Politik

Oliver Stone: USA sind auf dem Weg zum Orwell-Staat

Lesezeit: 1 min
30.12.2012 01:00
Filmemacher Oliver Stone kritisiert die Politik der USA scharf, vor allem die Überwachung der Bürger und das Führen von Angriffskriegen. Erst am Freitag hat der US-Senat den amerikanischen Geheimdiensten weitere Befugnisse übertragen.
Oliver Stone: USA sind auf dem Weg zum Orwell-Staat

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Oskar-Gewinner Oliver Stone und der Historiker Peter Kuznick haben in einem Interview bei RT die aktuelle Lage in den USA scharf kritisiert. Sie verglichen das Ausmaß der Überwachung sogar mit den Zuständen in George Orwells Roman „1984“. Zwar seien die USA noch keine offene Diktatur, doch man könne sich heute vor dem System nicht mehr verstecken. Für besonders schlimm hält Oliver Stone, dass die Kinder heute diese Zustände akzeptierten. Sie würden sich dem Orwell-Staat nicht widersetzen.

Obama sei ein „Wolf im Schafspelz“, sagte Oliver Stone. Zwar hätten die Menschen ihm nach dem Albtraum der Bush-Präsidentschaft vieles vergeben, doch die Fakten sprächen gegen ihn. Er habe nämlich im Wesentlichen die Politik seines Vorgängers fortgeführt. Die Regierung beachte einfach die Gesetze nicht. Etwa die Überwachung der Bevölkerung oder die Inhaftierungen ohne Gerichtsverfahren habe Obama fortgesetzt. Die US-Regierung werte täglich mehr als 1,4 Milliarden elektronische Nachrichten amerikanischer Bürger aus, ergänzt Kuznick.

Auch der aktuelle Präsident führe Kriege überall in der Welt. Und Obama setze Drohnen viel häufiger ein, als Bush dies getan habe. Bei Bush habe man noch die Überwachung ohne Gerichtsbeschluss kritisiert, bei Obama hingegen habe man es nun mit „Tötungen ohne Gerichtsbeschluss“ zu tun, sagte Kuznick. In den USA gebe es heute eine „blinde Verehrung des Militärs“, man habe den Unterschied zwischen Selbstverteidigung und Angriffskriegen vergessen, kritisiert Oliver Stone.

Am Freitag verlängerte der US-Senat ein Gesetz, das den US-Geheimdiensten weit reichende Befugnisse erteilt. Gespräche mit Beteiligung ausländischer Bürger dürfen nun auch weiterhin ohne Gerichtsbeschluss abgehört werden, berichtet RT. Senator Rand Paul, der Sohn des Präsidentschaftskandidaten Ron Paul, kritisierte die weitere Aufgabe der US-Verfassung. Nach geltendem Recht ist heute in den USA „kein Gerichtsbeschluss notwendig, um deine E-Mails anzuschauen“, erklärte Rand Paul. Harry Reid, der Führer der Demokraten im Senat, kritisierte Paul für dessen Ablehnung des Gesetzes: Paul wolle „Terroristen die Gelegenheit geben, Pläne gegen unser Land zu schmieden“, so Reid.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland 179 Tote, Elend und Tränen nach Jahrhundertflut, doch Hauptsache der CSD findet statt

Während im Westen Deutschlands die Menschen wegen der Jahrhundertflut 179 Tote beklagen, feierten am 24. Juli 2021 65.000 Menschen auf dem...

DWN
Politik
Politik Die Balkanisierung der USA hat längst begonnen

Die Washington Post hat einen Cartoon veröffentlicht, der zeigen soll, wie gespalten die US-Gesellschaft ist. Offenbar ist die...

DWN
Politik
Politik Neuer Plagiatsvorwurf: Baerbock soll auch bei Habeck abgeschrieben haben

Die Webseite Plagiatsgutachten.com hat Stellen in Baerbocks Buch gefunden, die Übereinstimmungen mit Textstellen aus dem Buch ihres...

DWN
Finanzen
Finanzen Family Offices der Superreichen setzen auf Bitcoin

Nach Angaben von Goldman Sachs, haben zahlreiche Family Offices, mit denen die Investmentbank zusammenarbeitet, bereits in Bitcoin...

DWN
Politik
Politik Die EU im Klima-Wahn: Unsinnige Verordnungen, der kommende Blackout und der Mensch als Sünder

DWN-Kolumnist Ronald Barazon nimmt die "Klima-Agenda" der EU Stück für Stück auseinander und zeigt ihre massiven Ungereimtheiten auf. Am...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Chef Weidmann erwartet Inflationsrate von 5 Prozent

Die Kritik von Jens Weidmann im EZB-Rat an der inflationären Geldpolitik der Notenbank ist verhallt. Daher erwartet der...

DWN
Politik
Politik Erneut Proteste gegen strengere Corona-Regeln in Frankreich

Die landesweiten Proteste in Frankreich richten sich gegen die Ausweitung der Nachweispflicht mithilfe des "Gesundheitspasses".

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Fiat-Geldsystem der Zentralbanken baut auf einer großen Lüge auf

Die massive Ausgabe von Fiat-Geld durch die Zentralbanken schafft die Illusion von Wohlstand. Das Geld, das aus dem Nichts geschaffen wird,...