Unternehmen

Deutsche Industrie mit unerwartet großem Auftragsrückgang

Lesezeit: 1 min
04.07.2014 16:14
Die Aufträge an die deutsche Industrie sind im Mai doppelt so stark zurückgegangen wie erwartet. Die Bestellungen sanken um 1,7 Prozent zum Vormonat. Das Bundeswirtschaftsministerium macht „geopolitische Risiken“ für den Rückgang der Bestellungen verantwortlich.
Deutsche Industrie mit unerwartet großem Auftragsrückgang

Die deutsche Industrie hat im Mai beim Neugeschäft stärker Federn lassen müssen als erwartet. Die Bestellungen sanken um 1,7 Prozent zum Vormonat und damit fast doppelt so deutlich wie von Fachleuten erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet dennoch im gesamten zweiten Quartal mit einem Auftragsplus. "Gegenwärtig ist allerdings wohl aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risiken eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten", betonte das Ministerium. Deshalb dürfte sich der Aufschwung in der Industrie insgesamt eher moderat fortsetzen.

Damit mehren sich die Zeichen, dass die Unternehmen zunehmend mit Vorsicht auf Krisen wie in der Ukraine und im Irak reagieren. Dies hatte jüngst auch das Ifo-Barometer für das Geschäftsklima gezeigt. Die monatliche Auftragsdaten schwanken allerdings oft. So hatte es im April mit plus 3,4 Prozent noch den stärksten Anstieg seit Mitte 2013 gegeben. Ökonomen warnten davor, den jüngsten Rückgang überzubewerten. "Der Aufwärtstrend bei den Aufträgen bleibt intakt", sagte Unicredit-Volkswirt Andreas Rees. "Für die Konjunktur zeigt der Daumen weiter nach oben", ergänzte Stefan Kipar von der BayernLB. Als erfreulich bezeichneten die Experten, dass die Nachfrage aus den Euro-Ländern dank Großaufträgen mit 5,7 Prozent kräftig anzog. "Da belebt sich offenbar wirklich die Konjunktur", sagte Kipar. Davon könnten die deutschen Firmen 2014 weiter profitieren.

Die gesamte Auslandsnachfrage sank um 1,2 Prozent, die Inlandsaufträge fielen um 2,5 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern sank um 1,2 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es ein Minus von 0,7 Prozent. Am deutlichsten fiel die Nachfrage nach Vorleistungsgütern wie Chemikalien - und zwar um 3,4 Prozent. Insgesamt gab es laut Ministerium überdurchschnittlich viele Großaufträge. Ohne diese hätte es sogar ein Auftragsminus von 3,7 Prozent gegeben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 

DWN
Politik
Politik „EU anfällig für Teile und Herrsche-Strategie der Großmächte“
21.02.2024

Werden Deutschland und die EU Opfer einer zunehmenden Rivalität zwischen den USA und China? Geraten sie zwischen die Fronten? Und wie kann...

DWN
Politik
Politik Zickenalarm: Richtungsstreit im Rat der Wirtschaftsweisen
21.02.2024

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm soll aus dem Rat der Wirtschaftsweisen geschasst werden. Hintergrund ist ein vermeintlicher...

DWN
Immobilien
Immobilien 600.000 zu wenig: Der Wohungsnotstand spitzt sich zu
21.02.2024

Der Wohnungs-Notstand in Deutschland hat einen neuen Höchstwert erreicht. Die hohen Zinsen sind der Hauptfaktor, aber es hapert an vielen...

DWN
Technologie
Technologie KI und Hightech: Ist die Bundeswehr für die Zukunft gerüstet?
20.02.2024

Die Kriege der Zukunft (und der Gegenwart) werden auch auf dem technologischen Schlachtfeld entschieden. In Deutschland wird an...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DB Cargo: Güterverkehr soll auf die Schiene - trotz mieser Zahlen
20.02.2024

Der Güterverkehr soll auf die Schiene verlagert werden. Das ist das Ziel der Politik. Doch DB Cargo macht Probleme, das Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Beim Hamburger Hafen brechen die Gewinne ein
20.02.2024

Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im vergangenen Jahr einen dramatischen Gewinneinbruch...

DWN
Politik
Politik Bundes-Wippe auf der Kippe: Das Einheits-Denkmal wird und wird nicht fertig
20.02.2024

Das geplante Denkmal zur Deutschen Einheit, einst von prominenten Politikern des Deutsches Bundestages durchgesetzt, steht einfach unter...

DWN
Politik
Politik Liefert Deutschland bald Taurus an die Ukraine? Antrag zu Waffen für Kiew geplant
20.02.2024

Mit Taurus-Marschflugkörpern soll die Ukraine auch militärische Ziele hinter der Frontlinie angreifen können, so heißt es im...