Politik

Nach Abschuss: Putin nennt Türkei Komplizen der IS-Terroristen

Lesezeit: 2 min
24.11.2015 14:34
Russlands Präsident Putin richtet harte Worte gegen die Türkei: Es sei ein Verbrechen, dass die Türkei ein russisches Flugzeug abschieße, während Russland gegen den Terror des IS kämpfe.
Nach Abschuss: Putin nennt Türkei Komplizen der IS-Terroristen
Der türkische Sender HaberTurk TV zeigt ein brennendes Flugzeug. (Foto: EPA/HABERTURK TV CHANNEL)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei in scharfen Worten verurteilt. Im Kampf gegen den Terror sei das ein Schlag von hinten gewesen, „begangen von Komplizen der Terroristen“, sagte Putin am Dienstag live im russischen Fernsehen. Der russische Jet sei von F16-Kampfflugzeugen abgeschossen worden und etwa vier Kilometer von der Grenze entfernt auf syrischem Gebiet abgestürzt. Das russische Flugzeug habe keine Gefahr für die Türkei dargestellt. Präsident Wladimir Putin sagte, der Abschuss eines russischen Kampfjets durch türkisches Militär werde „ernsthafte Konsequenzen“ für die gegenseitigen Beziehungen haben. Der Vorfall sei ein „Messerstich in den Rücken“.

Putin sagte, Russland werde solche Verbrechen nicht akzeptieren. Es sei nicht hinnehmbar, dass Russland gegen den IS kämpfe und in dieser Operation von einem Staat beschossen werde.

Die Nachrichtenagentur Tass zitiert Putin:

 „Ich weiß, dass jedes Land seine eigenen Interessen hat und wir haben das immer respektiert. Aber wir werden niemals Verbrechen wie an diesem Tag tolerieren. Ich hoffe, dass die internationale Gemeinschaft die Kräfte zusammenfinden wird, um gegen das Böse (den Terrorismus) vorzugehen. Wie auch immer, unsere Piloten waren zu keinem Zeitpunkt eine Bedrohung für die Türkei. Sie führen Operationen gegen den IS durch. Die Piloten erfüllten ihre Aufgabe. Das, was heute passiert ist, ist ein Dolchstoß in den Rücken von Russland, der von Komplizen der Terroristen durchgeführt wurde. Ich kann das nicht anders charakterisieren. Die Türkei verhält sich so, als ob wir einen türkischen Jet abgeschossen hätten und fordert eine Sondersitzung der Nato ein. Heißt das, dass die Türkei von der Nato verlangt, den IS zu unterstützen? Wir werden genauestens analysieren, was passiert ist und dieser tragische Vorfall wird ernsthafte Konsequenzen für die türkisch-russischen Beziehungen haben.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Darstellung der mit der Nato eng verbundenen Bild-Zeitung (15.30 Uhr): Das Blatt wählt als Schlagzeilen „Putin attackiert Türkei“, so dass der unbedarfte Leser den Eindruck gewinnen muss, es handle sich um eine Aggression Russlands. Diese Kommunikation deutet auf eine Verwicklung der Geheimdienste in den Abschuss hin. Im Text selbst hält sich das Blatt etwas bedeckter, zitiert jedoch einen Nato-Mann, der jetzt zur Besonnenheit aufruft. Die US-Geheimdienste verweisen darauf, nichts mit dem Abschuss zu tun haben. Die Türkei ist Nato-Mitglied. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Ankara eine solch gefährliche Situation heraufbeschwören würde, ohne Rücksprache mit den US-Diensten zu halten.

Am Abend hat das Blatt seine Terminologie etwas justiert und spricht nun vom „Säbelrasseln zwischen Putin und Erdogan“. In den Schlagzeilen steht: „US-Militär: Türkei warnte vor Abschuss zehn Mal“. Zuvor wurde vermerkt, dass die Nato-Sondersitzung um „17.39 Uhr“ begonnen habe - eine für die Bild ungewöhnlich präzise Zeitangabe.

Für die Mitwirkung der türkischen Geheimdienste spricht auch die Tatsache, dass sich angebliche eine Rebellengruppe der Turkmenen zu dem Abschuss bekannt hat. Die Türkei hat aus dieser vom IS vertriebenen ethnischen Gruppe einige Kämpfer rekrutiert, die sie gerne von der Türkei aus am Boden nach Syrien schicken würde. Doch die Turkmenen wollen nicht gegen die Regierung Assad kämpfen, unter der sie religiöse Freiheit genossen hatte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Strompreis steigt auf Rekordhoch, verdoppelt sich in zwei Monaten

An der Terminbörse hat sich der Strompreis für Deutschland innerhalb eines Jahres versechsfacht. Teure Energie droht ganz Europa in die...

DWN
Finanzen
Finanzen Simbabwe: Goldmünzen sollen den Dollar ersetzen

Goldmünzen, die Simbabwe im Kampf gegen die Inflation als offizielles Zahlungsmittel eingeführt hat, sollen bald auch in kleineren...

DWN
Termine
Wichtige Termine Europa: Schlimmste Dürre seit einem halben Jahrtausend

Eine der größten Dürren seit 500 Jahren sucht die einzelnen Länder Europas heim und sorgt für eine sich immer stärker ausbreitende...

DWN
Finanzen
Finanzen Lohnen sich Hedgefonds für Privatanleger?

Hedgefonds gelten als Königsklasse der Investments und versprechen hohe Gewinne. Doch es gibt auch Schattenseiten.

DWN
Deutschland
Deutschland Energie-Krise: Gasumlage wird Inflation weiter nach oben treiben

Auf Gaskunden in Deutschland kommen ab Herbst deutliche Mehrkosten zu. Die Höhe der staatlichen Gasumlage wird bei 2,4 Cent pro...

DWN
Politik
Politik Lettland und Estland steigen aus China-Forum aus

Lettland und Estland steigen aus dem im Jahre 2012 ins Leben gerufenen Kooperationsforum aus.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Henkel steigert Umsatz - Gewinn bricht allerdings ein

Der Konzern mit Hauptsitz in Düsseldorf wartet trotz eines schwierigen Umfeldes mit einer guten Umsatzentwicklung auf.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl & Rewe: Harte Brüche im Geschäftsgebaren

Die zwei Lebensmittelhändler ändern ihre Strategie und versuchen über neue Wege auf die derzeitigen Marktbedingungen eine Antwort zu...