Politik

Krisen-Treffen der Sozialisten: Gabriel sagt Russland-Reise ab

Lesezeit: 1 min
24.06.2016 11:55
Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat seine Russland-Reise kurzfristig abgesagt, weil die europäischen Sozialisten wegen des EU-Austritts von Großbritannien über ihr künftiges Verhältnis zur EU beraten müssen. Die klare Mehrheit der Labour-Anhänger hatte gegen die EU gestimmt.
Krisen-Treffen der Sozialisten: Gabriel sagt Russland-Reise ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat seinen geplanten Besuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Brexits abgesagt. Die für Anfang der Woche vorgesehene Reise nach Moskau werde zunächst nicht stattfinden, sagte Gabriel auf Nachfrage von Journalisten am Freitag in Berlin. Darüber sei Moskau bereits informiert worden.

Gabriel nimmt nach eigenen Angaben stattdessen an einem Treffen der europäischen Sozialisten teil, um über die Folgen des Votums der Briten für einen Austritt aus der EU zu beraten.

Die Reisepläne Gabriels hatten in Berlin teilweise für Stirnrunzeln gesorgt. Gabriel hatte sich Anfang der Woche dafür ausgesprochen, trotz aller Differenzen mit Moskau im Gespräch zu bleiben und vor der Rückkehr in den Kalten Krieg gewarnt. Er stellte sich damit hinter Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der ebenfalls zum Dialog mit Russland aufgerufen und vor „Säbelrasseln“ der Nato gewarnt hatte (Video am Anfang des Artikels). Dafür war der Außenminister von der Union kritisiert worden.

Allerdings müssen diese Pläne hinter die unmittelbaren Bedrohungen zurücktreten, denen sich die Sozialisten ausgesetzt sehen. Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte einen sympathischen Kurs des „skeptischen Verbleibs“ propagiert, damit allerdings die Briten nicht einmal ansatzweise erreicht. Die Mehrheit der Labour-Klientel war für den Austritt, weil vor allem die Arbeiter von der schlechten Wirtschaftslage betroffen sind. Sie stehen auch im Wettbewerb mit ausländischen Arbeitskräften, die im Unterschied zu den Briten nicht am Referendum teilnehmen konnten.

Das Hauptproblem der Sozialisten: Sie müssen sich entscheiden, ob sie Politik für die linksliberalen Eliten in London oder für die Arbeiter im ganzen Land machen wollen. Der Brexit hat den Sozialdemokraten gezeigt, dass es unmöglich ist, es beiden recht zu machen.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Mit digitalem Gold auf Erfolgskurs

Die Vervielfachung der Geldmenge hat enorme Auswirkungen. Die Inflation ist nicht mehr aufzuhalten. Auf der anderen Seite zeichnet sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenverband-Studie: Kreditnachfrage der Unternehmen rückläufig

Die Banken in Deutschland rechnen mit einer weiterhin schwachen Kreditnachfrage.

DWN
Politik
Politik Ostdeutsche Ministerpräsidenten für Ende der Russland-Sanktionen

Nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer haben Sanktionen als Instrument der Politik keine Zukunft.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chemnitzer Tec-Schmiede bekämpft mit Anti-Fälschungs-Code afrikanische Malaria-Mafia

In Afrika hat sich eine Mafia herausgebildet, die Milliarden an gefälschten Medikamenten verdient. Jetzt hat ein deutscher Mittelständler...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Börse wurde in einen Zirkus verwandelt

Die Finanzwelt hat sich meilenweit von der Realwirtschaft entfernt. Die Gründe für diese Entwicklung sind einfach – und erschreckend...

DWN
Politik
Politik China behauptet: Menschenrechte werden vom Westen als Instrument politischer Manipulation eingesetzt

Chinesische Staatsvertreter sind empört über westliche Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen. Diese Länder sollten sich angesichts...

DWN
Politik
Politik Corona-Masken-Affäre: Razzia bei Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein, steht nach Angaben der „Bild-Zeitung“ im Verdacht, einem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Ausverkauf geht weiter: Nächster deutscher Hightech-Konzern wird vom Ausland übernommen

Trotz ständigen Bekundungen der Bundesregierung, strategisch wichtige Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland zu schützen, geht der...

DWN
Politik
Politik Lassen Mitglieder der Bundesregierung kritische Journalisten ausspähen?

Einem Bericht zufolge ließ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Journalisten „ausforschen“. Der Deutsche Journalisten-Verband ist...

DWN
Deutschland
Deutschland Groß-Razzia gegen Salafisten in deutscher Hauptstadt – Hunderte Polizisten im Einsatz

Die Polizei in Berlin und Brandenburg durchsucht am frühen Morgen zahlreiche Wohnungen. Dabei geht es um eine radikal-islamistische...

DWN
Deutschland
Deutschland Hamburger Hafen lässt die Krise hinter sich

Im Hamburger Hafen kommt der Seegüterumschlag nach dem Corona-bedingen Einbruch wieder in Fahrt. Denn sein größter Handelspartner China...

DWN
Politik
Politik EU-Gipfel berät über Impfstoffproduktion und digitalen Impfpass

Die 27 Staaten der Europäischen Union wollen auf ihrem Gipfeltreffen das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie absprechen. Unter anderem...

DWN
Politik
Politik Armenien: Premier wirft Militär Putschversuch vor

Das armenische Militär forderte am Donnerstag laut lokalen Medien den Rücktritt von Premierminister Nikol Pashinyan.

DWN
Finanzen
Finanzen Dax: Das lange Warten auf die US-Konjunkturdaten am Nachmittag

Die deutschen Börsen haben sich heute Morgen kaum bewegt. Später werden wichtige Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zwischen Russland und Saudi-Arabien bahnt sich ein neuer Ölpreis-Krieg an

Im März findet das nächste Treffen der OPEC + statt. Während Saudi-Arabien die Öl-Produktion weiter drosseln will, plädiert Russland...