Ungarn auf Konfrontations-Kurs: Zentralbank will IWF rauswerfen

Lesezeit: 1 min
15.07.2013 15:20
Wenn sich Ungarn mal nicht durch die EU-Kommission in seiner Souveränität beschränkt sieht, dann muss eben der IWF herhalten. Der Präsident der ungarischen Zentralbank hat den IWF nun aufgefordert, seine Präsenz in Ungarn zu schließen. Es gebe keinen Grund mehr, dass der Währungsfonds im Land bleibe.

Genauso unbeliebt wie die Troika an sich unter den EU-Ländern ist, so unbeliebt ist vor allem der IWF. Zunehmend gerät er unter Beschuss. Selbst die EU will sich von Lagardes Fonds bald trennen. Mit gutem Beispiel will nun Ungarn vorangehen. In einem Brief an IWF-Chefin Lagarde fordert der Präsident der Ungarischen Zentralbank (UNB), dass der IWF das Land verlassen solle.

In seinem Brief schreibt der Präsident, György Matolcsy, dass es „keine Rechtfertigung für das Fortbestehen einer dauerhaften Mission des IWF in Ungarns gibt“. Die Präsenz des Internationalen Währungsfonds in Budapest solle geschlossen werden. Denn Ungarn werde noch in diesem Jahr die 2008 vom IWF erhaltenen Kredite zurückzahlen, so der Präsident. Zudem sei es Regierungschef Orban gelungen, das ungarische Defizit auf „unter drei Prozent zu drücken und die Staatsverschuldung zu reduzieren“, heißt es in der Mitteilung der Bank.

Insgesamt 20 Milliarden Euro Notkredite erhielt Ungarn vom IWF und der EU. Doch sowohl mit dem IWF als auch mit der EU-Kommission kam es immer wieder zu Streitigkeiten. Einerseits, weil sich das Land dem IWF zufolge nicht die Sparauflagen erfüllte. Andererseits jedoch auch, weil sich die EU Orban zufolge zu stark in die Souveränität Ungarn einmischt (hier). Die EU will im Gegenzug aber nun eine Sonderkommission nach Ungarn schicken (mehr hier).


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