Unternehmen

Investoren reichen hessische Chemie-Firma CABB weiter

Lesezeit: 1 min
22.04.2014 15:53
Die Beteiligungsgesellschaft Permira kauft die hessische Spezialchemiefirma CABB für rund 800 Millionen Euro. Verkäufer ist der Finanzinvestor Bridgepoint, der erst vor drei Jahren insgesamt mehr als 500 Millionen Euro investierte. CABB produziert Chemikalien auf Basis von Chlor- und Essigsäure, etwa für Unkraut-Vernichtungsmittel.
Investoren reichen hessische Chemie-Firma CABB weiter

Die hessische Spezialchemiefirma CABB bekommt mit Permira schon den vierten Finanzinvestor in neun Jahren als Eigentümer. Die Beteiligungsgesellschaft kauft die ehemalige Clariant-Tochter mit Sitz in Sulzbach bei Frankfurt vom britischen Finanzinvestor Bridgepoint, wie die beiden Investoren am Dienstag mitteilten.

Ein Insider bezifferte den Kaufpreis einschließlich Schulden auf rund 800 Millionen Euro. Bridgepoint war erst vor drei Jahren bei CABB eingestiegen und hatte insgesamt mehr als 500 Millionen Euro investiert. CABB (die frühere Clariant Acetyl Building Blocks) stellt Chemikalien auf Basis von Chlor- und Essigsäure her, etwa für Unkraut-Vernichtungsmittel, für Wasch- und Reinigungsmittel und für die Nahrungsmittelindustrie.

Das Investment war für Bridgepoint ein finanzieller Erfolg. Für gewöhnlich rechnen Finanzinvestoren mit einer Haltedauer von fünf bis sieben Jahren. Bridgepoint hatte 340 Millionen Euro für CABB gezahlt sowie später den Zukauf des finnischen Konkurrenten Kemfine für 140 Millionen Euro finanziert und 50 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktion gesteckt. Einen organisierten Verkaufsprozess habe es nicht gegeben, Bridgepoint habe die Offerte von Permira attraktiv genug gefunden, sagten mehrere Insider.

Vor einem Jahr ließ Bridgepoint sich eine Sonderdividende von CABB zahlen, womit dem Sulzbacher Unternehmen zusätzlich rund 100 Millionen Euro Schulden aufgeladen wurden. Zu solchen schuldenfinanzierten Sonderdividenden - im Branchenjargon Rekapitalisierungen - greifen Finanzinvestoren immer dann, wenn eines ihrer Beteiligungsunternehmen besonders gut verdient und die eigenen Kapitalgeber auf Ausschüttungen dringen. Im Vergleich zu anderen Firmen im Besitz von Beteiligungsfirmen ist CABB aber wenig verschuldet.

CABB setzte im vergangenen Jahr mit 1.000 Mitarbeitern fast 440 Millionen Euro um. Der Umsatz stieg - unter anderem durch die Zukäufe - seit 2010 um 30 Prozent, der operative Gewinn hat sich Unternehmenskreisen zufolge mehr als verdoppelt. Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hatte CABB 2005 abgegeben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
Finanzen Wann beginnt der nächste Bullenmarkt beim Gold?

Trotz hohen Inflationsraten überall auf der Welt ist der Goldpreis in den letzten Wochen deutlich gefallen. Doch der nächste Bullenmarkt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kupfer: Rezessionsgefahr trübt die Aussichten, langfristig aber enormes Potential

Der Rohstoff-Experte der DWN, Markus Grüne, analysiert den Kupfermarkt.

DWN
Politik
Politik WEF-Treffen in Davos wirft Schatten voraus : Schweiz aktiviert Armee für Transport und Sicherheit der Gäste

Damit sich hunderte Politiker und Milliardäre in einem noblen Bergort vergnügen können, wird ein großer Aufwand betrieben.

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Russland-Sanktionen sind für deutsche Unternehmen ein Rätsel

Deutschen Unternehmen fällt es schwer zu erkennen, welche Geschäfte unter die Russland-Sanktionen fallen, wie eine Umfrage von KPMG...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission will russisches Vermögen an Ukraine übergeben

Die EU-Kommission will beschlagnahmte russische Vermögenswerte an die Ukraine übergeben. Es brauche eine europaweite strafrechtlich...

DWN
Politik
Politik Nutzen nicht ersichtlich: Afrikaner verzichten auf Corona-Impfung

Die Corona-Impfstationen in Afrika stehen leer, Millionen unbenutzter Fläschchen stapeln sich. Die Menschen haben hier andere Sorgen, vor...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Kehrtwende: US-Regierung nimmt Sanktionen gegen Venezuela zurück

US-Präsident Biden hat die unter Trump begonnene Druck-Kampagne gegen Venezuela abrupt beendet und eine erstaunliche Kehrtwende...