Finanzen

Bank of England warnt vor hoher Inflation in Großbritannien

Lesezeit: 2 min
15.11.2012 01:29
Die Wirtschaftsprognose für Großbritannien wurde von der Bank of England deutlich reduziert. Das Wirtschaftswachstum lässt nach, und die BoE räumt erstmals Inflationsgefahr ein.
Bank of England warnt vor hoher Inflation in Großbritannien

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Panik im Markt: Anleger verkaufen im großen Stil Aktien

Der Bericht der BoE zeichnet ein historisch pessimistisches Bild: Mittelfristig wird sich die Wirtschaft in Großbritannien nicht weiter erholen. Sorge bereitet auch die Inflation. Sie liegt deutlich über dem Durchschnitt. Die Bank prognostiziert einem Bericht der FT zufolge den schlechtesten Ausblick für Großbritannien seit ihrer Unabhängigkeit 1998.

Die Wirtschaft Großbritanniens hatte sich im zweiten Halbjahr fast von ihrer Talfahrt erholt. Einige Experten glaubten schon an einen leichten Aufschwung für 2013. Doch die Realität sieht anders aus. „Wir haben entschieden, dass die Chancen für eine schnelle Erholung (der Wirtschaft) sehr viel geringer ausfallen, als wir erwarteten“, sagte Mervyn King, Präsident der BoE. Es bestehe sogar die Gefahr einer neuen Rezession, die noch dieses Jahr ihren Anfang nehmen könne.

Premierminister David Cameron will daher nicht von seinem Plan abweichen, die Abstimmung über ein neues EU-Budget zu blockieren (mehr hier), sollten die übrigen Regierungschefs wie geplant eine Erweiterung des Etats beschließen wollen. Großbritannien ist daran interessiert, seinen Beitrag am EU-Budget zu reduzieren. Das britische Parlament hat sogar eine Kürzung des EU-Budgets gefordert. Die Konsolidierungspolitik der letzten Jahre soll fortgesetzt werden. Milliardenabgaben an die EU passen nicht in den Gesamtplan der Briten, die sich im Verlauf der Finanz- und Schuldenkrise stetig von der EU distanzierten.

Die Wirtschaft in Großbritannien ist in den letzten zwei Jahren kaum gewachsen. Die mangelnde Binnennachfrage und die geringe Produktivität der Industrie werden in dem Bericht der BoE (Originalbericht hier) dafür verantwortlich gemacht. Für die nächsten zwei Jahre rechnet Mervyn mit einer Inflation, die deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent liegt. Diese Kombination nannte der Präsident der Bank „eher unattraktiv“ („rather unappealing"). Da es sich um ein strukturelles Problem handele, könne diese Situation allerdings noch sehr lange anhalten.

Die Zentralbank hält allerdings nichts davon, mit der Notenpresse die Kaufkraft anzukurbeln. Das würde Inflation und Verschuldung Großbritanniens nur schneller in die Höhe treiben . Anstatt dessen werden Angebot und Nachfrage sich wieder einander angleichen.

Für 2013 rechnet die Bank nur noch mit einem Wachstum von 1,6 Prozent. Im August lag die Vorhersage noch bei 2,3 Prozent. Die Ursache liege aber nicht in Großbritannien selbst: „Wir sehen uns großen Herausforderungen ausgesetzt auf unserem größten Exportmarkt, der Eurozone. Das ist eine sehr schwierige Umgebung, in der die britische Wirtschaft erst wieder die Balance wieder erlangen muss“.

Weitere Themen:

Bundesbank: Deutsche Banken sind in Italien und Spanien mit 60 Milliarden Euro im Risiko

USA steuern auf Defizit-Katastrophe zu

Angst vor Banken-Crash in Italien

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Politik
Politik Soll der Lockdown so lange greifen, bis der deutsche Mittelstand kapituliert?

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Lockdowns so lange greifen sollen, bis der deutsche Mittelstand vollständig kapituliert....

DWN
Politik
Politik Geheimpapier enthüllt: Der Tierarzt Lothar Wieler will tatsächlich noch einen Lockdown

Einem Bericht zufolge plant das RKI unter dem umstrittenen Tierarzt Lothar Wieler tatsächlich einen weiteren Lockdown.

DWN
Deutschland
Deutschland Konjunkturprogramme in den USA und China lösen Rohstoff-Krise in Deutschland aus

Das deutsche Unternehmertum bezeichnet die Rohstoffknappheit als ein großes Problem. Auslöser der Rohstoff-Krise in Deutschland sind die...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Portfolio

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Türkei wütend auf Merkel und Kurz: „Wir sind nicht das Flüchtlings-Lager der EU, wollen keine Massenmigration mehr“

Die Türkei hat erbost auf den Vorschlag des Ösi-Kanzlers Sebastian Kurz, wonach die Türkei die neuen afghanischen Flüchtlinge aufnehmen...

DWN
Politik
Politik Die Wahrheit ist: Keine Macht der Welt kann China aufhalten

Mittlerweile weisen fast alle Länder der Welt ein größeres Handelsvolumen mit China als mit den USA auf. Alles deutet darauf hin, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktionäre müssten Lagarde und Yellen wie Heilige verehren

Aktionäre haben keinen Grund, die Fed oder die EZB zu kritisieren. Als Gewinner ihrer beispiellosen Rettungspolitik müssten sie die Damen...

DWN
Politik
Politik Bericht: Söder fordert „Exklusiv-Rechte“ für Geimpfte und Tempo bei Kinderimpfungen

Die „BILD“ führt in einem Bericht aus: „Söder führt in die Grundrechte-Debatte einen neuen Begriff ein: Geimpfte und Genesene...