Politik

Slowenien: Regierung stürzt über Sparkurs und Korruption

Lesezeit: 1 min
28.02.2013 14:21
Der slowenische Regierungschef Jansa verlor aufgrund von Korruptionsvorwürfen und unbeliebten Sparmaßnahmen das Misstrauensvotum. Die designierte Regierungschefin indes muss schnellstmöglich eine Koalition bilden. Die Wirtschaft des Landes schrumpfte im vergangenen Jahr um mehr als zwei Prozent. Ein Bailout soll verhindert werden.
Slowenien: Regierung stürzt über Sparkurs und Korruption

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Schuldenkrise hat nach den jüngsten Vorgängen in Bulgarien erneut das Ende einer europäischen Regierung herbeigeführt. Am Mittwoch verlor der bisherige slowenische Premier Janez Jansa die Vertrauensfrage. Während die Bevölkerung harte Sparmaßnahmen über sich ergehen lassen musste, wurden die Korruptionsvorwürfe gegen Jansa zuletzt immer erdrückender. Zuletzt hatten bereits nahezu alle Koalitionspartner Jansas die Regierung verlassen. Nur ein Jahr war Jansa als Premier im Amt.

2014 sollen Neuwahlen stattfinden. Bis dahin wurde die Oppositionsführerin Alenka Bratusek als Interims-Regierungschefin bestimmt, die laut Verfassung nun innerhalb von zwei Wochen eine Koalition bilden muss. Slowenien braucht dringend eine handlungsfähige Regierung. Wie die neuesten Daten des staatlichen Statistikamtes am Donnerstag zeigten, schrumpfte die Wirtschaft des Landes im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent.

Das Land gilt seit mehreren Monaten als möglicher, weiterer Kandidat für einen Bailout. Der Bankensektor ist stark angeschlagen, das Defizit muss reduziert werden. Das slowenische Defizit erreichte im vergangenen Jahr 48 Prozent des BIP – 2008 lag diese noch bei 16 Prozent, so die FT. Der Ratingagentur Standard & Poor’s zufolge drohen die staatlichen Hilfsgelder für die angeschlagenen Banken die Schuldenquote Sloweniens bis Ende 2013 sogar noch auf 59 Prozent des BIP anschwellen lassen. Die Bankindustrie des Landes leidet unter stetig steigenden faulen Krediten. Für 2012 lag der Verlust der Geldhäuser vor Steuern bei etwa 664 Millionen Euro.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Russland drosselt Lieferungen um 50 Prozent: EU-Erdgaspreise explodieren, Kohlekraft wird benötigt

Russland hat die Gaslieferungen nach Europa über die Jamal-Europa-Pipeline, die durch Weißrussland verläuft, um etwa 50 Prozent...

DWN
Deutschland
Deutschland Spahn will Maskenpflicht und Einschränkungen zunächst bis Frühjahr 2022 verlängern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant, die Maskenpflicht zunächst bis zum Frühjahr 2022 beizubehalten. Doch auch alle anderen...

DWN
Politik
Politik Bill Clinton flog 26 Mal mit dem „Lolita Express“ des Pädophilen Epstein

Bill Clinton ist insgesamt 26 Mal mit Jeffrey Epsteins „Lolita Express“ geflogen. Der „Lolita Express“ umfasst unter anderem ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold als Inflationsschutz? Dieses Jahr ist alles anders

Deutlich besser als Gold haben sich 2021 Industriemetalle wie Kupfer und Nickel entwickelt. Ist das der Beginn des nächsten Superzyklus...

DWN
Politik
Politik Baerbock und Habeck wollen „Klima-Ministerium“ gründen, welches alle anderen Ministerien beherrscht

Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen ein „Klimaschutz-Ministerium“ aufbauen, welches künftig faktisch alle Politikbereiche...

DWN
Politik
Politik Bulgarische Zeitung zur Brüsseler Klima-Politik: „Die Zeiten, in denen wir hinfahren können, wo wir möchten, enden“

Die bulgarische Zeitung Trud kommentiert die von der EU-Kommission angeordnete Abschaffung des Verbrennungsmotors mit spitzer Feder.

DWN
Technologie
Technologie Stromerzeugung aus Windkraft bricht im ersten Halbjahr ein

Die von deutschen Windkraftanlagen erzeugte Stromleistung brach im ersten Halbjahr deutlich ein.

DWN
Finanzen
Finanzen Eurozone: Erzeugerpreise verzeichnen stärksten Anstieg in diesem Jahrhundert

Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Juni sehr stark angestiegen.