Steuergelder für die Clintons: Auch Deutschland gehört zu den Spendern

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
22.04.2015 00:13
Die Clintons sollen sich an Spenden-Geldern, die an ihre Foundation geflossen sind, bereichert haben. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gehört ebenfalls zu den Geldgebern. Doch bei den Geldern soll es sich um „zweckgebundene Zuschüsse“ handeln, um Projekte in Malawi zu finanzieren. Der US-amerikanische Autor Peter Schweizer erhebt in seinem neuesten Buch schwere Vorwürfe gegen Bill und Hillary Clinton.
Steuergelder für die Clintons: Auch Deutschland gehört zu den Spendern

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am 5. Mai wird das Buch „Clinton Cash, Questions Foreign Donations to Foundation“ vom US-amerikanischen Autor Peter Schweizer in den Handel kommen. Bei dem Werk handelt es sich um eine detaillierte Analyse über die Finanzierung - und in diesem Zusammenhang den Spendern – der Clinton Foundation. „Wir werden ein Muster von Finanztransaktionen, einschließlich der Clintons, sehen, die in der US-Politik Entscheidungen zugunsten ihrer Spender getroffen haben“, zitiert die New York Times Schweizer. Der US-Autor schreibt, dass die Spenden Einnahmen der Clintons sich von 2002 bis 2012 auf 136,5 Millionen Dollar beliefen.

„Während der Jahr des öffentlichen Diensts von Hillary, haben die Clintons hunderte von großen Transaktionen mit Regierungen und Einzelpersonen durchgeführt oder ermöglicht“, so Schweizer. Millionen an Spendengeldern soll in die Taschen der Clinton-Familie geflossen sein. Bill Clinton hatte während seiner Amtszeit als US-Präsident Millionen Dollar an Schulden angehäuft. Doch Clinton konnte seine Schulden jedoch wirkungsvoll abbauen: Für Vorträge erhält Clinton einer Schätzung der New York Times zufolge 450.000 Dollar, Hillary ist bereits für 200.000 Dollar zu haben.

Unter den Geldgebern der Clinton Foundation befindet sich unter anderem die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Das geht aus der Spenderliste der Foundation hervor. Die GIZ soll bis 2014 zwischen einer und fünf Millionen Dollar gespendet haben.

Eine Sprecherin der GIZ sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichen:

„Im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) arbeitet die GIZ mit der Clinton Development Initiative (CDI) in Malawi zusammen. Bei der Zusammenarbeit mit der Clinton-Foundation handelt es sich um einen zweckgebundenen Zuschuss, nicht um eine Spende. Das Ziel der bezuschussten Arbeit der CDI in Malawi ist es, dass über Gesundheitszentren und durch Gemeindegesundheitsarbeiter rd. 500.000 Menschen im ländlichen Malawi Zugang zu essentiellen Gesundheits-, HIV/AIDS- und Ernährungsdiensten erhalten. Das Projekt verknüpft ein bestehendes Landwirtschaftsprojekt der CDI mit der Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Die Gesundheitszentren docken an die bestehenden, kommerziell-betriebenen Anker-Farmen an und die Gesundheitsarbeiter nutzen einen dort erprobten Multiplikatorenansatz und die Netzwerke der Bauern. Das Projekt wird im Rahmen einer privat-öffentlichen Partnerschaft (PPP) mit dem malawischen Gesundheitsministerium umgesetzt. Das BMZ bezuschusst das Projekt über die GIZ mit 2,4 Mio. Euro bis Mai 2016. Die Clinton Foundation ist der private Partner. Begleitet wird das PPP über die technische Beratung der PPP-Einheit des malawischen Gesundheitsministeriums durch die GIZ. Hierdurch soll die Nachhaltigkeit des Projektes sichergestellt werden.“

Die GIZ finanziert sich in erster Linie über Aufträge, die zum Großteil aus Steuergeldern finanziert werden: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie weitere Ministerien wie das Auswärtige Amt, das Bundesumweltministerium und das Bundesministerium für Bildung und Forschung haben die GIZ finanziert, ebenso mehrere Bundesländer, Kommunen, Regierungen anderer Länder, Europäische Kommission, Vereinte Nationen und Weltbank.

In der omiösen Clinton-Spendenliste finden sich unter anderem das Technologieberatungs-Unternehmen Booz Allen Hamilton, Cisco, die Duke Energy Corporation oder ExxonMobil. Eine weitere Spender-Organisation der Clinton Foundation ist die Clinton Family Foundation.


Mehr zum Thema:  

DWN
Termine
Wichtige Termine Lesen Sie hier, warum Sie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten lesen sollten und wie Sie dabei 17% sparen!

Unser Chefredakteur Hauke Rudolph zeigt auf, warum man Abonnent der DWN sein sollte. Gleichzeitig können Sie von einem interessanten...

DWN
Politik
Politik DWN-SPEZIAL: Die Aufteilung Libyens nimmt Konturen an

Die Aufteilung des „libyschen Kuchens“ nimmt Konturen an. Am Verhandlungstisch sitzen die USA, Russland und die Türkei. Doch auch die...

DWN
Deutschland
Deutschland Wie in Deutschlands Kitas Kindesmissbrauch gefördert wird

„Original Play“ nennt sich ein Konzept, demzufolge wildfremde Männer gegen eine Gebühr in deutsche Kitas gehen dürfen, um mit...

DWN
Politik
Politik Nach Corona-Skandal: Hunderte Kinder in Göttingen müssen in Quarantäne

Hunderte Kinder müssen nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in Göttingen in Quarantäne. Bei Privatfeiern hatten sich zahlreiche...

DWN
Politik
Politik Nicht 130 Milliarden Euro: Konjunkturpaket kostet über 160 Milliarden Euro

Das Konjunkturpaket hat offenbar ein Volumen von 167,24 Milliarden Euro. Zuvor wurde berichtet, dass das Volumen etwa 130 Milliarden Euro...

DWN
Technologie
Technologie „Meilenstein für Europas Unabhängigkeit“: Cloud-Projekt Gaia-X geht gegen China und die USA an den Start

Vor dem Hintergrund der geopolitischen Umwälzungen fordern immer mehr europäische Firmen eine von den USA und China unabhängige...

DWN
Politik
Politik Mexiko: Mann verstößt gegen Corona-Regeln, wird festgenommen und „stirbt“ in Polizeigewahrsam

In Mexiko haben bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt Demonstranten einen Polizisten mit Benzin übergossen, um ihn anzuzünden. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Mehrwertsteuer-Senkung: Lebensmittel sollen günstiger werden

Lebensmittelketten und Discounter haben angekündigt, die steuerlichen Vorteile aus der Senkung der Mehrwertsteuer an die Verbraucher...

DWN
Politik
Politik Lockdown ist weltweite Schock-Strategie: Finanz-Industrie will Staaten in die Totalverschuldung treiben

Der Publizist und Autor Ullrich Mies hat kürzlich in Berlin eine meinungsstarke Rede gehalten, von der die DWN Auszüge veröffentlicht.

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Insolvenzwelle, Teil 4: Die größte und älteste Dampfschiff-Flotte der Welt ist bankrott

Die Liste der durch das Herunterfahren der Wirtschaft verursachten Insolvenzen und Pleiten wird länger. Hunderttausende haben infolge der...

DWN
Politik
Politik Sig Sauer: Deutschlands ältester Waffenhersteller ist pleite

Der Waffenhersteller Sig Sauer ist pleite. Das Unternehmen will ab dem kommenden Jahr seine Produktion in Deutschland einstellen.

DWN
Politik
Politik Bundesregierung beschließt Zerstörung des deutschen Taxi-Gewerbes

Die große Koalition will den Einstieg neuer Anbieter in den Taxi- und Fahrdienstmarkt erleichtern. Dazu gehören unter anderem Uber und...

DWN
Politik
Politik Corona-Lüge? Abstandsregeln spielen bei Anti-Rassismus-Demos plötzlich keine Rolle mehr

Diejenigen, die zuvor die deutschen Proteste gegen die Corona-Regeln mit Verweis auf die Abstands- und Kontaktregeln kritisiert hatten,...

DWN
Panorama
Panorama Elon Musk fordert Zerschlagung von Amazon

"Monopole sind nicht gut", sagt Tesla-Gründer Elon Musk und forderte gezielt die Zerschlagung des Online-Handelsriesen Amazon.

DWN
Politik
Politik Wer ist mächtiger? Twitter erwägt Sperrung von Donald Trump

Twitter erwägt, das Konto von Donald Trump zu schließen, wenn der US-Präsident weiterhin gegen die Twitter-Regeln verstoßen sollte.

celtra_fin_Interscroller