Politik

Grüner Kretschmann: Nicht alle Flüchtlinge können bleiben

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat beim Parteitag der Grünen eine realistische Haltung in der Flüchtlingsfrage gefordert. Noch vor wenigen Monate habe er Zelte abgelehnt, nun müsse er selbst welche errichten.
20.11.2015 23:32
Lesezeit: 1 min

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann lehnt die Aufnahme aller nach Deutschland kommenden Flüchtlinge ab. Verantwortung heiße, auch schwierige Entscheidungen zu treffen, sagte er am Freitag beim Grünen-Parteitag in Halle. "Das heißt, nicht alle, die zu uns kommen, können auch hier bleiben." Menschen, die nicht politische verfolgt seien oder nicht aus einem Bürgerkriegsland kämen, müssten in ihre Heimat zurückkehren. "Wenn sie das nicht tun, dann führen wir sie zurück."

Kretschmann rechtfertigte den vor allem von der Parteilinken kritisierten Asylkompromiss, den Baden-Württemberg und andere grün mitregierten Länder unterstützt hatten. Schon jetzt gebe es in ganz Europa einen dramatischen Rückfall in nationales Denken. Vor diesem Hintergrund seien die Verschärfungen der Asylgesetze ein Wert an sich. Sie seien ein wichtiges Signal für den Zusammenhalt der Bevölkerung.

Ohne eine Sicherung der europäischen Außengrenzen und ohne eine faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa "werden wir bald überfordert sein", sagte Kretschmann. In Baden-Württemberg seien 40.000 Aufnahmeplätze geschaffen worden. "Vor wenigen Monaten habe ich noch Zelte abgelehnt, heute muss ich selber welche aufstellen", sagte er über die Suche nach Unterkünften. Zwar dürfe am Aslyrecht nicht gerüttelt werden. "Genauso klar ist aber auch, dass wir an reale Grenzen stoßen."

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Technologie
Technologie Arbeitsmarkt: Top-Berufe, die es vor 20 Jahren noch nicht gab
31.03.2025

Eine Studie von LinkedIn zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) neue Jobs und Fähigkeiten schafft, Karrieren und Arbeitswelt verändert:...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Kurs knickt nach Orcel-Aussage deutlich ein
31.03.2025

Die Commerzbank-Aktie muss nach einer starken Rallye einen Rückschlag hinnehmen. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor einen möglichen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU vor Herausforderungen: Handelskriege könnten die Wirtschaft belasten – der Ausweg heißt Binnenmarkt
31.03.2025

Die protektionistischen Maßnahmen der USA und mögliche Handelskonflikte belasten die EU-Wirtschaft. Experten wie Mario Draghi fordern...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Betonblock: Lego verklagt Hersteller von Anti-Terror-Betonklötzen
31.03.2025

Lego verklagt das niederländische Unternehmen Betonblock. Die Anti-Terror-Blöcke des Herstellers erinnerten zu sehr an die...

DWN
Technologie
Technologie Neue EU-Vorschriften: Plug-in-Hybriden drohen deutlich höhere CO2-Emissionen
31.03.2025

Mit der Einführung neuer, verschärfter Emissionsmessungen für Plug-in-Hybride (PHEVs) wird die Umweltbilanz dieser Fahrzeuge erheblich...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen wegen Veruntreuung zu Fußfesseln verurteilt - FN-Chef Bardella: "Hinrichtung der französischen Demokratie"
31.03.2025

Marine Le Pen wurde in Paris wegen der mutmaßlichen Scheinbeschäftigung von Mitarbeitern im Europaparlament schuldig gesprochen - das...

DWN
Technologie
Technologie Balkonkraftwerk mit Speicher: Für wen sich die Investition wirklich lohnt
31.03.2025

Balkonkraftwerk mit Speicher: eigenen Strom gewinnen, speichern und so Geld sparen. Doch so einfach ist es leider nicht, zumindest nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Der Handelskrieg gefährdet die US-Ausnahmestellung
31.03.2025

Da Investitionen nach neuen Möglichkeiten abseits der zuletzt florierenden US-Finanzmärkte suchen, wird an der Wall Street diskutiert, ob...