Finanzen

MSCI World ETF-Vergleich: Die besten ETF Fonds auf den MSCI World-Index im Test

Mit einem MSCI World-ETF investieren Anleger in die weltweit wichtigsten Unternehmen der Industriestaaten. Wer vor 10 Jahren MSCI World-ETFs gekauft hat, hat sein Kapital bis heute mehr als verdreifacht. Doch ist ein MSCI World-ETF wirklich das perfekte Basisinvestment – oder lauern hinter dem Weltaktienindex unterschätzte Risiken? Dieser MSCI World ETF-Vergleich zeigt, worauf es ankommt, warum Details entscheidend sein können – und welcher MSCI World-ETF der beste ist.
21.04.2026 17:40
Aktualisiert: 01.01.2030 11:23
Lesezeit: 13 min
MSCI World ETF-Vergleich: Die besten ETF Fonds auf den MSCI World-Index im Test
MSCI World ETF-Vergleich: Chancen, Risiken, Kosten und Performance im Test. (Foto: ChatGPT)

MSCI World-ETF: Vergleich dringend notwendig

Der MSCI World-Index ist einer der bekanntesten Aktienindizes überhaupt. Annähernd 1.300 Aktien der weltweit wichtigsten Industrieunternehmen aus 23 entwickelten Ländern sind im MSCI World-Index gelistet, er wird deshalb auch als Weltaktienindex bezeichnet. In den vergangenen 10 Jahren, also zwischen Januar 2016 und Januar 2026, hat der MSCI World-Index jedes Jahr durchschnittlich rund 13,69 Prozent an Wert zugelegt. Wer seitdem investiert ist, hat sein Kapital mehr als verdreifacht und beispielsweise aus 10.000 Euro so in diesem Zeitraum mehr 36.000 Euro gemacht – dank Zinseszinseffekt. Und wer im Januar 2016 mit einem MSCI World ETF-Sparplan jeden Monat regelmäßig 200 Euro investiert hätte, hätte heute sogar mehr als 48.500 Euro in seinem Wertpapierdepot liegen.

Der MSCI World-Index schließt im Vergleich mit dem Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets und dem MSCI All Country World-Index, auch kurz als MSCI ACWI bezeichnet, deutlich besser ab. Während die jährliche Durchschnittsrendite in den vergangenen 10 Jahren beim Weltaktienindex 13,69 Prozent betrug, lag sie beim MSCI EMI lediglich bei 10,53 Prozent. Der MSCI ACWI hingegen kann mit seiner durchschnittlichen Jahresrendite in Höhe von 13,31 Prozent mit dem MSCI World fast gleichziehen.

Wie funktioniert ein MSCI World-ETF?

Weil der Weltaktienindex Investoren die Möglichkeit bietet, besonders breit diversifiziert in den globalen Aktienmarkt zu investieren, gilt er als Börsenbasisinvestment. Mit Exchange Traded Funds (ETFs), die den MSCI World-Index nachbilden, ist das besonders leicht möglich. Wenn Sie einen einzigen MSCI World-ETF kaufen, dann investieren Sie als Anleger in alle 1.300 Aktien des Weltaktienindex' gleichzeitig. Bereits ab dem allerersten MSCI World-ETF in Ihrem Wertpapierdepot sind Sie ganz direkt an der Kursentwicklung des Weltaktienindex' beteiligt: Steigt der globale Aktienindex beispielsweise um 5 Prozent, dann steigt auch Ihr MSCI World-ETF um 5 Prozent (abzüglich Gebühren). Weil ETFs einen Index nachbilden und genau so einfach wie eine Aktie an der Börse gehandelt werden können, werden sie auch als börsengehandelte Indexfonds bezeichnet.

Inzwischen gibt es mehr als 20 verschiedene ETFs, die den MSCI World-Index nachbilden – und in die Sie investieren können, um Ihr Geld für sich arbeiten zu lassen. Obwohl alle MSCI World-ETFs die Kursentwicklung des globalen Aktienindex' nachbilden, unterscheiden sich die ETF Fonds in wichtigen Details. Für den Renditeerfolg können diese Kleinigkeiten entscheidend sein, gerade wenn Sie Ihr Kapital über einen längeren Zeitraum investieren wollen, zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan. Ein MSCI World ETF-Vergleich ist folglich für Ihre ETF-Auswahl unbedingt notwendig. Dieser Vergleich hilft Ihnen dabei, sich für den richtigen Indexfonds zu entscheiden – je nach Anlageziel und Börsenstrategie.

Ist der MSCI World-Index eine Mogelpackung?

Der inter­nationale Aktienindex MSCI World bildet die Wert­ent­wicklung von annähernd 1.300 Unternehmen aus den weltweit wichtigsten Industrie­staaten ab. Obwohl der MSCI World-Index oft als Weltaktienindex bezeichnet wird, sind in ihm Aktien aus großen und wichtigen Schwellenländern, sogenannte Emerging Markets, nicht enthalten. Aktien aus den aufstrebenden BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika beispielsweise suchen Anleger im MSCI World-Index vergeblich. Einige Experten wie der Fondsanalyst Ali Masarwah kritisieren deshalb, dass der MSCI World zu stark auf Industrieländer fokussiert ist und wichtige Regionen wie Schwellenländer auslässt.

Doch das hat Gründe: Der Indexanbieter MSCI klassifiziert nicht nach Entwicklungsstand eines Landes oder nach BIP-Größe, sondern nach Finanzmarktreife. China ist zwar die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, aber in China hat der Finanzmarkt nicht die erforderliche Reife für den MSCI World-Index. Dort gibt es beispielsweise Einschränkungen wie Kapitalverkehrskontrollen, einen begrenzten Zugang für ausländische Investoren und viele Eingriffe des Staates in Unternehmen. MSCI stuft China folglich als Emerging Market ein. Hongkong hingegen gilt als Developed Market, also als entwickelter Markt, und ist im MSCI World-Index enthalten – obwohl Hongkong politisch zu China gehört. Grund ist die eigene Kapitalmarktstruktur mit freiem Kapitalverkehr. Die Finanzjournalistin Jessica Schwarzer zeigt auf, warum der Weltaktienindex trotz seiner Struktur keine Mogelpackung ist.

Weltaktienindex: Basisinvestment dank besonders breiter Streuung

Wie im Factsheet des Indexanbieters MSCI detailliert aufgeführt ist, haben US-Aktien mit einem Anteil von über 70 Prozent ein besonders hohes Gewicht im MSCI World-Index. Es folgen Unternehmen aus Japan mit einem Anteil von annähernd 5,5 Prozent, aus Großbritannien mit etwa 3,7 Prozent und aus Kanada mit 3,3 Prozent. Insgesamt sind im Weltaktienindex Unter­nehmen aus mehr als 20 Industrie­staaten vertreten. Mehr als ein Viertel aller Aktien stammen im März 2026 aus dem IT-Sektor (26,2 Prozent).

Das größte Gewicht im MSCI World-Index hat im März 2026 die Nvidia-Aktie mit einem Anteil von annähernd 5,5 Prozent, gefolgt von der Apple-Aktie (4,5 Prozent) und der Microsoft-Aktie (3,6 Prozent). Das wichtigste Unternehmen aus Europa nach Gewichtung im MSCI World-Index ist Roche Holding aus der Schweiz, die Siemens-Aktie ist das wichtigste deutsche Unternehmen im Weltaktienindex. Unternehmen mit einer höheren Börsenbewertung und einer größeren Gewichtung haben folglich einen größeren Einfluss auf die Wertentwicklung des Index.

Der vom Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International (MSCI) herausgegebene Index ist besonders breit diversifiziert. Dadurch kann der weltweit bekannteste Aktienindex Schwankungen am Aktienmarkt besser aus­gleichen als kleinere oder weniger diversi­fizierte Indizes. Der MSCI World-Index streut nicht nur über Unter­nehmen und Branchen wie beispielsweise der deutsche Aktienindex DAX, sondern eben auch über verschiedene Länder. Ein MSCI World-ETF eignet sich deshalb sehr gut als Basis für ein gemischtes Anlageportfolio.

MSCI World-Index: Aktieninvestment, Klumpenrisiko, Währungsrisiko

Dennoch ist auch bei einem Basisinvestment aus verschiedenen Gründen Vorsicht geboten. Wer einen MSCI World-ETF kaufen und so in den Weltaktienindex investieren möchte, legt zum einen sein Geld in Aktien an – und Aktien steigen nicht nur, sie fallen selbstverständlich auch von Zeit zu Zeit. Gibt es eine globale Krise, dann sind auch Kursrücksetzer möglich, die mit einem teils kräftigen Kapitalverlust einhergehen können. Außerdem legen Investoren des Weltaktienindex' ihr Geld überwiegend in US-amerikanischen Aktien an und in Unternehmen der Technologiebranche. Dadurch hängt die Wertentwicklung stark von einzelnen Ländern, Branchen und Mega-Caps ab, was die tatsächliche Diversifikation im Vergleich zur reinen Unternehmensanzahl deutlich relativiert. Dieses sogenannte Klumpenrisiko kann dazu führen, dass negative Entwicklungen in den USA, der Technologiebranche oder – noch problematischer – bei US-Tech-Aktien den gesamten Index überproportional belasten. Und last but not least kommt noch das Währungsrisiko hinzu. Ein Währungsrisiko entsteht, wenn Anlagen in Fremdwährungen notieren und Wechselkursschwankungen die Rendite beeinflussen. Beim MSCI World-Index spielt dieses Risiko eine wichtige Rolle, da der Index viele Aktien enthält, die in US-Dollar, Yen oder anderen Währungen gehandelt werden. Für Anleger aus dem Euroraum können Kursgewinne durch eine Abwertung des Dollars geschmälert werden, während eine Dollar-Aufwertung zusätzliche Rendite bringen kann. Die Wertentwicklung hängt somit nicht nur von Aktienkursen, sondern auch von Wechselkursbewegungen ab.

Dennoch: Wegen der insgesamt breiten Streuung und dem Investment in starke Unternehmen aus wirtschaftlich erfolgreichen Industriestaaten ist das Chance-Risiko-Profil weiterhin in einem guten Verhältnis – vor allem, wenn in einem gut diversifizierten Aktienportfolio zu einem MSCI World-ETF noch weitere breit gestreute ETFs hinzukommen, die diesen starken Fokus auf US-Aktien relativieren. Dies funktioniert zum Beispiel mit einem auf die stärksten Unternehmen Europas ausgerichteten Stoxx Europe 600-ETF.

Wichtig: Bei einem langfristigen Investment sollten Sie dann unbedingt Ruhe bewahren, denn die Zeit spielt für Sie. In der Vergangenheit hat der MSCI World-Index schon nach kurzer Zeit die Verluste wieder ausgeglichen. Nach dem Corona-Crash 2020 beispielsweise dauerte es weniger als zwei Monate, bis das Kursniveau aus der Zeit vor der Pandemie wieder erreicht war – und während der folgenden Jahre legte der Weltaktienindex sogar trotz der Covid-19-Pandemie weiter zu.

MSCI World-ETF-Vergleich: Welcher MSCI World-ETF ist der beste?

Ein ETF auf den MSCI World gilt nicht nur als solide Basisanlage. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, findet darin zudem eine chancenreiche Option mit attraktiven Renditeaussichten. Historisch betrachtet hat ein Investment in den MSCI World klassische Sparformen wie Tagesgeld, Festgeld oder Banksparpläne in der Wertentwicklung klar hinter sich gelassen.

Wer in den vergangenen 20 Jahren im MSCI World-Index investiert war, konnte durchschnittlich eine jährliche Rendite von über sechs Prozent erzielen (beachten Sie, dass die Wertentwicklung des Index‘ in der Vergangenheit kein Hinweis auf die Entwicklung in der Zukunft ist). Um von der Wertsteigerung des globalen Kursbarometers zu profitieren, müssen Sie aber nicht jede Aktie einzeln kaufen, das ist klar. Mit dem Kauf eines einzigen ETFs partizipieren Sie besonders elegant an der Wertenwicklung des gesamten MSCI World-Index.

Doch MSCI World-ETF ist nicht gleich MSCI World-ETF. Es gibt einige Details, die sich von einem MSCI World-ETF zu einem anderen unterscheiden können, zum Beispiel die Gebühren oder der Tracking-Error. Im folgenden MSCI World ETF-Vergleich erfahren Sie mehr über diese feinen Kleinigkeiten, die am Ende mehr oder weniger Rendite zur Folge haben können. Also: Welcher MSCI World-ETF ist der beste?

Replikationsmethode

ETFs bilden einen Index entweder direkt oder indirekt nach. Physisch replizierende ETFs kaufen die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich, vollreplizierende ETFs kaufen sogar alle Titel des zugrundeliegenden Index. Ein MSCI-World-ETF mit direkter Replikation hält somit die entsprechenden Wertpapiere real im Portfolio. Synthetische ETFs hingegen bilden die Indexentwicklung über Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps, ab. Dabei besitzt der ETF nicht die Originalaktien, sondern bildet die Wertenwicklung des zugrundeliegenden

Ertragsverwendung: Thesaurierende und ausschüttende ETFs – vor allem steuerlich relevant

Mit einem MSCI-World-ETF profitieren Sie von Kursgewinnen und Dividenden. Die Ausschüttungsart eines ETFs bestimmt, wie Sie mit den Erträgen umgehen wollen. Ausschüttende ETFs zahlen diese in regelmäßigen Abständen an Sie als Anleger aus, thesaurierende ETFs hingegen legen die Erträge automatisch wieder im Investmentfonds an. Dadurch erhöht sich der Wert der Fondsanteile, ohne dass eine Auszahlung erfolgt. Welche Ausschüttungsart sinnvoll ist, hängt von den individuellen Anlagezielen, der Liquiditätsplanung und steuerlichen Aspekten ab.

Bei einem langfristigen Investment über mehrere Jahrzehnte kann die Wahl der Ausschüttungsart spürbare Auswirkungen haben. Thesaurierende ETFs nutzen den Zinseszinseffekt konsequent, da Erträge automatisch reinvestiert werden. Ausschüttende ETFs bieten dagegen regelmäßige Einnahmen und erfordern deshalb große Disziplin bei der Wiederanlage, wenn der Vermögensaufbau im Vordergrund steht.

Steuerlich werden ausschüttende und thesaurierende ETFs in Deutschland seit der Investmentsteuerreform 2018 grundsätzlich ähnlich behandelt, dennoch gibt es praktische Unterschiede. Bei ausschüttenden ETFs unterliegen die ausgezahlten Dividenden direkt der Abgeltungsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer), sofern kein ausreichender Freistellungsauftrag vorliegt. Die Steuer wird automatisch von der depotführenden Bank einbehalten. Anleger erhalten somit einen Nettobetrag ausgezahlt. Vorteil: Die Steuerbelastung ist transparent und sofort ersichtlich. Bei thesaurierenden ETFs werden die Erträge nicht ausgezahlt, sondern im Fonds wiederangelegt. Trotzdem fällt auch hier grundsätzlich laufend Steuer an – über die sogenannte Vorabpauschale. Diese greift, wenn der Fonds im jeweiligen Jahr eine bestimmte Mindestwertentwicklung erzielt. Die Vorabpauschale stellt eine Art vorweggenommene Besteuerung zukünftiger Erträge dar und wird ebenfalls automatisch vom Depotkonto eingezogen. Erst beim späteren Verkauf der Anteile wird die tatsächliche Wertsteigerung besteuert, wobei bereits versteuerte Beträge angerechnet werden, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Zusätzlich profitieren Anleger bei Aktien-ETFs wie einem MSCI-World-ETF von der Teilfreistellung. Bei Fonds mit einem Aktienanteil von mindestens 51 Prozent – MSCI World-ETFs sind reine Aktienfonds – sind derzeit 30 Prozent der Erträge steuerfrei.

Unterschätzte Faktoren: Tracking Error und Tracking-Differenz bei MSCI World-ETFs

Der Tracking Error (TE) und die Tracking-Differenz (TD) messen die Abweichung eines ETFs im Vergleich zu seinem Referenzindex. Die Tracking-Differenz beschreibt die tatsächliche Abweichung der Wertentwicklung zwischen ETF und Index über einen bestimmten Zeitraum. Sie zeigt also, ob der ETF Fonds besser oder schlechter abschneidet als der Index. Eine hohe Tracking-Differenz ist also nicht zwangsläufig schlecht, solange sie zugunsten des Anlegers ausfällt.

Der Tracking Error hingegen misst die Schwankungsbreite dieser Abweichung, also wie stark und wie regelmäßig der ETF vom Index abweicht. Ursachen können Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten, Steueraspekte, Wertpapierleihe oder Optimierungsstrategien sein. Während die Tracking-Differenz die Höhe der Abweichung quantifiziert, gibt der Tracking Error Auskunft über deren Stabilität und Vorhersehbarkeit.

Bei einem langfristigen Investment über Jahrzehnte, etwa bei einem Sparplan mit einem MSCI World-ETF, können selbst kleine Abweichungen spürbare Auswirkungen haben. Eine dauerhaft negative Tracking-Differenz mindert den Zinseszinseffekt, während ein niedriger Tracking Error für eine verlässliche und planbare Indexabbildung spricht. Ein niedriger Tracking Error gilt daher als wichtiges Qualitätsmerkmal.

Anlagekosten von MSCI World-ETFs

Grundsätzlich gehören ETFs neben Aktien zu den günstigsten Börseninvestments überhaupt. Je nach Komplexität des ETFs fallen die Gebühren etwas höher oder niedriger aus. Ein DAX-ETF beispielsweise bildet die Wertentwicklung von 40 Aktien ab und ist deshalb in der Regel günstiger als ein Stoxx Europe 600-ETF, der 600 Aktien abbildet, oder ein MSCI World-ETF, der 1.300 Aktien abbildet. Die Gesamtkostenquote – auch Total Expense Ratio (TER) genannt – eines MSCI World-ETFs liegt zwischen 0,05 Prozent und 0,50 Prozent pro Jahr. Einer der günstigsten MSCI World-ETFs ist der BNP Easy MSCI World UCITS ETF EUR Cap (ISIN: IE000A0GH076) mit einer TER von 0,05 Prozent pro Jahr.

Im folgenden Infokasten erfahren Sie, warum die TER nicht der einzige Kostenfaktor ist und welche Rolle die Total Cost of Owenership (TCO) mindestens genauso wichtig ist.

Die besten MSCI World-ETFs im Test

Es gibt zahlreiche ETFs, die den MSCI World-Index nachbilden. Sie unterscheiden sich bei den oben genannten Kriterien. Bei einem langfristigen Investment raten wir bei den DWN zu einem thesaurierenden MSCI World-ETF mit einer niedrigen TER, einem niedrigen Tracking-Error und einer physischen Replikation.

Sind Ihnen neben der Rendite auch die Sicherheit wichtig, dann können Sie sich bewusst für einen MSCI-World-ETFs eines deutschen Emittenten entscheiden. Oft erfolgt dann die steuerliche Behandlung besonders reibungslos, da Anbieter und Depotbanken mit den deutschen Vorgaben vertraut sind. Zudem unterliegen deutsche Kapitalverwaltungsgesellschaften der BaFin-Aufsicht, was für manche Investoren ein zusätzliches Sicherheitsgefühl schafft. Auch Service, Dokumentation und rechtliche Rahmenbedingungen sind auf den deutschen Markt zugeschnitten. Nachteile ergeben sich jedoch kaum durch einen ausländischen Emittenten, da viele große, in Deutschland handelbare ETFs ohnehin in Irland oder Luxemburg domiziliert sind. Der Sitz des Emittenten ist daher meist weniger entscheidend als Kosten, Tracking-Qualität und Fondsvolumen.

Die nun folgenden Börsenprodukte gehören zu den besten MSCI World-ETFs – für welchen ETF Sie sich entscheiden, hängt vor allem von Ihren Präferenzen und von Ihrer Anlagestrategie ab.

iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B4L5Y983)

Der thesaurierende iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B4L5Y983) bildet die Entwicklung des MSCI World physisch nach. Anfang März 2026 hat er ein Fondsvolumen von rund 131 Milliarden Euro, Anleger zahlen eine TER von 0,20 Prozent. Als synthetischer ETF nutzt er Swaps zur Abbildung, was im Vergleich zu physischer Replikation andere Risiken mit sich bringt, aber Kosten und Tracking oft niedrig hält. Finanztest, das Anlagemagazin von Stiftung Warentest, ordnet den iShares-ETF in die Gruppe "1. Wahl" ein. 1.-Wahl-ETFs sind laut der Finanztest-Webseite test.de "inner­halb ihrer Fonds­gruppe möglichst breit gestreut und bilden einen Index ab, der ein ähnliches Konzept verfolgt wie der Referenz­index der Fondsgruppe". Für Finanztest bietet der ETF der BlackRock-Tochter iShares einen guten Anlagerfolg (4 von 5 möglichen Punkten), die Chance-Risiko-Zahl liegt bei 98 Prozent. Liegt die Chance-Risiko-Zahl bei 100, war ein ETF Fonds in der Vergangenheit laut test.de "genauso gut wie der Index. Ist sie größer als 105, war der Fonds deutlich besser als der Index".

Amundi MSCI World Swap II UCITS ETF Acc (ISIN: FR0014003IY1)

Der Amundi MSCI World Swap II UCITS ETF Acc (ISIN: FR0014003IY1) bildet den MSCI World-Index synthetisch über Swap-Geschäfte nach und thesauriert Erträge. Sein Fondsvolumen beträgt Anfang März rund 9,5 Milliarden Euro, die TER liegt bei 0,30 Prozent. Als synthetischer ETF nutzt er Swaps zur Abbildung, was im Vergleich zu physischer Replikation andere Risiken mit sich bringt, aber Kosten und Tracking oft niedrig hält. Auch der Amundi-ETF ist laut Finanztest "1. Wahl". Weil der ETF noch keine 5 Jahre alt ist (Auflagedatum war der 2. Juni 2021), gibt es von den Finanztest-Experten keine weitere Bewertung.

UBS Core MSCI World UCITS ETF USD acc (ISIN: IE00BD4TXV59)

Der thesaurierende UBS Core MSCI World UCITS ETF USD acc (ISIN: IE00BD4TXV59) ist ein physisch replizierender MSCI World-ETF mit einer niedrigen TER von 0,06 Prozent und einem großen Fondsvolumen von über 7,7 Milliarden Euro. Das Fondsdomizil ist Irland, was steuer- und regulierungsseitig für EU-Anleger attraktiv ist. Der UBS-ETF ist ein 1.-Wahl-ETF, den Anlageerfolg bewertet Finanztest mit 4 von 5 Punkten und das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei 97 Prozent.

Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BJ0KDQ92)

Der Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BJ0KDQ92) ist ein physisch optimierter ETF mit einer TER von 0,12 Prozent. Der Xtrackers-ETF thesauriert Erträge direkt wieder im Fondsvolumen. Er investiert in die wichtigsten Aktien des MSCI World und strebt niedrigen Tracking-Error an, das gesamte Fondsvolumen des Xtrackers-ETF liegt bei rund 21 Milliarden Euro. Auch bei diesem Xtrackers-ETF handelt es sich um einen 1.-Wahl-ETF mit einem Chance-Risiko-Verhältnis von 97 Prozent. Der Anlageerfolg wird mit 4 Punkten bewertet.

State Street SPDR MSCI World UCITS ETF USD Unhedged (ISIN: IE00BFY0GT14)

Der physisch optimierte State Street SPDR MSCI World UCITS ETF USD Unhedged (ISIN: IE00BFY0GT14) ist ein MSCI World-ETF mit thesaurierender Ertragsverwendung und einer TER von 0,12 Prozent. Sein Fondsvolumen liegt bei rund 10,5 Milliarden Euro. Die physische Replikation mit Optimierung zielt auf enge Abbildung ab, was in der Praxis zu einem niedrigen Tracking-Error und einer Tracking-Differenz nahe der Gesamtkostenquote führt. Dieser 1.-Wahl-ETF hat ein Chance-Risiko-Verhältnis von 98 Prozent, der Anlageerfolg wird mit 4 Punkten bewertet.

BNP Paribas Easy MSCI World UCITS ETF EUR Acc (ISIN: IE000A0GH076)

Der BNP Paribas Easy MSCI World UCITS ETF EUR Acc (ISIN IE000A0GH076) bildet den MSCI World-Index physisch über optimiertes Sampling nach und legt die Dividenden automatisch wieder an (thesaurierend). Er hat eine sehr niedrige TER von 0,05 Prozent und ein vergleichsweise kleines Fondsvolumen von rund 60 Millionen Euro. Das liegt daran, dass dieser BNP-ETF erst seit September 2025 existiert. Grundsätzlich ist ein kleines Fondsvolumen kein Problem, allerdings werden Investmentfonds mit einem kleinen Volumen von Zeit zu Zeit wieder eingestellt. Dann müssen Sie sich als Anleger einen neuen ETF suchen, in den Sie investieren können. Das ist manchmal etwas mühsam, macht den ETF aber nicht riskanter als andere – von Ihren Anlagegeldern geht nichts verloren, wenn der ETF eingestellt wird. Auch diesen BNP-ETF bewertet Finanztest mit 1. Wahl. Der ETF Fonds ist zu jung, um den Anlageerfolg und die Chance-Risiko-Zahl einschätzen zu können.

BNP Paribas Easy MSCI World UCITS ETF USD Acc (ISIN IE000Y2ZYZ66)

Der BNP Paribas Easy MSCI World UCITS ETF USD Acc (ISIN IE000Y2ZYZ66) ist ebenfalls ein thesaurierender MSCI-World-ETF mit physischer, optimierter Replikation und einer sehr niedrigen TER von 0,05 Prozent. Sein Fondsvolumen liegt ebenfalls bei etwa 60 Millionen Euro – ein sehr kleiner Investmentfonds. Auch dieser BNP-ETF existiert erst seit September 2025 und erhält deshalb lediglich das Gütesiegel "1. Wahl".

Invesco MSCI World UCITS ETF Acc (ISIN IE00B60SX394)

Mit dem Invesco MSCI World UCITS ETF Acc (ISIN IE00B60SX394) partizipieren Anleger an der Entwicklung des MSCI World-Index mit physischer Replikation und thesaurierender Ertragsverwendung. Die TER liegt mit 0,19 Prozent im mittleren Bereich, durch physische Nachbildung ist der Tracking-Error allgemein niedrig sowie die Tracking-Differenz eng am Index. Das Fondsvolumen liegt bei rund 5,9 Milliarden Euro. Fondsdomizil ist Irland, was für EU-Anleger steuerlich günstig ist. Aus Sicht von Finanztest bietet der 1.-Wahl-ETF von Invesco einen guten Anlagerfolg (4 Punkte), die Chance-Risiko-Zahl liegt bei 98 Prozent.

Deka MSCI World UCITS ETF Distribution (ISIN DE000ETFL508)

Der Deka MSCI World UCITS ETF Distribution (ISIN DE000ETFL508) bildet den MSCI World Index vollständig physisch nach und schüttet die Dividendenerträge quartalsweise aus. Der ETF ist in Deutschland domiziliert, hat ein Fondsvolumen von rund 4,25 Milliarden Euro und eine TER von 0,30 Prozent. Auch der Deka-ETF wird von Finanztest mit 1. Wahl ausgezeichnet und erhält 4 Punkte, die Chance-Risiko-Zahl liegt bei 96 Prozent – den MSCI World-Index bildet dieser Deka-ETF von allen vorgestellten Fonds am schlechtesten nach.

Die besten MSCI World-ETF in der Übersicht

Ist ein MSCI World-ETF sinnvoll als Investment?

Der MSCI World-Index bleibt eines der wichtigsten Basisinvestments für langfristig orientierte Anleger. Mit einem MSCI World-ETF investieren Anleger besonders unkompliziert und mit einer breiten Streuung über Länder und Branchen hinweg in die besten Industrieunternehmen weltweit – bei vergleichsweise niedrigen Kosten. Dennoch sollten Investoren die hohe US-Gewichtung, das Klumpenrisiko im Technologiesektor sowie das Währungsrisiko nicht unterschätzen. Unterschiede bei TER, Tracking-Differenz oder Replikationsmethode können langfristig spürbare Auswirkungen haben. Ein sorgfältiger MSCI World ETF-Vergleich ist deshalb unverzichtbar. Wer zusätzlich Schwellenländer berücksichtigen möchte, kann sein Portfolio gezielt mit einem MSCI Emerging Markets-ETF kombinieren oder direkt einen MSCI All Country World-ETF kaufen. Wer ein Gegengewicht zum starken US-Fokus des MSCI World-Index schaffen möchte, kann sein Wertpapierdepot zusätzlich mit einem Stoxx Europe 600-ETF erweitern.

Insgesamt bleibt der Weltaktienindex ein starkes Fundament – vor allem für langfristig orientierte Anleger, die mit einer einzigen Investition breit diversifiziert die besten Unternehmen der Industriestaaten investieren möchten. Aber nicht vergessen: In Zeiten von Donald Trump kann der große Fokus auf US-Techaktien ein Unsicherheitsfaktor sein.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte sich vor einer Investition umfassend informieren und individuelle Anlageziele berücksichtigen.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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