Banken-Krach in Österreich: NRW.Bank droht Millionen-Verlust

 

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06.03.2015 12:59
Die staatliche NRW.Bank muss möglicherweise Bonds im Wert von 276 Millionen Euro abschreiben. Diese hält sie an der österreichischen Krisen-Bank Hypo. Deren Abwicklungsgesellschaft hat aber einen Zahlungsstopp veranlasst.
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Die staatliche NRW.Bank muss wegen des Schuldenmoratoriums bei der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria zittern. Das Institut besitze vorrangige Anleihe der Hypo, erklärte das Düsseldorfer Geldhaus am Freitag. Laut WDR geht es um Bonds im Wert von 276 Millionen Euro. Eine Sprecherin der NRW-Bank, die dem Land Nordrhein-Westfalen gehört, wollte sich dazu nicht äußern.

Die österreichische Finanzaufsicht hat eine Kapitallücke bei der Hypo-Bad-Bank Heta entdeckt und deshalb Anfang März angeordnet, dass das Institut die Rückzahlung ausstehender Anleihen bis Ende Mai 2016 stoppt. Mit diesem Schritt verschafft sich Österreich Zeit, um mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu verhandeln. In Deutschland wäre davon am stärksten die BayernLB betroffen, die mehr als zwei Milliarden Euro an ihre Ex-Tochter verliehen hat.

Die NRW.Bank hofft, mit einem blauen Auge davonzukommen, da ihre Hypo-Anleihen von Kärnten garantiert sind. „Ein Ausfall würde nur dann entstehen, wenn das Bundesland Kärnten ausfallen würde.“ Auch für diesen Fall habe die Bank bereits eine „ausreichende Risikovorsorge“ gebildet, erklärte die Bank. Trotz dieser Belastungen habe die NRW Bank im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben, der Haushalt des Landes Nordrhein-Westfalen werde folglich nicht belastet.

Der österreichische Versicherungskonzern Uniqa prüft hingegen rechtliche Schritte gegen den Rückzahlungsstopp für Hypo -Anleihen. Uniqa sei derzeit mit 25 Millionen Euro in Anleihen investiert, die von dem Schuldenmoratorium betroffen seien, sagte Firmenchef Andreas Brandstetter am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz. „Wir werden alle rechtlichen Schritte prüfen. Das müssen wir. Das ist für uns einen neue Situation, die für uns alle schwer zu beurteilen ist“.

Die Uniqa-Prognose für einen Vorsteuergewinn zwischen 425 und 450 Millionen Euro für das laufende Jahr sei dadurch nicht gefährdet. Ob Uniqa das ursprünglich gesetzte Ergebnisziel eines Vorsteuergewinns von bis zu 550 Millionen Euro in den kommenden Jahren erreiche, könne er nicht einschätzen, sagte Brandstetter.

Das Vorgehen in der Hypo-Affäre sei kein gutes Signal für öffentliche Banken in Europa. Es könnte dafür sorgen, dass Investoren künftig einen weiten Bogen um Bank-Bonds machen könnten, so der Banken-Spezialist Joachim Dübel im Interview mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.


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