Bundesregierung rüstet bei abhörsicheren Telefonen nach

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
12.01.2014 00:23
Zwei deutsche Unternehmen statten alle Behörden und Ministerien mit modifizierten Smartphones aus. Sprache, SMS und mobile Emails werden dabei komplett verschlüsselt. Das Interesse deutscher Politiker an abhörsicherer Kommunikation steigt.
Bundesregierung rüstet bei abhörsicheren Telefonen nach

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Unternehmen Secusmart und Trust2Core haben eine öffentliche Ausschreibung gewonnen und beliefern Behörden und Ministerien mit abhörsicherer Technologie. Die Ausschreibung umfasst die Lieferung von 5.600 Krypto-Handys. Das geht aus einem Bericht von Bloomberg hervor.

Die Firma Trust2Core ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom. Trust2Core hat sich auf Android-Smartphones spezialisiert. Dazu hat die Firma eine sogenannte Krypto-Karte entwickelt, die neben die SIM-Karte eingelegt wird. Der Nutzer kann dann zwischen einer gesicherten und einer öffentlichen Benutzeroberfläche wählen. Trust2Core beliefert die Bundesregierung mit einem modifizierten Samsung Galaxy S3 für 1.700 Euro pro Stück.

Das Betriebssystem Android von Google gilt als sehr anfällig für die Spionage der NSA. Im Zuge des NSA-Skandals wurde bekannt, dass der amerikanische Geheimdienst 75 Prozent aller Android-Handys überwachte (mehr hier).

Das Unternehmen Secusmart beliefert seit September 2013 die Bundesbehörden mit modifizierten Blackberry Smartphones für 2.000 Euro pro Stück. Diese sind mit einer Micro-SD-Karte ausgerüstet, die so umgebaut wurde, dass sie alle ausgehenden Daten verschlüsselt. Besonderen Wert legt das Unternehmen dabei auf die Verschlüsselung der Stimme, aber auch SMS und mobile Emails werden dadurch kodiert.

Die Technologie mit dem Namen SecuSUITE basiert auf einer End-to-End-Verschlüsselung. Demnach müssen beide Gesprächspartner über die Technologie verfügen, um eine abhörsichere Kommunikation zu gewährleisten. Und selbst dann bleibt ein Restrisiko vorhanden, wie eine Sprecherin des Unternehmens einräumt:

„Die Daten sind nur bis zu bestimmten Gateways verschlüsselt. Dort werden sie wieder entschlüsselt.“

Diese Gateways werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verwaltet. Das BSI erteilte beiden Unternehmen im September die Zulassung für den Vertrieb ihrer Produkte an die Bundesregierung. Bisher entschieden sich 12 von 13 Ministerien für die Lösung von Secusmart. Das Unternehmen lieferte bisher knapp 2.000 Geräte an die Ministerien.

Die Bundesregierung hat seit Bekanntwerden der NSA-Spionage massiv in abhörsichere Kommunikation investiert. Einer Anfrage der Partei Die Linke zufolge verfügte die Bundesregierung vor drei Jahren noch über 2.000 Geräte mit Verschlüsselungsfunktionen. Inzwischen sind es mehr als 12.000 Krypto-Handys.

Doch das Interesse an abhörsicherer Technologie ist nicht nur in der Politik groß. Auch deutsche Unternehmer sind zunehmend daran interessiert sich vor Wirtschaftsspionage zu schützen. Der dadurch entstandene Schaden wird jährlich auf bis zu 50 Milliarden Euro geschätzt (hier).

 



DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die zehn großen Risiken für die Weltwirtschaft im Jahr 2020

Die Weltwirtschaft wird 2020 weiter wachsen, sagt Anatole Kaletsky voraus. Aber: Das globale Wachstum sei auch Risiken ausgesetzt, warnt...

DWN
Politik
Politik Korruption bei der UN in Afrika: Wer am meisten zahlt, darf nach Europa

Das Umsiedlungsprogramm der UN-Organisation UNHCR wird von einem Korruptionsskandal erschüttert. Demnach besorgten Mitarbeiter in Afrika...

DWN
Politik
Politik Libyen: Haftar lässt Ölproduktion blockieren, Öl wird teurer

Trotz der Libyen-Konferenz in Berlin haben die Truppen des libyschen Warlords Haftar zwei große Ölproduktions-Stätten in Libyen...

DWN
Politik
Politik Die Berliner Libyen-Konferenz: Zu viele Köche verderben den Brei

Die von der Bundesregierung ausgerufene Libyen-Konferenz in Berlin hat einen Friedensplan hervorgebracht. Doch ob sich dieser jemals...

DWN
Deutschland
Deutschland Daimler-Chef mahnt Arbeiter vor Tarifverhandlungen zur Mäßigung

Daimler bereitet sich auf Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften vor. Konzernchef Källenius mahnt die Arbeitnehmer-Vertreter schon im...

DWN
Deutschland
Deutschland Hessen: Steuerfahnder müssen künftig kugelsichere Westen tragen

In Hessen nimmt die Gewalt gegen Steuerfahnder zu. Deshalb müssen die Beamten künftig im Rahmen ihrer Einsätze kugelsichere Westen...

DWN
Deutschland
Deutschland Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt geht seinem Ende entgegen

Die Zahl der Beschäftigten ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 400.000 gestiegen. Dabei haben sich auch die Bruttolöhne...

DWN
Deutschland
Deutschland Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz

Immer mehr Arbeitnehmer zahlen in Deutschland den Spitzensteuersatz, der für Top-Verdiener gedacht ist. Nach neuesten Zahlen gehörten...

DWN
Politik
Politik Nur wenige Linksextremisten nutzen bundesweit erstes Aussteigerprogramm

In NRW haben bisher nur wenige Linksextremisten das bundesweit erste Aussteigerprogramm genutzt.

DWN
Politik
Politik China führt Schwarze Liste deutscher Unternehmen

Die chinesische Regierung führt eine Schwarze Liste mit angeblichen Verstößen deutscher Unternehmen im Land.

DWN
Finanzen
Finanzen Eine Handvoll anonymer Firmen entscheidet darüber, ob das deutsche Bankensystem funktioniert

Zahlungsabwicklungen oder Wertpapiertransaktionen deutscher Banken werden von einer Handvoll kaum bekannter Unternehmen durchgeführt....

DWN
Finanzen
Finanzen CDU fordert Vermögensprüfung bei Bezug von Grundrente

Die CDU sträubt sich gegen die Einführung einer Grundrente ohne Vermögensprüfung. Die Grundrente, die aus Steuermitteln finanziert...

DWN
Politik
Politik Trumps Drohnen-Angriff auf Soleimani: Die ganze Wahrheit

DWN-Analyst Michael Bernegger zeigt die wahren Gründe auf, warum Präsident Donald Trump den iranischen General Qassem Soleimani töten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Klima-Ziele: CO2-arme Schiffsantriebe kosten eine Billion Dollar

Einer Studie zufolge müssen sich die weltweiten Investitionen in CO2-arme Schiffsantriebe auf über eine Billion Dollar belaufen, damit...

celtra_fin_Interscroller