Rohstoff-Schock: Reederei Maersk stößt Erdöl-Geschäft ab

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
Erdöl  
 
Lesezeit: 2 min
22.09.2016 18:00
Die weltgrößte Reederei Maersk stößt das unter dem Preisverfall leidende Geschäft mit Erdöl ab. Der Fokus soll künftig auf dem Transportgeschäft liegen, welches derzeit jedoch ebenfalls in der Krise steckt. Was aus dem Ölgeschäft wird ist unklar.
Rohstoff-Schock: Reederei Maersk stößt Erdöl-Geschäft ab

Mehr zum Thema:  
Erdöl >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Erdöl  

Der dänische Reederei- und Energiekonzern A.P.Moeller-Maersk trennt die Ölsparte ab. Ziel sei es innerhalb von 24 Monaten eine Lösung für den Bereich zu finden, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Fokus solle künftig auf dem Transport- und Logistikgeschäft liegen. Für die Zukunft des Ölgeschäfts denkbar seien Fusionen, Gemeinschaftsunternehmen oder ein Börsengang. Maersk Oil sei ein kleiner Wettbewerber, es gebe daher viele Konkurrenten, die groß genug seien, um das Geschäft zu übernehmen. Allerdings seien dort die Mittel ebenfalls knapp, sagten von Reuters zitierte Beobachter.

Beide Bereiche hätten mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen, sagte Aufsichtsratschef Michael Pram Rasmussen. Nach der Aufteilung könnten sie sich besser auf ihre Märkte konzentrieren.

Die Ölsparte leidet unter niedrigen Preisen. Der Container-Bereich wiederum steht unter Druck, weil sich vor allem in Asien durch Fusionen und Übernahmen neue Konkurrenz formiert und der Welthandel derzeit lahmt. Über einen Umbau des Unternehmens war bereits spekuliert worden, nachdem der Konzern im Juli mit Sören Skou einen neuen Chef bekam. Der Markt reagierte positiv auf die Pläne: Die Aktie kletterte zu Handelsbeginn um vier Prozent, lag am Mittag etwa ein Prozent im Plus.

Der Container-Bereich wiederum steht seit längerem unter Druck, weil sich vor allem in Asien durch Fusionen und Übernahmen neue Konkurrenz formiert und der Welthandel derzeit lahmt. Viele Reedereien haben in große Schiffe investiert, für die nun nicht genügend Fracht vorhanden ist. Maersk kämpft um seinen Spitzenplatz in der Branche. So schloss sich Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd mit dem arabischen Rivalen UASC zusammen und rückte damit zur Nummer fünf der Branche auf. Im Zuge der jüngsten Großpleite der südkoreanischen Reederei Hanjin legten zwar zuletzt die Preise für Schiffsfracht wieder zu. Doch Experten rechnen nicht mit einer dauerhaften Trendwende, weil die Überkapazitäten weiterhin bestehen blieben.

Fallende Frachtraten und niedrige Preise hatten den Gewinn von A.P. Møller-Maersk im zweiten Quartal massiv einbrechen lassen. Das dänische Unternehmen verdiente unter dem Strich rund 120 Millionen Euro im Vergleich zu knapp 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. „Das Ergebnis ist unbefriedigend“, sagte der neue Chef der Maersk-Gruppe, Søren Skou.

Der Umsatz sank von rund 10,5 auf knapp 8 Milliarden Euro. Um die Entwicklung abzufedern, hat das Unternehmen vor allem in den Geschäftsbereichen Schifffahrt und Öl stark gespart.

In der Containerschifffahrt machen der Reederei nicht nur die geringen Frachtraten und niedrigen Preise, sondern auch die große Zahl der Mitbewerber zu schaffen. Im zweiten Quartal schrieb der Unternehmensbereich Maersk Line, das größte Standbein des Unternehmens, Verluste von rund 135 Millionen Euro. Bis Ende 2017 wollen die Dänen hier 4000 der etwa 23 000 Stellen streichen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 88 300 Mitarbeiter.

Für das dritte Quartal kündigte Skou, der den bisherigen Maersk-Chef Nils Smedegaard Andersen im Juli ersetzt hatte, außerdem eine „strategische Überprüfung des Unternehmens“ an, um die Gruppe wieder auf Kurs zu bringen. Für das gesamte Jahr 2016 erwarten die Dänen ein Ergebnis deutlich unter dem von 2015. Zu dem Konzern gehören neben der Containerschifffahrt, die Öl- und Gasförderung und Logistik.


Mehr zum Thema:  
Erdöl >

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Deutschland
Deutschland Datenschutz: Bundesregierung will Steuer-ID auch für Rentenübersicht nutzen

Einem Gesetzesentwurf zufolge soll ein Bürger, wenn er über das Internet seine Rentenansprüche abfragen will, seine...

DWN
Deutschland
Deutschland Die dunkle Seite des Kurzarbeitergelds: Die Autobauer nutzen es, um die Produktion zu verschlanken - und Massen-Entlassungen vorzunehmen

Das Kurzarbeiter-Geld sollte Entlassungen verhindern - doch im Endeffekt hat es den gegenteiligen Effekt.

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Panikmache: Es gab keine Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen

In Garmisch-Partenkirchen gab es keine Corona-Superspreaderin, die nachts von Kneipe zu Kneipe gezogen ist, um die Menschen zu infizieren....

DWN
Finanzen
Finanzen Private-Equity-Firmen nutzen Schulden-Boom, um sich selbst hohe Dividenden zu zahlen

Private-Equity-Firmen gehören zu den Profiteuren der aktuell starken Nachfrage nach Unternehmensschulden. Sie decken ihre Unternehmen im...

DWN
Politik
Politik Wegen Nawalny: EU-Parlament beschließt Resolution für härtere Sanktionen gegen Russland

Das EU-Parlament hat eine Resolution verabschiedet, die die Einführung von noch härteren Sanktionen gegen Russland vorsieht. Russland...

DWN
Politik
Politik US-Geopolitiker Friedman: Eine russisch-deutsche Entente würde Europa dominieren

Im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten sagt der umstrittene US-Geopolitiker George Friedman, dass eine deutsch-russische...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax am Freitag im Plus: Anleger überstehen «Hexensabbat» bislang gut

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben den «Hexensabbat» am Freitag bislang ohne größere Blessuren überstanden. Zuvor waren auch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aller politischen Querelen zum Trotz: Wie die Wirtschaft Deutschland und Polen zusammenhält

Polen hat nach der politischen Wende eine erstaunliche Entwicklung genommen. Das Land ist mittlerweile nicht mehr aus der Wirtschaft...

DWN
Politik
Politik Reine Planwirtschaft: EU-Bürokraten zwingen Autobauer zur Produktion von mehr E-Autos

Die europäischen Autobauer müssen in den nächsten zehn Jahren strengere Kohlendioxid-Emissionsvorschriften erfüllen. Für die Branche...

DWN
Deutschland
Deutschland Virologe Drosten: Corona-Lage könnte sich auch hierzulande zuspitzen

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Star-Virologe Christian Drosten vor einer...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Gesetze: Bundesregierung investiert in die Digitalisierung, nicht in mehr Ärzte

Die Bundesregierung wird angesichts der Corona-Krise Milliarden in Krankenhäuser und Gesundheitsämter investieren. Doch das Geld fließt...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundestag beschließt Erhöhung der Kfz-Steuer bei Autos mit hohem Spritverbrauch

Ab 2021 steigt für neue Autos mit hohem Spritverbrauch die Kfz-Steuer.

DWN
Politik
Politik Die Mär vom „Sturm auf den Reichstag“ stinkt zum Himmel

Am 29. August fand kein „Sturm auf den Reichstag“, sondern eher eine groteske Inszenierung statt. Das Spektakel löste einen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Massenentlassungen und Werksaufgaben: In Deutschlands Zuliefer-Industrie herrscht der Ausnahmezustand

Die Serie an Massenentlassungen und Werksschließungen in Deutschlands Zulieferindustrie setzt sich ungebremst fort. Die Lage ist...

celtra_fin_Interscroller