Deutschland

Deutscher Mittelstand: Krisenangst erfasst Binnenwirtschaft

Lesezeit: 1 min
03.09.2012 10:58
Die deutsche Binnennachfrage wird zunehmend schwächer, die „Krisenangst erfasst zunehmend auch die Binnenwirtschaft“, verdeutlicht das Mittelstandsbarometer der KfW im August. Die Geschäftslage schätzen die Mittelständler schlechter ein als noch im Juli und die Erwartungen für die kommenden Monate sind ebenfalls wenig aufmunternd.
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Die Unsicherheit bezüglich der Schuldenkrise mit Blick auf Spanien und Griechenland, aber auch das verlangsamte Wirtschaftswachstum in China und die Schwierigkeiten in den USA haben die Stimmung im deutschen Mittelstand stark eingetrübt. Wie das KfW-Mittelstandsbarometer zeigt, hat sich das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen im August zum sechsten Mal in Folge verschlechtert, um 3,4 Punkte auf 5,9 Zähler. Dies „bestätigt unsere Einschätzung, dass Deutschland konjunkturell eine schwierige Zeit bevorsteht“, heißt es in dem Mittelstandsbarometer.

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich ebenfalls. Hier sank die Einschätzung der kleinen und mittleren Unternehmen um 2,8 Zähler auf 20,4 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert in diesem Teilindikator seit Juni 2010. Ähnlich trüb sieht es bei den Geschäftserwartungen aus. Diese fielen im August um 3,9 Punkte und liegen nun bei Minus 8,3 Punkten. „Niedriger notierte der Erwartungsindikator zuletzt vor gut drei Jahren - im Juli des schweren Rezessionsjahres 2009“.

Bei den Großunternehmen sank das Geschäftsklima um 1,4 Zähler auf 0,4 Punkte. Aber auch die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage (16,2 Punkte) und die Geschäftserwartungen (Minus 15,0Punkte) waren keinesfalls besser als bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Am stärksten verschlechterte sich die Stimmung im Einzelhandel, sowohl in der Größenklasse der kleinen und mittelständischen als auch bei den Großunternehmen. „Wirklich nachvollziehbar ist dieses Ergebnis aber nicht“, heißt es in dem Bericht zum Mittelstandsbarometer, da der GfK-Konsumklima-Index im zweiten Quartal eher positiv ausfiel. „Der Klimaeinbruch im Einzelhandel kann deshalb ebenso als Signal gedeutet werden, dass eine diffuse Krisenangst immer mehr auch die Binnenwirtschaft erfasst. Damit würden sich aber auch erhebliche Abwärtsrisiken aufbauen. „Eine deutliche Abkühlung der Exportdynamik kann als sicher gelten“.

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