Politik

Fußball-EM: Massenschlägerei unter kroatischen Fans

Beim EM-Spiel Kroatien gegen Tschechien haben sich kroatische Fans untereinander geprügelt. Offenbar war ein Streit ausgebrochen, nachdem einige Kroaten Bengalos aufs Spielfeld geworfen hatten.
18.06.2016 00:33
Lesezeit: 1 min

Fassungslos standen die kroatischen Spieler nach dem Abpfiff auf dem Rasen. Binnen weniger Minuten ist am Freitagabend in Saint-Etienne aus einem kroatischen Fußball-Fest noch ein kleines sportliches Drama auf dem Rasen und vor allem ein großer, schwerwiegender Eklat auf den Zuschauerrängen geworden.

Beim 2:2 (1:0) gegen eigentlich hoffnungslos unterlegene Tschechen verspielten die Kroaten in den letzten Minuten noch eine 2:0-Führung. Sie verloren auch noch ihren alles überragenden Spielmacher Luka Modric, der in der zweiten Halbzeit mit einer Muskelverletzung ausgewechselt wurde. Und sie müssen als Wiederholungstäter nun eine massive Strafe durch den europäischen Verband UEFA fürchten, denn der Ausgleichstreffer durch einen Handelfmeter von Tomas Necid (90.+3) fiel kurz nach einer rund fünfminütigen Spielunterbrechung.

Kroatische Fans hatten zunächst Knallkörper und bengalische Feuer auf das Spielfeld geworfen. Danach lieferten sie sich untereinander wüste Schlägereien. Dass eine Partie unterbrochen werden musste, hatte es vorher selbst bei diesem von Hooligan-Ausschreitungen überschatteten Turnier noch nicht gegeben. Innerhalb weniger Minuten zeigten sich die geballten Selbstzerstörungskräfte des kroatischen Fußballs.

«Meine Spieler sitzen in der Kabine und sind so enttäuscht», sagte Trainer Ante Cacic, der die Fanrandale aufs Schärfste verurteilte. «Ich nennen das eine Art von Terror. Das sind für mich keine Fans, ich nenne sie Hooligans. Diese Leute ruinieren alles, was wir hier aufbauen. Auch 90 Prozent der kroatischen Fans schämen sich dafür.»

Die Frage ist nun, ob sich das kroatische Team bei dieser EM von diesen gebündelten Schreckensnachrichten noch einmal erholen wird. Das Weiterkommen in der starken Gruppe D ist mit vier Punkten aus zwei Spielen nach wie vor mehr als wahrscheinlich. Aber die Langzeitfolgen dieses Abends sind noch die abzusehen.

Noch am Samstag wird die Disziplinarkommission der UEFA ihre Ermittlungen zu den Vorkommnissen im kroatischen Fanblock aufnehmen. Sie braucht dazu den Spielbericht des Schiedsrichters.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN Telegramm

Verzichten Sie nicht auf unseren kostenlosen Newsletter. Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie jeden Morgen die aktuellesten Nachrichten aus Wirtschaft und Politik.
E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
Ich habe die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

Ihre Informationen sind sicher. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten verpflichten sich, Ihre Informationen sorgfältig aufzubewahren und ausschließlich zum Zweck der Übermittlung des Schreibens an den Herausgeber zu verwenden. Eine Weitergabe an Dritte erfolgt nicht. Der Link zum Abbestellen befindet sich am Ende jedes Newsletters.

DWN
Finanzen
Finanzen DAX aktuell: DAX-Kurs fällt nach Trumps Zollankündigung - wie sollten Anleger reagieren?
03.04.2025

Die erneute Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die Aktienmärkte stark unter Druck gesetzt. Der DAX-Kurs...

DWN
Politik
Politik Trump Strafzölle: Warum fehlt Russland auf Trumps Zölle-Liste?
03.04.2025

Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle treffen eine Liste von 185 Handelspartnern – Russland fehlt darauf, im...

DWN
Panorama
Panorama April 2025: Lohn, Pakete, Elterngeld - die wichtigsten Änderungen
03.04.2025

Beschäftigte im Bau erhalten mehr Lohn, Pakete werden teurer und auch im neuen Bundestag steht einiges an. Der neue Monat bringt zudem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DGB-Studie: Chinesische Investoren auf Rückzug in Europa
03.04.2025

Eine Analyse der SPD-nahen Hans-Böckler-Stiftung vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) analysiert, dass die Firmen-Mitbestimmung nach...

DWN
Panorama
Panorama Marode Infrastruktur: Deutschlands bröckelnde Brücken - Geld allein reicht nicht
03.04.2025

500 Milliarden aus dem Schuldenpaket von Union und SPD sollen in die marode Infrastruktur fließen: Brücken, Schienen und Straßen – oft...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trump-Zölle könnten Preiskarussell, Zinserhöhungen und Insolvenzen anheizen - die EU bereitet sich vor
02.04.2025

Die Regierungen weltweit bereiten sich auf die massive Einführung von Zöllen durch US-Präsident Donald Trump vor, die, so sein Plan,...

DWN
Finanzen
Finanzen Tesla-Aktie stürzt ab: Miese Tesla-Auslieferungen belasten - was das für Anleger bedeutet
02.04.2025

Die weltweiten Auslieferungen des US-Autobauers Tesla sind im vergangenen Quartal um 13 Prozent auf 336.681 Fahrzeuge zurückgegangen....

DWN
Panorama
Panorama Polizei: Kriminalstatistik 2024 zeigt Ausländeranteil bei Gewaltdelikten in Deutschland steigt deutlich
02.04.2025

Die Kriminalstatistik der Polizei offenbart ein besorgniserregendes Bild: Die Zahl der erfassten Gewalttaten ist 2024 um 1,5 Prozent...