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Italiens Banken haben hoch gepokert: Die Luft wird dünner

Lesezeit: 2 min
27.08.2013 03:46
Italiens Banken-Krise ist nicht nur ein innenpolitisches Problem. Slowenien und Argentinien könnten für die italienischen Banken zum Killer werden. Denn Italien ist in beiden Ländern starkt engagiert - und muss nun auf einige Wunder hoffen.

In der Eurokrise gibt es kein Land, das völlig losgelöst von den Schwierigkeiten in anderen Ländern weitermachen kann. So wie Zypern extrem anfällig war für die Schwierigkeiten in Griechenland, so ist Italien abhängig von den Entwicklungen in Slowenien und Argentinien. Keine Frage, die Lage vieler italienischer Banken ist prekär, die EZB musste bereits einschreiten, um ein Bailout für das Land zu verhindern, die Regierung ist dem Scheitern nah und die Staatsverschuldung ist immens.

Aber in Italien spielen eben  nicht nur die inländischen Aspekte eine Rolle, wenn es um das Bailout geht, sondern auch die außerhalb der Landesgrenzen. Und genau dort wird die Luft nun dünner. Sowohl Argentinien als auch Slowenien können sich derzeit kaum selbst aus dem Problemsumpf retten.

Die drittgrößte Bank Italien, die Mediobanca,  kündigte bereits Mitte Juli an, dass Italien vor einem Bailout steht. 160 große italienische Unternehmen stecken in Finanzschwierigkeiten, die Industrieproduktion ist in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent zurückgegangen. Aber die Mediobanca macht vor allem eins in ihrer vertraulichen Notiz deutlich: Ein Bailout Slowenien oder eine Staatspleite Argentiniens könnten Italien so stark treffen, dass Italien definitiv ein offizielles Bailout benötige (hier). Die starke wirtschaftliche Abhängigkeit Italiens von beiden Ländern ist hier ausschlaggebend. Nur könnte das ein Auseinanderbrechen der Eurozone bedeuten, denn Italien ist zu groß, um über den ESM gerettet zu werden (mehr hier).

Und tatsächlich gibt es nun sowohl in Argentinien als auch in Slowenien immense Schwierigkeiten. So droht die Bankenrettung in Slowenien nun noch teurer zu werden, als ursprünglich angenommen: Bisher war die Rede von etwa 1,2 Milliarden Euro. Demnach liegen die faulen Kredite in den Bilanzen der Banken mittlerweile bei etwa 7,5 Milliarden Euro und mehrere Banken mussten im ersten Halbjahr einen Nettoverlust hinnehmen (hier).

Die Stresstests sollen nun  auf zehn Banken ausgedehnt werden. Ursprünglich sollten nur die drei größten Banken des Landes einem solchen Test unterzogen werden. Nun sind jedoch auch Töchter der italienischen Unicredit und der österreichischen Hypo Alpe Adria miteingeschlossen. Ende Juni 2012 hatte die UniCredit beispielsweise Staatsschulden von Slowenien (Staatsanleihen) im Wert von fast 580 Millionen Euro in ihren Bilanzen, wie die aktuellsten Daten der Europäischen Bankenaufsicht zeigen. Dies zeigt auch das starke Engagement Italiens in Slowenien.

In Argentinien sieht es nicht besser aus. Vergangenen Freitag entschied ein Gericht in New York, dass das Land alle Gläubiger gleich behandeln müsse, so das WSJ. Das bedeutet, auch jene Anleihehalter müssten ausgezahlt werden, die sich am Schuldenschnitt vor zwölf Jahren nicht beteiligen wollten. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Argentinien bald vor einer Staatspleite steht. Eine Gruppe von Hedgefonds (Capital Management, NML Capital etc.) sitzt auf umgeschuldeten Anleihen, die nicht vom Schuldenschnitt vor zwölf Jahren betroffen waren. Dabei geht es um etwa 1,4 Milliarden Dollar, die der argentinische Staat zahlen müsste.

Das Land kann noch in Berufung gehen. Dann muss der oberste US-Gerichtshof über den Fall entscheiden. Spricht dieser sich jedoch auch zugunsten der Anleihegläubiger aus, steht Argentinien am Rande eines Kollaps – keine guten Nachrichten auch für Italien.

 



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