Schweiz simuliert Zerfall der EU und erwartet Unruhen in Europa

Lesezeit: 1 min
20.06.2015 00:59
Manchmal haben Außenstehende den besseren Blick für die Gefahr: Die Schweizer Armee bereitet überraschend ein Manöver vor, das den Zusammenbruch der EU simulieren soll. Für diesen Fall rechnen die Schweizer mit Plünderungen, Unruhen und ethnischen Spannungen.

Vom 16. bis zum 25. September 2015 wird in der Schweiz ein großangelegtes Militär-Manöver unter Einsatz von 5.000 Soldaten mit dem Titel „Conex 15“ gestartet.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat auf ihrer Webseite das Übungsszenario veröffentlicht. Dabei geht es um den Zerfall Europas:

„In einem fiktiven Europa der Zukunft, mit neuen Ländern und Grenzen, herrscht Wirtschaftskrise. Die Folgen wirken sich auch auf die Schweiz aus: Verknappung der Vorräte, Schwarzhandel, kriminelle Organisationen. Große Öl-, Gas- und Getreidevorräte werden zum Ziel von Sabotagen und Plünderungen. Außerdem führen ethnische Spannungen zu größeren Flüchtlingsströmen in die Schweiz.

Der Bundesrat hat Teile der Armee aufgeboten, um das Grenzwachtkorps zu verstärken und die zivilen Partner der Kantone (Polizei, Feuerwehr, Sanität) subsidiär zu unterstützen. Die Armee wird mit dem Schutz besonders gefährdeter Infrastrukturen der Telekommunikation, der Stromversorgung und der Lebensmittelverteilung beauftragt.“

Es werde geprobt, wie man den Basler Rheinhafen sichert, berichtet die Basellandschaftliche Zeitung. In diesem Zusammenhang erhalten auch die Zollbehörden militärische Unterstützung.

Im Jahr 2013 wurde das Militär-Manöver „Duplex Barbara“ durchgeführt. Im Rahmen dieses Szenarios war Frankreich zerfallen und Paramilitärs starteten einen Angriff gegen die Schweiz.

Ein Jahr zuvor hatte die Schweiz das Militär-Manöver „Stabilo Due“ durchgeführt. Dabei wurden Unruhen in und um die Schweiz herum simuliert.



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