Technologie

Fusion mit Tochterfirma: Tui will größter Tourismuskonzern der Welt werden

Lesezeit: 2 min
28.10.2014 17:39
TUI will durch eine Milliarden-Fusion mit der Tochter TUI Travel zum weltweit führende Tourismuskonzern werden. Das fusionierte Unternehmen wäre an der Börse etwa 6,5 Milliarden Euro wert. Mit der Zustimmung beider Gesellschafter könnte der Deal im Dezember abgeschlossen werden.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

TUI-Aktionäre stimmen der geplanten Milliarden-Fusion mit der Tochter TUI Travel zu. 99,85 Prozent der Anteilseigner haben sich auf der Hauptversammlung für eine Kapitalerhöhung ausgesprochen, wie TUI am Dienstag mitteilte. Der Schritt ist Voraussetzung für den Kauf von TUI Travel. Erforderlich war eine Drei-Viertel-Mehrheit. Nun steht noch das Votum der TUI-Travel-Anteilseigner in London aus. Durch den Deal würde der größte Reisekonzern der Welt entstehen.

Diese Hauptversammlung kann die Geburtsstunde einer neuen TUI AG werden“, sagte TUI -Chef Friedrich Joussen am Dienstag auf dem Aktionärstreffen in Hannover. Gemeinsam solle aus TUIund TUI Travel der weltweit führende Tourismuskonzern werden. Möglich sei die Transaktion nur geworden, da TUI dank eines Konzernumbaus mittlerweile wesentlich besser dastehe als zu seinem Amtsantritt vor gut anderthalb Jahren. Sollten die Gesellschafter beider Firmen ihr Okay geben, könnte der Deal frühestens im Dezember abgeschlossen werden, betonte der 51-jährige. „Jetzt kommt zusammen, was zusammen gehört.“

Joussen hatte die Fusionspläne Ende Juni nach langen Verhandlungen mit Travel-Chef Peter Long vorgestellt. Die Eigner von TUI Travel sollen für jeden gehaltenen Anteil 0,399 neue TUI-AG-Aktien erhalten. Das neue Unternehmen soll seinen Sitz in Deutschland haben, aber in erster Linie an der Londoner Börse notiert sein. Die gesamte Transaktion ist TUI zufolge drei Milliarden Euro schwer. Das fusionierte Unternehmen wäre an der Börse etwa 6,5 Milliarden Euro wert.

Das letzte Wort haben nun die Aktionäre: 75 Prozent der TUI-AG-Anteilseigner müssen den Deal absegnen. Die Anwesenheitsquote auf der Hauptversammlung in Hannover betrug 61,7 Prozent. Der russische Milliardär Alexej Mordaschow, der gut ein Viertel der TUI-Aktien hält, hat nach Firmenangaben bereits sein Ja versichert. Zudem müssen noch drei Viertel der TUI-Travel-Eigner dem Zusammenschluss zustimmen. Die Hürde ist hoch, da sich die Quote auf die 46 Prozent ausstehende Aktien bezieht, die die TUI AG nicht schon hält. Analysten sehen die Gefahr, das eine kleine Gruppe von Aktionären von TUI Travel die Übernahme blockiert. Die Gesellschafter von TUI Travel stimmen ab 17.00 Uhr in London ab.

Der frühere Vodafone-Manager Joussen will damit eine Entscheidung seines Vorgängers Michael Frenzel rückgängig machen. 2007 hatte der deutsche Traditionskonzern sein Reisegeschäft nahezu komplett mit dem britischen Rivalen First Choice gebündelt und später unter dem Namen TUI Travel abgespalten. An der in London börsennotierten Tochter halten die Niedersachsen seitdem lediglich 54 Prozent und haben deshalb nur begrenzt das Sagen. Rund 95 Prozent des jährlichen Konzernumsatzes von 18,5 Milliarden Euro laufen über die Tochter.

Den Aktionären der TUI AG soll die Fusion mit mehr Geld schmackhaft gemacht werden: Sie sollen für das Geschäftsjahr 2013/14 (Ende September) eine Dividende von 33 Cent je Aktie erhalten - zuletzt gab es 15 Cent. Zudem soll der Schulterschluss jährlich 170 Millionen Euro einsparen - 70 Millionen Euro mehr als bislang anvisiert.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Technologie
Technologie Ein nationaler Stromausfall rückt immer näher: Deutschland schaufelt sich mit seiner radikalen Energie-Politik sein eigenes Grab

DWN-Kolumnist Ronald Barazon liefert eine brisante Analyse der fehlenden Energiesicherheit unseres Landes.

DWN
Politik
Politik Keine Masken, keine Polizei, keine Lockdowns: Wie DWN-Autor Christian Kreiß die Pandemie in Costa Rica erlebte

Um den Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland zu entfliehen, verbrachte Christian Kreiß drei Monate in Costa Rica. Der DWN-Autor liefert...

DWN
Politik
Politik Bericht: Russland verhindert Attentat auf weißrussischen Präsidenten Lukaschenko, Minsk beschuldigt Biden

Die russischen Sicherheitsbehörden haben eine Gruppe von Personen festgenommen, die ein Attentat auf den weißrussischen Präsidenten...

DWN
Politik
Politik Tschechien weist wegen Explosion in Munitions-Depot 18 russische Diplomaten aus

Tschechien verweist 18 russische Diplomaten unter dem Vorwurf der militärischen Sabotage durch Russland des Landes.

DWN
Finanzen
Finanzen Darum sollten Sie Ihren Nachlass rechtzeitig regeln

Niemand denkt gerne an den eigenen Tod. Und doch ereilt er uns irgendwann alle. Vor allem, wenn man selbst Kinder hat, sollte man früh...

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonom: Goldgedeckte Kryptowährungen könnten Fiat-Währungen ersetzen

Das internationale Währungssystem wird sich verändern. Das Fiat-Geldsystem befindet sich auf dem Rückzug. Stattdessen könnten nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Währungssystem: IWF spricht von „Revolution“ bei digitalem Zentralbankgeld

Der IWF predigt eine regelrechte „Revolution“ bei digitalen Zentralbankwährungen. Als positives Beispiel wird die Einführung einer...

DWN
Politik
Politik Deutschland steuert mit voller Wucht auf Rot-Rot-Grün zu

Die Grünen und ihre politischen Ziele passen in das Konzept des Weltwirtschaftsforums. Das gilt auch für die SPD und die aktuelle Gestalt...