 Prozent bewerten sie als befriedigend. 21 Prozent erwarten, dass sich die Lage in einem halben Jahr noch verschlechtert. 42 Prozent der Unternehmen gehen den Zahlen zufolge davon aus, in diesem Zeitraum Personal abzubauen.

Die IG Metall fordert für die gut 3,7 Millionen Beschäftigten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie unter anderem fünf Prozent mehr Geld. Die erste Runde der regionalen Verhandlungen Anfang Oktober endete ergebnislos, jetzt gehen die Gespräche weiter. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober. Ab dann sind Warnstreiks möglich.

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander verwies in Berlin darauf, dass es zwar Branchen und Bereiche gebe, in denen es gut laufe - etwa Rüstungsindustrie oder Gesundheitstechnik. Aber: "Wenn nochmal Tausende Panzer oder Wehrmaterial bestellt werden, heißt das nicht, dass die deutsche M+E-Industrie daraus in der Fläche mehr Produktion gewinnt."

Die Rüstungsindustrie habe 200.000 Beschäftigte, die gesamte Branche aber 3,7 Millionen.

Gleichzeitig sehen die Arbeitgeber eine Verlagerung der Produktion an Standorte im Ausland. "Inlandsaufträge bedeuten nicht Inlandproduktion", sagte Zander. Im Ausland könne man aufgrund besserer Rahmenbedingungen - etwa geringerer Personalkosten - mit höheren Margen produzieren.

IG Metall: Arbeitgeber sollen nicht den Untergang planen

Man verlange von den Arbeitgebern keine Untergangsplanungen, sondern Lösungen nach vorne, entgegnete die Tarifvorständin der Gewerkschaft, Nadine Boguslawski. Kürzungen schafften keinen einzigen Arbeitsplatz. "Wir fordern ein klares Bekenntnis zum Standort und ein Stopp der Stellenstreichungen." Darum habe die IG Metall neben der Forderung nach fünf Prozent mehr Geld auch die Themen Beschäftigungssicherung und Gewinnbeteiligung eingebracht.

An der Umfrage des Arbeitgeberverbands haben vom 7. bis zum 16. Oktober 1.461 Unternehmen mit rund 800.000 Beschäftigten teilgenommen.

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