Finanzen

Zustand von Banken in Südeuropa viel schlechter als bekannt

Lesezeit: 1 min
10.10.2012 13:57
Die Lage bei den südeuropäischen Banken ist offenbar viel schlechter als offiziell zugegeben. Trotz eines wohlwollenden „Stress Tests“ warnt der IWF vor einer massiven Kapitalflucht und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Zustand von Banken in Südeuropa viel schlechter als bekannt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Vor Italien-Wahl: Monti senkt Steuern

In seinem aktuellen Bericht warnt der IWF vor zu langem Zögern der Regierungschefs angesichts der europäischen Schuldenkrise. Würden die Probleme nicht schnell genug gelöst, werden die Bankbilanzen schrumpfen. Dies hätte einen Rückgang des Wachstums und eine weitere Erhöhung der Arbeitslosigkeit zur Folge (ESM-Chef Regling sieht indes erste Fortschritte - hier).

So habe etwa die bisherige Kapitalflucht aus der Peripherie der Eurozone, die auf die Angst vor einem Zusammenbrechen des Währungsraumes zurückzuführen ist, eine „extreme Fragmentierung“ der europäischen Refinanzierungsmärkte ausgelöst. Dies erhöhe besonders den Druck auf die südeuropäischen Banken (Italiens Banken wollen bereits die Rückzahlung der EZB-Tender verhindern - hier).

Weitere Verzögerungen bei der Lösung der Krise könnte zur Folge haben, dass die europäischen Banken bis Ende nächsten Jahres Vermögen im Wert von 2,8 Billionen Dollar abstoßen würden – was in etwa 7 Prozent ihrer Bilanzen entspricht. Die südeuropäischen Banken würden sich

sogar 10 Prozent ihres Vermögens entledigen, so der IWF. Dies würde das Wachstum weiter belasten und die Arbeitslosigkeit in dieser Region weiter erhöhen – die Anleihenmärkte wären nicht mehr in der Lage diese große Lücke zu stopfen. Die Entscheidung der EZB, Anleihen zu kaufen, hätte derzeit zwar die Renditen gesenkt, aber es sei noch zu früh, wirkliche positive Entwicklungen zu sehen. Insofern rät der IWF zu einer direkten Rekapitalisierung der Banken durch den ESM.

So nutzt der IWF wieder einmal die aktuelle Schuldenkrise – die in großen Teilen tatsächlich auf die Geschäfte der Banken selbst zurückzuführen ist - um sich selbst aus der Schuss- und Geldgeber-Linie zu bringen. Eine direkte Kapitalisierung der peripheren Banken über den ESM wird letztlich auf dem Rücken der deutschen Steuerzahler ausgetragen – stellt doch Deutschland den größten Anteil an den Geldern für den ESM (hier). Ähnliches hat auch die EU vor, die eine gemeinsame Einlagensicherung plant und sich somit letztlich Zugriff auf die Sparbücher der Deutschen verschaffen will (mehr hier).

Weitere Themen

Schwerer Vorwurf: Griechische Polizei soll Demonstranten gefoltert haben

ESM-Chef: „Es ist schlicht falsch, dass es keine Fortschritte gibt“

Sorge um Vormacht-Stellung: IWF umwirbt Europa mit Kredit-Angeboten

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die derzeitigen Währungen sind weich wie Schnee - Gold bleibt bestehen!

Passend zur Jahreszeit schmelzen die bestehenden Währungen durch die Inflation wie Schnee. Setzen auch Sie auf nachhaltigen Werterhalt...

DWN
Deutschland
Deutschland DIW: Hohe Rohstoffpreise können Energiewende ausbremsen

Steigende Preise für die in Windrädern, Solaranlagen und E-Auto-Batterien benötigten Rohstoffe können einer Studie zufolge die...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Umbrüche mehren sich in Westafrika

In Westafrika finden derzeit in drei Staaten geopolitische Verschiebungen statt. Die EU wird in allen drei Fällen von den Vorgängen...

DWN
Finanzen
Finanzen Hedgefonds kämpfen um Aareal Bank

Um die Wiesbadener Aareal Bank ist ein Wettkampf mehrerer Hedgefonds entbrannt.

DWN
Finanzen
Finanzen Das Ende der lockeren Geldpolitik: Kommt 2022 der Börsencrash?

Die US-Notenbank plant den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Die Finanzmärkte blicken mit Sorge auf die drohende Zinserhöhung. Kommt...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Anleger warten gespannt auf neue Entscheidung der US-Notenbank

Die Börse hat sich nach dem Einbruch vom Montag wieder etwas erholt. Bevor die Fed heute Abend eine neue Entscheidung zu den Zinsen...

DWN
Politik
Politik Paukenschlag: Kroatiens Präsident will bei Ukraine-Krieg Truppen aus Nato zurückziehen

Der kroatische Präsident Zoran Milanović hat unmissverständlich klar gemacht, dass sein Land kroatische Truppen aus den Nato-Missionen...

DWN
Deutschland
Deutschland Erster Landkreis widersetzt sich Impfzwang und Berufsverbot für ungeimpfte Pfleger

Der Landkreis Bautzen wird sich der von der Bundesregierung verordneten Impfpflicht für Pflegekräfte widersetzen.

DWN
Deutschland
Deutschland Alter, Dauer, Beginn: Das sind die wichtigsten Infos zur kommenden Impfpflicht

Im Bundestag soll am Mittwoch eine Orientierungsdebatte über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in der Corona-Pandemie geführt...