Politik

FIFA, Siemens und VW: Korruption in der Privatwirtschaft

Lesezeit: 1 min
14.10.2015 23:27
Jedes Jahr veröffentlicht Transparency International eine Ranking-Liste von korruptionsanfälligen Staaten. Dabei kommt die westliche Welt meist sehr gut davon. Allerdings bezieht diese Liste nur auf den öffentlichen Bereich. Die Dunkelziffer des privaten Sektors ist weitaus höher.
FIFA, Siemens und VW: Korruption in der Privatwirtschaft

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Politik  

Seit zwanzig Jahren veröffentlicht Transparency International alljährlich Anfang Dezember einen Korruptionswahrnehmungsindex. Dahinter verbirgt sich eine Art Ranking der Staaten und Territorien im Hinblick auf deren Anfälligkeit, sich bestechen zu lassen. Zuletzt waren es 175, die auf den Prüfstand gekommen waren. Gemessen wird jeweils die bei Politikern und Beamten festgestellte Korruption. Die Untersuchung beschränkt sich also auf Bestechlichkeit im öffentlichen Sektor, während es für Korruption im privaten Bereich keine vergleichbaren Untersuchungen gibt.

In den Ranglisten von Transparency International tauchen die traditionellen westlichen Volkswirtschaften fast ausnahmslos mit weißer Weste auf, allen voran die skandinavischen Staaten mit Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen, gefolgt von der Schweiz auf Rang fünf, den Niederlanden auf acht und Deutschland auf zwölf, Großbritannien auf 14 und USA auf 17. Verglichen damit ist Frankreich auf 26 schon abgeschlagen. Aus diesen guten Noten von Transparency International für den öffentlichen Sektor darf freilich nicht geschlossen werden, dass das auch für den privaten Bereich gilt.

Hohe Wellen schlägt aktuell die von US-Ermittlern aufgedeckte Korruption in den Reihen des in der Schweiz ansässigen Weltfußballverbands Fifa. Dessen Präsident, Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini wurden jetzt in einer spektakulären Aktion von der Fifa für 90 Tage gesperrt. Doch es ist nicht nur diese internationale Sport-Organisation mit Sitz in Zürich, die die Korruption in die politisch sonst angeblich so saubere Schweiz gelangen lässt. In der Privatwirtschaft sind auch Unternehmen aus Deutschland betroffen.

Die Bestechungsaffäre bei Siemens kostete einer Reihe von Vorständen das Amt und erschütterte den deutschen Traditionskonzern in seinen Grundfesten. Schon länger her ist die Korruptionsaffäre bei VW. 2005 waren aus der Firmenleitung der Wolfsburger heraus Mitglieder des Betriebsrates mit finanziellen Zuwendungen, Luxusreisen und Dienstleistungen von Prostituierten bestochen und in ihren Entscheidungen korrumpiert worden. Viel spricht dafür, dass Deutschland und die Schweiz in einem Korruptions-Ranking der Privatwirtschaft nicht so weit vorne stehen würden.

***

In Kooperation mit PLATOW Medien. Seit 70 Jahren steht der Name PLATOW für unabhängige Berichte und Exklusivrecherchen aus Wirtschaft, Kapitalmarkt und Politik. Der PLATOW Brief liefert Ihnen 3x pro Woche auf je 4 Seiten aktuelle Hintergrundinformationen aus der Finanzwelt, Analysen zu den internationalen Kapitalmärkten, zur Konjunktur und zu Zinsen. Für ein 4-wöchiges Probeabonnement können Sie sich hier anmelden.


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch verhandelt über Stellenabbau: Fokus auf Alternativen und Standortsicherung
18.04.2024

Bosch will massiv Stellen streichen, um im internationalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten. Dagegen gingen zuletzt Tausende...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen privater Haushalte hat einen neuen Höchststand erreicht
18.04.2024

Die gestiegenen Kurse an den Aktienmärkten und die erhöhten Sparzinsen haben zusammen dazu geführt, dass das Geldvermögen der deutschen...

DWN
Finanzen
Finanzen Tarifverhandlungen 2024 könnten Preisanstieg befeuern - es droht Inflationsspirale
18.04.2024

Die anstehenden Tarifverhandlungen in den großen Industrien bedrohen die Preisstabilität in Deutschland: Eine IW-Studie sieht das...

DWN
Politik
Politik Festnahmen in Bayern: mutmaßliche Agenten mit Russlandverbindungen
18.04.2024

Die zwei Männer sollen für einen russischen Geheimdienst spioniert haben. Einer der beiden soll sich auch zur Durchführung von...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fachkräftemangel bedroht Mittelstand mehr als teure Energie
18.04.2024

Ein Mangel an geeignetem Personal ist für viele Firmen in Deutschland Alltag. Im Mittelstand ist der Fachkräftemangel laut einer neuen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes trotzt dem Trend: Jetzt soll sogar ein Maybach-Van die Besserverdiener locken
18.04.2024

Das Interesse an Elektro-Fahrzeugen in Deutschland ist verhalten. Während VW und Tesla das bei den Zulassungszahlen bemerken, nutzen die...

DWN
Politik
Politik Warum Kürzungen in der Flüchtlingspolitik nicht hilfreich sind
18.04.2024

Immer mehr Politiker und Wirtschaftsexperten fordern eine Neuanpassung der Asylpolitik. Aktuell finden kontroverse Maßnahmen wie...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Iran-Israel-Konflikt: Führt das Krisentreffen in Israel mit Baerbock und Cameron zur Deeskalation?
17.04.2024

Bei Gesprächen mit israelischen Politikern bemühen sich Annalena Baerbock und David Cameron, einen möglichen Vergeltungsschlag gegen den...