Finanzen

Ehemaliger EZB-Direktor: Euro wurde auf Druck von Obama gerettet

Lesezeit: 1 min
17.03.2015 17:07
Präsident Obama habe enormen Druck auf die EZB ausgeübt, als es um die Euro-Rettung ging, so der ehemalige EZB-Direktor Stark. Ziel der Amerikaner war demnach, dass die EZB so aggressiv wie die Fed in den Markt eingreift. Kurz danach wurden Pläne vorgestellt, ein Aufkaufprogramm für Staatsanleihen zu starten.
Ehemaliger EZB-Direktor: Euro wurde auf Druck von Obama gerettet

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Mario Draghi hat diesen Monat sein lange angekündigtes QE-Programm gestartet. Nach seinen Plänen sollen monatlich Staatsanleihen für 60 Milliarden Euro aufgekauft werden. Doch an den Plänen für das Programm, dass offiziell den Euro stabilisieren soll, wirkten offenbar auch die USA fleißig mit.

Der ehemalige EZB-Direktor Jürgen Stark erzählt in einer ARD-Doku („Supermacht EZB – der Kampf um den Euro“ - siehe Video), wie ihm am Abend vor einer EZB-Ratssitzung ein Umschlag überreicht wurde. Die Unterlagen hätten detaillierte Pläne enthalten, dass die EZB Staatsanleihen im großen Stil kaufen will. Die Pläne seien ihm bis dahin völlig unbekannt gewesen. „Ich war schockiert“, so Stark in der Doku über den Vorfall in Lissabon im Mai 2010. Unter Juristen ist ein solches Anleihen-Programm heftig umstritten. Selbst die Verfassungsrichter in Karlsruhe halten das Programm für illegal.

Der Druck, vor allem von Seiten der amerikanischen Administration, seien enorm gewesen, „insbesondere die des Präsidenten“, so Stark. Obama hätte erwartet, dass Staatsanleihen gekauft werden – wie es bei der Fed und in Großbritannien üblich sei. Stark, der zu der Zeit Chefvolkswirt unter dem damaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet war, trat 2011 zurück.

Bestätigt wird Stark von Philipp Hildebrand, dem Präsident der Schweizerischen Nationalbank während der Finanzkrise. Er spricht in der Doku über das Jahr 2011: „Während des Festakts zum Amtsantritt von Mario Draghi erhielt ich einen Anruf von Tim Geithner, dem amerikanischen Finanzminister. Der wollte wissen wie man die EZB dazu bringen könne, aggressiver im Stil der amerikanischen Notenbank zu intervenieren“

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...