US-Wirtschaft auf dem Weg in die Rezession

Kurz vor den Präsidentschaftswahlen steuern die USA auf eine Rezession zu. Ein wichtiger Indikator deutet darauf hin, dass die Wirtschaft bei weitem nicht so rund läuft, wie dies von der Regierung dargestellt wird.

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Donald Trump oder Hillary Clinton werde sich schon bald mit ernsten Themen beschäftigen müssen. (Foto: dpa)

Donald Trump oder Hillary Clinton werde sich schon bald mit ernsten Themen beschäftigen müssen. (Foto: dpa)

Arbeitslosenquote in den USA (Grafik DWN; Quelle: Fredgraph)

Arbeitslosenquote in den USA (Grafik DWN; Quelle: Fredgraph)

Election

Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass eine schlechte wirtschaftliche Situation im Land den Republikanern bei der Präsidentschaftswahl helfen könnte. Der aktuell leichte Vorsprung Hillary Clintons könnte sich schnell auflösen: Neben der steigenden Zahl der Insolvenzen gibt es weitere Anzeichen für eine drohende Rezession in den Vereinigten Staaten. Sollten sich die neuesten Erkenntnisse noch vor der Wahl bis an die Börsen herumsprechen, könnte dies Clinton schaden: In der Geschichte hat der Kandidat der aktuellen Regierungspartei immer verloren, wenn die Kurse vor der Wahl einbrachen (Chart 2).

Während einer Diskussionsrunde der New York Historical Society im Mai dieses Jahres sprach Jeffrey Gundlach, Chef und Gründer der Investmentfirma Double Line Capital, von den seiner Meinung nach drei wichtigsten Indikatoren für eine Rezession. Einer ist es, wenn die Arbeitslosenquote über ihrem 12 Monats-Schnitt liegt.

Tatsächlich erreichte nun die Arbeitslosenrate der USA im September die 5-Prozent-Marke. Der Durchschnittswert der vergangenen 12 Monate hingegen liegt bei 4,9 Prozent. Damit wäre bereits einer der drei Rezessionsindikatoren Gundlachs erfüllt.

„Dieser Indikator ist notwendig, aber noch kein hinreichendes Anzeichen für eine kommende Rezession“, sagte Gundlach der Nachrichtenagentur Bloomberg auf Nachfrage. „Es lohnt sich dies in die wirtschaftlichen Analysen mit einzubeziehen, aber es ist noch kein ausreichender Grund für einen plötzlichen Alarm.“

Vor fünf Monaten bewertete Gundlach eine derartige Entwicklung der Arbeitslosenrate noch etwas anders. Damals sagte er Bloomberg: „Die schlechte Nachricht ist, dass sie (die Arbeitslosenrate) mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im September ihren Durchschnittswert überschreitet.“ Dies sei etwas, dass uns „in Alarmbereitschaft“ bezügliche einer Rezession versetzen sollte, so Gundlach weiter. Die gute Nachricht sei, dass der Arbeitslosenindikator schon einmal gegen Ende 2010 einen falschen Alarm ausgelöst hatte.

Der zweite Indikator für eine Rezession ist Gundlach zufolge, wenn die jährlichen, wirtschaftlichen Frühindikatoren sich ins Negative bewegen. Der dritte Indikator tritt auf, wenn die Quartals-Arbeitslosenrate höher als der dreijährige Durchschnitt der Arbeitslosenrate ist.

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