Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
Am Montag tendiert der Bitcoin-Kurs rund eine Stunde vor Eröffnung der europäischen Börsen um 78.050 US-Dollar je Bitcoin - gegenüber dem Schlusskurs von Freitag ist das ein kleiner Verlust von annähernd 0,2 Prozent. Damit bewegt sich der Bitcoin-Kurs aktuell über dem jüngsten 24-Stunden-Tief, liegt aber unter dem oberen Ende der Spanne. Ende Oktober hatte der Markt bereits deutliche Verluste erlebt und war am 30. Oktober auf 78.362 Dollar abgerutscht.
Für den Bitcoin-Kurs liefern amerikanische Spotfonds das wichtigste jüngste Nachfragesignal. Die Kapitalflussdaten von Farside Investors zeigen für vergangenen Freitag Nettoabflüsse von 643,2 Millionen Dollar. Auf BlackRocks IBIT entfielen 233,7 Millionen, auf Fidelitys FBTC 201,0 Millionen und auf ARKB 129,5 Millionen Dollar Abfluss.
Bitcoin-ETF: Sinkendes Fondsvermögen bedeutet nicht automatisch Abflüsse
Beim Bitcoin-Kurs lohnt der Blick auf den Unterschied zwischen Fondsvermögen und täglichem Mittelstrom. Laut BlackRocks offiziellen Produktangaben verwaltete der iShares Bitcoin Trust am 30. Oktober rund 62,30 Milliarden Dollar. Sein Nettoinventarwert sank an diesem Tag um 5,31 Prozent auf 43,28 Dollar je Anteil. Das Fondsvermögen verändert sich sowohl durch Anlegerbewegungen als auch durch die Bewertung vorhandener Bestände. Ein Rückgang ist daher nicht automatisch vollständig mit Rückgaben gleichzusetzen.
Die Kryptowährung steht zusätzlich unter dem Einfluss der US-Geldpolitik. Die Federal Reserve hielt am 28. Oktober ihren Leitzinskorridor bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Zwei Mitglieder wollten eine Erhöhung. Zugleich erklärte die Notenbank, die Inflation bleibe erhöht. Laut amerikanischem Verbraucherpreisbericht stiegen die Preise im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr. Hohe Renditen sicherer Anlagen können riskantere Investments weniger attraktiv machen; ein direkter Ursache-Wirkungs-Nachweis für jede Kursbewegung ist das nicht.
Bitcoin-Kurs aktuell: Die Erholung braucht neue Käufer
Der Bitcoin-Kurs bleibt trotz Erholungsversuchs anfällig. Die Bitcoin-Kursentwicklung lässt sich kurzfristig an der jüngsten Handelsspanne ablesen: Ein nachhaltiger Anstieg über etwa 78.700 Dollar würde die Käuferseite stärken, unter 77.600 Dollar könnte sich Verkaufsdruck verschärfen. Der BTC-Kurs reagiert außerdem auf Dollar, Anleiherenditen und neue ETF-Zahlen. Für den Bitcoin Kurs sind diese Marken Orientierung, keine verlässlichen Vorhersagen.
Bitcoin startet mit einem vorsichtigen Stabilisierungsversuch in die neue Woche. Der kräftige Abzug von Kapital aus amerikanischen Spotfonds am Freitag bleibt jedoch ein Warnsignal. Zugleich zeigen die hohen Bestände etablierter Fonds, dass institutionelle Anleger am Markt stark vertreten sind. Die unveränderten US-Leitzinsen und die weiterhin erhöhte Inflation begrenzen die Aussicht auf eine rasche geldpolitische Entspannung. Kurzfristig sind die jüngsten Handelshochs und Tiefs wichtige Orientierungspunkte, aber keine Garantie für die weitere Richtung. Entscheidend wird sein, ob neue Käufer auf mögliche Rücksetzer reagieren und sich die Fondsströme beruhigen. Anleger sollten deshalb auch künftig mit spürbaren Kursschwankungen und plötzlichen Gegenbewegungen rechnen.


