Infineon-Aktie gibt nach - trotz Milliardeninvestition in Österreich
Insgesamt sollen bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro investiert werden. Damit werde die stark wachsende Nachfrage nach leistungsfähigen Stromversorgungslösungen adressiert, teilte der Chipkonzern mit.
Der Halbleiterhersteller Infineon errichtet für 1,1 Milliarden Euro eine neue Fertigung an seinem österreichischen Standort in Villach. Es soll laut Infineon die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Leistungshalbleiter der neuesten Generation auf großen 300 Millimeter-Wafern aus Galliumnitrid werden. Diese werden unter anderem in KI-Rechenzentren, Energieinfrastruktur, Elektromobilität, Robotik, aber auch Verbraucherelektronik eingesetzt.
Der Produktionsstart ist für Ende kommenden Jahres vorgesehen, die Investitionen werden aber über einen Zeitraum bis 2034 erfolgen. Infineon nutzt an seinem Standort bereits bestehende Reinraum-Kapazitäten.
Die Welt ist energiehungrig, erklärt Infineon-Chef Hanebeck die Nachfrage nach Galliumnitrid. Das Material habe gegenüber herkömmlichen Silizium-Halbleitern den Vorteil, dass es sehr viel schneller schalten könne - und damit sehr viel energieeffizienter sei. Dass man dies nun auf größeren 300 Millimeter-Wafern herstellen könne, sorge für massive Effizienzgewinne in der Produktion. Im Vergleich zu einem 200 Millimeter-Wafer könne man die 2,3-fache Menge an Chips erzeugen.
Infineon-Aktie knickt nach Vortagsrallye ein
Die Infineon-Aktie ist heute (27. Oktober 2026) im Minus und notiert bei rund 48,55 Euro (ein Rückgang von etwa -2,32 Prozent), nachdem sie am Vortag (Montag, 26. Oktober 2026) noch stark im Plus geschlossen hatte (ca. +4 Prozent).
Gründe für den Rücksetzer könnte der langfristige Zeithorizont der Investition sein: Die Milliardeninvestition in Villach ist strategisch enorm wichtig, erstreckt sich aber über einen sehr langen Zeitraum bis 2034. Der Produktionsstart auf den neuen 300-mm-Wafern ist erst für Ende 2027 geplant. Für das aktuelle, extrem kurzfristig getriebene Handelsgeschäft liefert das Projekt daher keine sofortigen Umsatzsprünge.

