Politik

EU will nicht zahlen: Griechenland ist kommende Woche pleite

Lesezeit: 1 min
09.11.2012 00:15
Trotz beschlossenem neuen Sparpaket gibt es vor Ende November kein Geld für Griechenland. Hinter den Kulissen streiten die EU und der IWF über einen Schuldenschnitt: Vermutlich wird die EU nachgeben - und die europäischen Steuerzahler werden einige Milliarden verlieren. Die EZB bangt schon mal um 5 Milliarden Euro.
EU will nicht zahlen: Griechenland ist kommende Woche pleite

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Portugal: Intellektuelle erklären Merkel zur „unerwünschten Person“

Griechenland könnte kommende Woche in ernste Schwierigkeiten geraten. Obwohl das Land eigentlich seit zwei Jahren zahlungsunfähig ist, könnte nun auch das offizielle Ende kommen: Zumindest sagen griechische Offizielle, dass ihre Mittel in der kommenden Woche zur Neige gehen werden. Vor allem Mario Draghi und die EZB werden besorgt nach Athen blicken: Am kommenden Freitag sind 5 Milliarden Euro einer Anleihe fällig, die, nachdem sich die Banken dezent verabschiedet haben, nun komplett bei der EZB liegt. Die EZB hat erklärt, dass sie auf die Zahlung nicht verzichten wolle und eine unbesicherte Umschuldung ablehnt.

Aber die EU kann - noch - nicht helfen: Zwischen der EU und dem IWF tobt nämlich ein heftiger Kampf um die Zeit nach der nächsten Tranche. Der IWF glaubt nicht mehr an die positiven Prognosen der EU und fordert, dass die Europäer Verluste realiseren. Die EU weigert sich noch: Nach Informationen der FT gibt es Anzeichen, dass die Europäer am Ende doch einknicken werden, weil sie Angst vor Weiterungen in Europa haben.

Daher nützt es Griechenland auch nicht, dass am Mittwoch ein weiteres Sparpaket beschlossen wurde. Seit Juni ist die nächste Zahlung der Finanzhilfe an Griechenland in Höhe von 31,5 Milliarden Euro eingefroren. Und bis Ende November ist auf EU-Ebene auch nicht mit einer Zahlung der nächsten Tranche zu rechnen. Zwar hat das griechische Parlament unter starken Protesten der Bevölkerung und der Opposition das neue Sparpaket gebilligt (hier), aber das reicht den Finanzministern der Eurozone nicht. Ursprünglich ging die griechische Regierung davon aus, dass die Finanzminister am 12. November die Auszahlung billigen werden, aber dazu wird es nicht kommen, sagte ein EU-Beamter dem Nachrichtendienst Bloomberg.

Offiziell wollen die Minister den endgültigen Bericht der Troika abwarten, bevor sie eine Entscheidung fällen, so der Beamte. Beim Treffen am 12.November werde eine vorläufige Version des Berichts vorliegen, aber das werde nicht ausreichen. „Nächste Woche wird vielleicht noch zu früh sein, um eine Entscheidung für weitere Hilfen an Griechenland zu fällen“, sagte auch Finanzminister Wolfgang Schäuble am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Hamburg. Kurz nach der Abstimmung im griechischen Parlament kündigte EU-Währungskommissar Olli Rehn zudem an, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten (mehr hier). Er schloß einen Schuldenschnitt der Europäer aus.

Weitere Themen

NASA will Astronauten zu Mond und Mars schicken

Spanien will staatliche Luxusimmobilien verkaufen

Zu viel Defizit: Banken wollen Kommunen kein Geld mehr leihen

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflations-Angst: Bitcoin und Gold existieren außerhalb des Fiat-Geldsystems

Bitcoin und Gold werden von Investoren geschätzt, weil sie neben dem Fiat-Geldsystem als dezentrale Eigentumsformen bestehen können. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche zahlen weltweit höchste Steuern und Abgaben: Nun wollen Baerbock und Scholz eine Vermögenssteuer einführen

Nirgendwo auf der Welt ist die Steuer- und Abgabenlast so hoch wie in Deutschland. Grüne, SPD und Linke wollen jetzt noch eine...

DWN
Deutschland
Deutschland In diesen Städten gibt es das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen

Dortmund bietet einer Studie zufolge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Politik
Politik Laschet gegen Judenhass: Alle deutschen Staatsbürger müssen Staatsräson zum Schutz Israels teilen

Deutliche Worte des CDU-Chefs Armin Laschet gegen Judenhass. Die deutsche Staatsräson zum Schutz Israels erstreckt sich nach seinen Worten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Baubranche leidet unter erheblichem Materialmangel

Die deutsche Baubranche leidet derzeit unter einem erheblichen Mangel an Grundstoffen und Vorprodukten.

DWN
Deutschland
Deutschland Auf die Bundesregierung rollt eine Corona-Klagewelle unbekannten Ausmaßes zu

Der Einzelhandelsverband HDE rechnet mit einer Klagewelle wegen der November- und Dezember-Hilfen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflationswarnung: Getreidehändler melden historische Preisanstiege

Getreidehändler verzeichnen historische Preisausschläge, die sich bald auch in den Supermärkten zeigen werden - etwa bei Mehl, Fleisch...