USA: Google startet eigenes Mobilfunk-Netz

Mit einem eigenen Mobilfunk-Netz will Google den Netzausbau vorantreiben. Der Internet-Konzern war unzufrieden mit den langsamen Tempo der Telekom-Unternehmen. In einem eigenen Netz will Google Innovationen schneller umsetzen und den etablierten Betreibern Druck machen.

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Google will in den USA ein eigenes Mobilfunk-Netz aufbauen. Der Internet-Konzern war zunehmend unzufrieden mit den langsamen Tempo des Netzausbaus. Ein eigenes Netz soll Innovationen unabhängig von den Telekom-Unternehmen schneller verbreiten.

Das so genannte Projekt Titan könnte eine ernste Bedrohung für die Telekom-Branche darstellen. Sollte Google sich als Betreiber etablieren, so wäre der IT-Konzern ein mächtiger neuer Konkurrent, so die Financial Times. Demnach müssten die Netzanbieter jetzt schnell handeln und die ehrgeizigen Pläne Googles für einen schnelleren weltweiten Netzausbau vorantreiben, wenn sie verhindern wollen, dass Google die Sache selbst in die Hand nimmt. Google hat in ähnlicher Weise bereits die Autobranche mit einem eigenen selbstfahrenden Fahrzeug aufgemischt, ebenso die Pharma-Branche mit intelligenter Nano-Medizin. Zudem will Google mit einem Satelliten-Projekt die Versorgung entlegener Gebiete mit Internet vom Weltraum aus sicherstellen.

Google sehe die Langsamkeit der Telekom-Firmen als Geschäftshindernis: Das Geschäftsmodell von Google basiert darauf, so viele Menschen wie möglich mit seinen Diensten online zu erreichen. Fehlende Infrastruktur wie zu langsame oder fehlende Internet-Anschlüsse hindern Google daran, neue Angebote in etablierten Märkten zu machen und lässt zu viele Menschen außer Reichweite.

Das Unternehmen wolle jedoch zunächst kein Netz im großen Stil betreiben sondern hofft, dass die Kunden mehr von ihren bisherigen Internet-Versorgern einfordern, wenn sie erst sehen, dass besserer Service möglich ist, so die FT. Der Schritt von Google sei also als eine Aufforderung an die Branche zu verstehen.

Das Netzwerk selbst werde nur in kleinem Rahmen operieren, allerdings genug Bedeutung haben, um neue Ideen so erfolgreich umzusetzen, dass etablierte Provider davon lernen könnten, zitiert die FT den Google-Vize Sundar Pichai.

Vodafone-Chef Colao hat auf der selben Konferenz in Barcelona höhere  Mobilfunk-Preise und mehr Fusionen in der Branche gefordert. Der Aufbau von schnelleren Datennetzen können sonst nicht finanziert werden. „Die Preise müssen steigen, wenn wir Investitionen in 5G haben wollen“, so Vodafone-Chef Colao.

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