Politik

VfB Stuttgart feuert Robin Dutt, Luhukay wird Trainer

Lesezeit: 2 min
17.05.2016 23:06
Der VfB Stuttgart trennt sich nach dem Abstieg von seinem umstrittenen Sportvorstand Robin Dutt. Jos Luhukay soll als Trainer soll den Club schnellstmöglich zurück in die Bundesliga führen.
VfB Stuttgart feuert Robin Dutt, Luhukay wird Trainer

Mehr zum Thema:  
Sport >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Sport  

Der VfB Stuttgart treibt für den Neustart in der 2. Fußball-Bundesliga die Personalplanungen mit Hochdruck voran. Jos Luhukay wird neuer Trainer des Bundesliga-Absteigers, von Sportvorstand Robin Dutt hat sich der VfB nach rund eineinhalb Jahren schon wieder getrennt. Die Trennung sei in gegenseitigem Einvernehmen zwischen Dutt und dem Aufsichtsrat beschlossen worden, teilte der VfB am Dienstag mit. Luhukay, der auf Jürgen Kramny folgt, erhält bei den Schwaben einen Zweijahresvertrag und soll die Stuttgarter möglichst schnell wieder in die Bundesliga führen.

«Er kennt den deutschen Fußball aus verschiedenen Blickwinkeln und ist als Cheftrainer bereits mit drei Vereinen in die Bundesliga aufgestiegen», sagte Vorstandsmitglied Jochen Röttgermann über den Niederländer.

Luhukay hatte zuletzt bis 2015 Hertha BSC trainiert und zuvor mit den Berlinern, Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg bereits den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse geschafft. Der 52-Jährige habe klar signalisiert, dass «er sehr gerne für den VfB arbeiten würde», betonte Röttgermann.

Wenig überraschend erfolgte am Dienstagabend die Verkündung der Trennung von Dutt. Bereits am Nachmittag hatten die «Stuttgarter Nachrichten» darüber berichtet. Wenig später folgte die Bestätigung.

«Da es zuletzt unterschiedliche Auffassungen über die Neuausrichtung des Vereins gab, ist es konsequent, sich zu trennen», kommentierte der 51 Jahre alte Dutt den Schritt. Unlängst hatte er noch erklärt, dass er von selbst «eher nicht» zurücktrete und sich bereits mit den Planungen für die kommende Spielzeit beschäftige.

Die Trennung ist auch für die persönlichen Karrierepläne des gelernten Industriekaufmanns ein herber Schlag. Schon als Trainer von Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen war Dutt vorzeitig gescheitert. Beim VfB hatte er die sportliche Wende einleiten wollen - doch auch das ging nun schief und erreichte mit dem ersten Abstieg des Clubs seit 41 Jahren seinen Höhepunkt. Er besitzt beim Verein noch einen Vertrag bis 2018, aus dem er wohl gegen die Zahlung einer Abfindung aussteigen wird.

«Es wäre sicherlich falsch, die negative Entwicklung ausschließlich an seiner Person festzumachen», sagte Aufsichtsratsboss Schäfer zwar. «Letztendlich sind wir aber davon überzeugt, dass personelle Konsequenzen im sportlichen Bereich notwendig sind.»

Das hatte zuvor bereits der glücklose Kramny erfahren, dessen Vertrag als Trainer der ersten Mannschaft mit dem Abstieg ausgelaufen war. Präsident Bernd Wahler war am Wochenende zurückgetreten.

«Das Wohl des Vereins steht an oberster Stelle», sagte Dutt nun diplomatisch. Mehr als fraglich ist, wer jetzt auf ihn folgen soll. Der ehemalige VfB-Manager Horst Heldt ist nach dem Ende seiner Zeit beim FC Schalke 04 zwar auf dem Markt. Allerdings erscheint es fraglich, ob die Schwaben erwägen, den 46-Jährigen zurückzuholen.

Karl Allgöwer, von 1980 bis 1991 für den VfB aktiv, hatte unlängst Bereitschaft signalisiert, den Club zu unterstützen. Ähnlich äußerte sich auch Ex-Weltmeister Guido Buchwald am Dienstag in einem Interview mit der «Stuttgarter Zeitung». «Ich bin VfBler durch und durch und immer bereit, Verantwortung zu übernehmen, in welcher Struktur auch immer», sagte Buchwald.

Sowohl für Allgöwer als auch für Buchwald würde sprechen, dass sie die Strukturen des VfB sehr gut kennen. Beide haben bisher allerdings keine beziehungsweise wenig Erfahrung in offizieller Funktion bei einem Proficlub. Unabhängig davon ist damit zu rechnen, dass der VfB auch die Personalie des Sportvorstands nun möglichst rasch klären möchte. Länger dürfte es beim neuen Präsidenten dauern. Dieser müsste von den Mitgliedern gewählt werden. Bis zu einer Versammlung könnte es Monate dauern.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Sport >

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Kissinger fordert Verhandlungen für einen Waffenstillstand - bevor der Konflikt aus dem Ruder läuft

Henry Kissinger mahnt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos schnellstmögliche Friedensverhandlungen an. Der Westen solle nicht versuchen,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handel ohne Regeln: Wie die Rohstoffhändler sich jeder Kontrolle entziehen

Ohne den Rohstoffhandel könnte die moderne Welt nicht existieren. Doch so immanent wichtig dieses Geschäft auch ist, findet es fast...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Staaten erlassen vermehrt Export-Beschränkungen bei Lebensmitteln

Mehrere Länder haben in den vergangenen Wochen Exportbeschränkungen oder -verbote von Grundnahrungsmitteln erlassen.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Big-Data-Unternehmen: Risiko eines Atomkriegs liegt bei „20 bis 30 Prozent“

Alex Karp sagt, dass ein Atomkrieg sehr viel wahrscheinlicher ist, als die meisten Menschen glauben. Der Gründer und Vorstand der...

DWN
Politik
Politik Deutschland verkündet engere Zusammenarbeit mit Ostsee-Staaten beim Windkraftausbau

Am 1. Juli übernimmt Deutschland den Vorsitz im Ostseerat. Früher hat man in dem Forum mit Moskau zusammengearbeitet. Nach dem Angriff...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Top-Investor: Die Rezession ist bereits hier

Der Finanz-Insider Peter Schiff sieht die US-Wirtschaft bereits in der Rezession. Wenn die größte Volkswirtschaft der Welt ins Straucheln...

DWN
Politik
Politik EU-Kommission will Umgehen von Sanktionen strafbar machen

So soll die Beschlagnahme russischer Oligarchen-Vermögen vereinfacht werden.