Sparkassen machen ihre Einlagensicherung wetterfest

Lesezeit: 1 min
22.05.2015 00:58
Die Sparkassen haben ihre Einlagen-Sicherung überarbeitet, um im Fall eines Problems bei einer der Landesbanken reagieren zu können.
Sparkassen machen ihre Einlagensicherung wetterfest

Die Mitglieder des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) haben heute in Frankfurt/Main eine Anpassung des kürzlich verabschiedeten Sicherungssystems zwischen Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen beschlossen.

Die Änderung bezieht sich ausschließlich auf den Fall, dass zur Sicherung einer Landesbank wider Erwarten die im Teilsicherungssystem aller Landesbanken vorhandenen Mittel nicht ausreichen sollten. Für die Inanspruchnahme von Sicherungsmitteln der Sparkassen und Landesbausparkassen wurde in diesem Fall die bisher vorgesehene Einstimmigkeit auf eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent verändert. Damit entspricht die Mehrheitsregelung derjenigen, die auch bereits vor der jüngsten Überarbeitung des Sicherungssystems gegolten hatte. Hintergrund für die Anpassung war, dass den Vorgaben der Aufsicht Rechnung getragen werden soll.

Mit der Beschlussfassung sind alle Voraussetzungen erfüllt, damit künftig die Institutssicherung um eine Einlagensicherungsfunktion ergänzt werden kann. Ein entsprechender offizieller Antrag auf Anerkennung wird nunmehr an die zuständige Bankenaufsicht gestellt.

Auch künftig bleibt es bei dem präventiven Institutssicherungssystem für die teilnehmenden Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen. Durch ein umfassendes Risikomonitoring, Transparenzpflichten, frühzeitige Eingriffsrechte bei wirtschaftlichen Fehlentwicklungen und gegenseitige Unterstützungen sollen Schieflagen bei den angeschlossenen Instituten verhindert und damit ein Einlagensicherungsfall vermieden werden. Durch dieses Verfahren sollen auch künftig die gesamten Geschäftsbeziehungen zu den Kunden umfassend geschützt werden.

„Wir wollen am bewährten und leistungsfähigen Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe festhalten und dazu einen von vornherein genehmigungsfähigen Antrag auf zusätzliche Anerkennung als Einlagensicherungssystem bei der Bankenaufsicht einreichen. Deshalb haben wir vor der Antragstellung die eindeutigen Hinweise der Bankenaufsicht in unserem Antrag berücksichtigt“, sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon.

Teilnehmen am überarbeiteten Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe können alle Sparkassenregionen, Landesbanken und Landesbausparkassen, die für sich die Satzungsregelungen unverändert oder ohne wesentliche Änderungen akzeptieren und dies durch eigene Beschlüsse dokumentieren. In den meisten Sparkassenregionen und Instituten ist dies bereits vorsorglich erfolgt.

Hintergrund: Im Institutssicherungssystem sollen durch frühzeitige Eingriffe bei Fehlentwicklungen und notfalls solidarische Stabilisierungsmaßnahmen Schieflagen von Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe verhindert werden. Dabei ist vorgesehen, dass im ersten Schritt die Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen jeweils untereinander die notwendigen Hilfestellungen leisten und dazu die erforderlichen vorsorglichen Finanzmittel in drei voneinander getrennten Sicherungssystemen bereithalten. Eine Inanspruchnahme der Sicherungsmittel der beiden übrigen Teilgruppen für Zwecke der Institutssicherung ist dann möglich, wenn die Sicherungsmittel der Teilgruppe, aus der das betroffene Institut stammt, nicht ausreichen sollten. Nur in diesem Falle gilt die qualifizierte Mehrheit zur Feststellung des Stützungsfalls. Unabhängig von dieser Mehrheitsentscheidung ist immer eine Einlagensicherung auf Basis der gesetzlichen Anforderungen sichergestellt.


Mehr zum Thema:  

DWN
Termine
Wichtige Termine Unser Geschenk für Sie im Advent: Heute 34% sparen!

Seien Sie schnell & erhalten Sie 34% Rabatt auf das Jahresabo der DWN.

DWN
Politik
Politik Der späte Sieg des Sozialismus: Von der Leyens „Green Deal“ führt die EU zur zentral gelenkten Planwirtschaft

Der gute Wille, welcher dem wirtschafts- und energiepolitischen Entwurf des „Green Deal“ zu Grunde liegt, droht in einem totalitär...

DWN
Finanzen
Finanzen Federal Reserve pumpt zum Jahresende eine halbe Billion Dollar in den Geldmarkt

Um die erwarteten Liquiditätsengpässe zum Jahresende abzumildern, hat die Fed angekündigt, dem Repo-Markt auf der Schwelle zum neuen...

DWN
Finanzen
Finanzen JPMorgan und Goldman Sachs uneinig über Zukunft von Gold

Die beiden größten Investmentbanken der Welt, Goldman Sachs und JPMorgan Chase, haben Analysen mit entgegen gesetzten Erwartungen an die...

DWN
Deutschland
Deutschland Die Integration östlicher EU-Länder bleibt eine Erfolgsgeschichte

Westliche Kritiker mahnen ständig, dass Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei immer nur Subventionen aus Brüssel nehmen und den...

DWN
Deutschland
Deutschland Anschlag am Breitscheidplatz: Einer lügt – entweder BKA-Beamter oder LKA-Beamter

Im Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verhärten sich die Fronten zwischen dem LKA aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Lagardes Einstand bei der EZB: Nullzinsen bleiben bis zum Sankt Nimmerleinstag

Christine Lagarde bestätigt als neue Präsidentin die Geldpolitik ihres Vorgängers: die Leitzinsen bleiben auf unabsehbare Zeit bei null,...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung verstärkt weltweite Rekrutierung von Fachkräften

Die Bundesregierung hat die Welt als Reservoir potenzieller Fachkräfte identifiziert und will dieses mit viel Aufwand ausbeuten. Niemand...

DWN
Politik
Politik Pentagon-Dokumente: Obama und Bush täuschten Öffentlichkeit systematisch über Afghanistan-Krieg

Bislang unveröffentlichten Dokumenten zufolge sollen die US-Regierungen seit 2001 die Öffentlichkeit über die Lage in Afghanistan...

DWN
Finanzen
Finanzen Repo-Guru: Liquiditätskrise zum Jahresende wird Fed zu massiven Anleihekäufen zwingen

Jener Analyst, welcher einen Monat vor Ausbruch der Liquiditätskrise am US-Geldmarkt genau diese Krise korrekt vorhergesagt hatte, warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Renditen steigen: Investoren verlieren das Vertrauen in Zombie-Unternehmen

Auf dem US-Markt geraten riskantere Unternehmensanleihen zunehmend unter Druck. Die Zahl der besonders gefährdeten Anleihen, der...

DWN
Politik
Politik Bosch: Von der Leyens „Green Deal“ bricht der deutschen Autobranche das Genick

Der Bosch-Vorstandsvorsitzende Volkmar Denner warnt vor den überzogenen CO2-Vorgaben der neuen EU-Kommission. Diese bedeuteten faktisch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Droht das Aus? Traditionsreicher Zulieferer Leoni braucht plötzlich 200 Millionen Euro

Die Lage bei Leoni ist ernst: Der Konzern schreibt Verluste in zweistelliger Millionen-Höhe. Und das, obwohl der Hersteller zwölf Monate...

DWN
Politik
Politik In der EU hausen 120.000 Migranten unter ärmsten Lebensbedingungen

In Griechenland sind derzeit über 40.000 und auf der Balkanroute über 80.000 Flüchtlinge und Migranten gestrandet. Sie leben unter den...

DWN
Politik
Politik Anhörung eskaliert: „Das Soros-Orchester“ und die ernste Entfremdung zwischen EU-Kommission und Ungarn

Eine Anhörung zu Vorwürfen der EU-Kommission gegen die ungarische Regierung ist aus dem Ruder gelaufen. Die beiden Seiten scheinen sich...

celtra_fin_Interscroller