Politik

Portugal: Tausende Immobilien gehen wegen Kreditausfall an die Banken

Lesezeit: 1 min
28.04.2012 00:28
In den ersten drei Monaten des Jahres stieg die Zahl der Insolvenzen in Portugal um mehr als 50 Prozent. Aber Schätzungen zufolge stellen Insolvenzen nur rund zehn Prozent der Schließungen dar. Zudem müssen viele Familien ihr Eigenheim an die Banken zurückgeben, weil die die Hypotheken nicht mehr bedienen können.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Seit Beginn des Jahres 2012 melden täglich 26 Unternehmen pro Tag Insolvenz an. Das ist im Vergleich zum Vorjahresquartal eine Steigerung von 50,5 Prozent. Der Restaurant-Sektor ist besonders stark getroffen. Dem Inkassounternehmen Coface zufolge stieg hier die Zahl der Restaurants, die in Portugal in den ersten drei Monaten Konkurs gingen, um 143 Prozent. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Kunden sind hier ausschlaggebend. Aber die Gastronomie ist nicht der einzige Bereich, in dem Unternehmen ums Überleben kämpfen.

„Insolvenzen sind nur ein kleiner Teil der Schließungen“, erklärt Diário Económico, der Präsident der Bundesvereinigung für Handel und Dienstleistung (CCP). „Das sind die Betriebe, die ein Insolvenzverfahren eröffnen“, doch „unseren Schätzungen zufolge stellen die Insolvenzen nur 10 Prozent der gesamten Schließungen im Handel und in der Gastronomie dar“. Vor allem bei den Kleinst- und Kleinunternehmen sowie den Familienunternehmen läge die Rate bei Hunderten. Die Zahl werde sich für Mai noch erhöhen, wenn die Unternehmen die Umsatzsteuer für die ersten drei Monate zahlen müssen.

Inzwischen nimmt in Portugal darüber hinaus die Zahl der Familien zu, die gezwungen sind, ihr Eigentum den Banken zu geben, da sie sich die Hypotheken nicht mehr leisten können. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 2.300 Immobilien an Banken zurückgegeben, so der Verband der Immobilien Sachverständigen und Mediatoren (APEMIP). Das ist eine Steigerung von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Wenn Familien aufhören zu bezahlen, ist es wirklich, weil sie keine Alternative haben“, sagt APEMIP-Präsident Luis Lima. Hypotheken seien in der Regel die letzten Ausgaben, die Familien in Portugal noch zahlen.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Niederländischer Energiekonzern darf Gasförderprojekt im Wattenmeer fortsetzen
29.05.2024

Ein gerichtlich verhängter Baustopp hatte die geplante Erdgasförderung vor den Nordseeinseln Borkum und Schiermonnikoog ausgebremst - bis...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsministerium: Keine Corona-Impfpflicht mehr bei der Bundeswehr
29.05.2024

Bei der Bundeswehr bestand seit zweieinhalb Jahren für alle Soldaten die Pflicht zur Corona-Impfung. Nun ist es nur noch eine Empfehlung....

DWN
Finanzen
Finanzen Abkehr vom westlichen Finanzsystem: Russische Goldreserven erreichen Rekordwert
29.05.2024

Auch im April hat die russische Zentralbank ihre Goldreserven weiter ausgeweitet, was die Bestände auf einen neuen Rekordwert ansteigen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Stellenabbau bei Meyer Werft: 440 Arbeitsplätze in Gefahr
29.05.2024

Die Mayer Werft plant den Abbau von 440 Stellen. Es gehe um die Zukunft des Unternehmens, das im internationalen Wettbewerb bestehen...

DWN
Politik
Politik Regierung beschließt Rentenpaket - doch aus der Wirtschaft hagelt es Kritik
29.05.2024

Beschluss nach langem Streit: Olaf Scholz und die Ministerrunde ebnen den Weg für die Rentenreform. Nun ist der Bundestag am Zug. In...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft VW baut neues 20.000-Euro-Elektroauto in eigenem Werk – ohne Partner
29.05.2024

VW will ab 2027 im Alleingang ein Elektroauto für 20 000 Euro entwickeln. Auf eine Partnerschaft mit Renault wird verzichtet. Wo der...

DWN
Technologie
Technologie Wasserstoff: Verband fordert schnelleren Bau von Pipelines und Terminals
29.05.2024

Ein Großteil des künftigen Wasserstoffbedarfs soll aus dem Ausland kommen. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einer Importstrategie....

DWN
Politik
Politik Ukraine-Krieg: Macron will Einsatz westlicher Waffen in Russland erlauben - Putin droht mit ernsten Konsequenzen
29.05.2024

Die Ukraine fordert seit längerem, mit westlichen Waffen auch Ziele in Russland angreifen zu dürfen. Trotz schärfster Warnungen aus...