Ukraine: Kommandant einer rechtsextremen Kampfgruppe wird Polizei-Chef in Kiew

 

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09.11.2014 01:21
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erhält einen neuen Polizei-Chef, der auch Vize-Kommandeur der Neo-Nazi-Truppe Asow-Bataillon ist. Der ukrainische Minister ist überzeugt von der Richtigkeit seiner Wahl. Doch die Charkiwer Gruppe für Menschenrechte stuft diesen Schritt als Schlag ins Gesicht aller Euromaidan-Anhänger ein.
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Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow hat den Vize-Kommandeur der Neo-Nazi-Truppe Asow -Bataillon, Vadim Troyan, zum Polizei-Chef der Hauptstadt Kiew ernannt. Der 35-jährige Kommandeur ist in diesem Zusammenhang offizielles Mitglied der rechtsradikalen Organisation „Patriot der Ukraine“.

Troyan habe „unter Konfliktbedingungen das Vertrauen der Öffentlichkeit gewonnen“, zitiert die Charkiwer Gruppe für Menschenrechte den Innenminister. Die Menschenrechtsgruppe ist ein Kooperations-Partner von Amnesty International und Human Rights Watch.

Die Gruppe berichtet, dass kein Zweifel an Troyans Patriotismus und seinen Fähigkeiten als Soldat bestehe. Er habe sich bei den Kämpfen um Mariupol verdient gemacht. Doch der Innenminister ernenne einen hochrangigen Polizei-Chef. Das sei eine völlig andere Angelegenheit. Hier greife die Ernennungs-Begründung Awakows nicht mehr.

Der Innenminister hatte zuvor gesagt, dass die Ernennung Troyans im Sinne der Polizeireform sei. Doch die ukrainische Menschenrechts-Gruppe meldet, dass die Ernennung ein „Schlag ins Gesicht“ gegen all jene sei, die der Euromaidan-Bewegung angehören und sich für den europäischen Weg entschieden haben.

Der Schwede Mikael Skillt, der als Söldner ebenfalls in der rechtsradikalen Asow-Bataillon kämpft, gratuliert seinem „Freund“ Troyan per Twitter zu seiner Ernennung zum Polizei-Chef Kiews. Die Ukraine hätte keine bessere Wahl treffen können, so Skillt.

Bei den Parlamentswahlen im Oktober war Troyan auch als Kandidat der Volksfront unter Premierminister Arseni Jazenjuk angetreten. Doch sein Einzug wurde bisher nicht bestätigt.


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