US-Notenbank fasst nächste Zins-Erhöhung im Juni ins Auge

 

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19.05.2016 00:46
Anders als die EZB will die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen weiter erhöhen. Konkret könnte dies bereits im Juni geschehen. Die Fed will damit auch das Geschäft der Banken stabilisieren.
US-Notenbank fasst nächste Zins-Erhöhung im Juni ins Auge

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Die US-Notenbank Fed fasst bei starken Anzeichen für einen stabilen Aufschwung eine Zinserhöhung im Juni ins Auge. Die meisten Währungshüter waren laut der am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der April-Sitzung der Meinung, dass eine Straffung im Juni angebracht sein könnte. Sie wollen dafür allerdings weitere Signale einer anziehenden Konjunktur sehen, nachdem die USA zu Jahresbeginn einen wirtschaftlichen Schwächeanfall erlitten hatten. Zudem ist es aus Sicht der Fed-Führungsmitglieder notwendig, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter aufhellt und die unerwünscht niedrige Inflation steigt.

Einige Fed-Mitglieder äußerten die Sorge, dass die Finanzmärkte die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung womöglich nicht richtig eingeschätzt hätten. Die US-Börsen gaben nach der Veröffentlichung nach. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit drei Wochen zum Dollar. Die Renditen der US-Staatsanleihen legten zu.

An den Märkten war zuletzt kaum noch mit einer raschen Anhebung gerechnet worden. Viele Ökonomen tippten auf eine Erhöhung im September oder gar erst zum Jahresende. Die Währungshüter hatten im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren den Leitzins leicht angehoben. Er liegt seither in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die Fed hatte angesichts der Konjunkturabkühlung in China und damit zusammenhängenden Turbulenzen an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn einen vorsichtigeren Kurs gefahren und immer wieder auf mögliches Störfeuer von außen als Gefahr für die US-Wirtschaft verwiesen.

Wie aus den Protokollen hervorgeht, werden diese Gefahren nun geringer eingeschätzt. Einige Währungshüter sprachen jedoch die Möglichkeit eines britischen Austritts aus der EU nach dem Referendum im Juni und damit zusammenhängende Marktturbulenzen als ein neues Risiko an. Die Aussichten für die heimische Konjunktur schätzen viele der Notenbanker jedoch als rosig ein. Gute Produktionszahlen der US-Unternehmen nährten zuletzt die Hoffnung, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im Frühjahr wieder an Schwung gewinnt. Auch die unerwünscht niedrige Inflation hatte zuletzt angesichts der anziehenden Ölpreise zugelegt.

Die Wall Street hat am Mittwoch belastet vom Zinsprotokoll der US-Notenbank Federal Reserve uneinheitlich geschlossen.

Der Dow-Jones-Index schloss unverändert mit 17.527 Punkten. Der breiter gefasste S&P trat mit 2048 Punkten ebenfalls auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann dagegen 0,5 Prozent auf 4739 Zähler. Vor Veröffentlichung des Protokolls hatten alle drei Marktbarometer ein Plus gezeigt. In Frankfurt beendete der Dax den Handel 0,5 Prozent fester bei 9943 Punkten.

Bei den Einzelwerten waren vor allem die Finanzwerte in der Hoffnung auf steigende Zinsen gefragt. Bank of America legten 4,9 Prozent zu, JPMorgan erhöhten sich um 3,9 Prozent und Citigroup um fünf Prozent.

Nicht so gut wie bei den Finanztiteln lief es für Aktien von Einzelhandelsunternehmen, nachdem der Branchenriese Target Geschäftszahlen unter den Erwartungen vorgelegt hatte. Target-Papiere verloren 7,6 Prozent und zogen auch die Anteilsscheine von Rivalen mit in die Tiefe: Wal-Mart verlor drei Prozent und Costco Wholesale 1,6 Prozent.

Die Baumarktkette Lowe's legte dagegen nach überraschend guten Geschäftszahlen knapp drei Prozent zu. Auch für Tesla ging es mit einem Plus von 3,2 Prozent aufwärts, nachdem die Papiere des Elektroauto-Bauers von Goldman Sachs heraufgestuft worden waren.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 770 Millionen Aktien den Besitzer. 1043 Werte legten zu, 1989 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 1636 im Plus, 1170 im Minus und 159 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen nach dem Fed-Protokoll Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 1-1/32 auf 97-24/32. Die Rendite stieg auf 1,87 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-22/32 auf 96-16/32 und rentierte mit 2,67 Prozent.

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