Autonomes Fahren: Neue Verfügbarkeit der Fahrer eröffnet Milliardenmärkte

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
03.06.2016 07:19
Die fortschreitende Entwicklung des autonomen Fahrens ist nicht nur der Automobilbranche zuträglich. Denn: Wer nicht selbst steuern muss, hat viel Zeit für andere Dinge. Für Hersteller technischer Endgeräte und digitale Serviceanbieter bietet sich dadurch ein enormes Marktpotential.
Autonomes Fahren: Neue Verfügbarkeit der Fahrer eröffnet Milliardenmärkte

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Wenn sich Autos eines Tages selbst steuern, hat der Fahrer unterwegs Zeit zum Geldausgeben. Dieser Effekt des autonomen Fahrens könnte nach einer Studie auch abseits der Automobilindustrie einen Milliardenmarkt entstehen lassen. 75 Prozent der Autofahrer in Deutschland, den USA und Japan seien dazu bereit, Geld für Aktivitäten während der Fahrt auszugeben, wie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation kürzlich auf der Hannover Messe mitteilte. Zu solchen Aktivitäten zählt demnach etwa Arbeiten, Kommunizieren oder Nachrichten lesen.

Autos ohne Fahrer werden nach Ansicht des US-Managers Chris Penrose vom Telekommunikationsunternehmen AT&T ab Mitte 2020 sukzessive zum Alltag gehören. „Es wird aber noch Jahre dauern bis zum flächendeckenden vollautonomen Fahren, da werden noch viele rechtliche Hürden beseitigt werden müssen“, sagte Penrose der Deutschen Presse-Agentur auf der Hannover Messe.

Der für die Zukunftsindustrien zuständige Manager hält für einen Durchbruch allerdings gesellschaftliche Akzeptanz sowie Reservesysteme (Backup) für unabdingbar. Sie sollen in Notsituationen menschliches Eingreifen ermöglichen.

Die Autoren der Fraunhofer-Studie sehen enorme Marktpotentiale, durch die sich die sinkenden Absatzzahlen bei herkömmlichen Autos abmildern ließen. Profitieren könnte davon nicht nur die Automobilindustrie. Auch für Hersteller technischer Endgeräte und digitale Serviceanbieter böte sich ein Milliardenmarkt. Allein in Deutschland sind die Autofahrer laut Studie bereit, im Monat durchschnittlich 23 Euro für Ablenkungen während der Fahrt im autonomen Auto auszugeben. In den USA sind es sogar 28 Euro.

Dabei sind es vor allem die Jüngeren, die eine hohe Kaufbereitschaft zeigen. Die 18 bis 35-Jährigen in Deutschland würden sogar monatlich 38 Euro für diese sogenannten Mehrwertdienste ausgeben. Bei der freien Zeit im Auto stehen Möglichkeiten für Kommunikation und Produktivität ganz oben auf der Wunschliste.

Die Neuordnung der Automobilindustrie durch den Einzug von Internetkomponenten wird in den nächsten Jahren immer schneller voranschreiten. Auch die Unternehmensberatung McKinsey rechnet mit einer Verfünffachung des Marktes auf einen Wert von 170 Milliarden Euro. Die Innovation verändert auch die Märkte für Wartung, Inspektion und Versicherung.

Für 13 Prozent der Käufer kommt ein Neufahrzeug ohne Internetzugang gar nicht mehr in Betracht. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Branchenstudie von McKinsey & Company mit dem Titel „Connected Cars“. „Beim Autokauf spielen Angebote wie Echtzeit-Wartungsinformationen, ortsbasierte Empfehlungen, dynamische Stauprognosen oder Musikstreaming eine zunehmend wichtige Rolle“, erklärt Mohr. 20 Prozent der Kunden würden die Automarke wechseln, wenn sie dadurch an bessere Connectivity-Angebote gelangen. Unter den Vielfahrern, die mehr als 20 Stunden pro Woche im Auto verbringen, beträgt der Anteil der Wechselwilligen sogar 40 Prozent. In China, dem weltweit größten Automarkt, ist die Wechselbereitschaft generell höher als in Europa. „Die potentielle Verschiebung von Marktanteilen zwischen den Autoherstellern ist damit eine der zentralen Auswirkungen von Connected Cars“, sagt Mohr.

Für die Studie „The Value of Time - Nutzerbezogene Service-Potenziale durch autonomes Fahren“ befragte das Fraunhofer-Instistut für Arbeitswirtschaft und Organisation insgesamt 1500 Autofahrer aus den Ländern Deutschland, Japan und den USA.



DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Von Bio-Kampfstoffen ausgelöst? Corona-Virus könnte sich zur globalen Epidemie ausweiten

DWN-Korrespondent Michael Bernegger hat - mit gewohnter Gründlichkeit - die neuesten Entwicklungen im Fall "Corona-Virus" analysiert....

DWN
Politik
Politik Türkei verlegt Luftverteidigungs-System und Langstrecken-Raketen nach Syrien

Die Türkei hat eine unbekannte Anzahl von Luftverteidigungs-Sytemen und Langstreckenraketen mit kurzer Reichweite in die syrische Provinz...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung beschließt Pflicht zur Passwort-Herausgabe an Ämter und Behörden

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der nicht nur soziale Netzwerke, sondern etwa auch Online-Spiele und Dating-Apps...

DWN
Finanzen
Finanzen Plötzlicher massiver Gold-Abfluss aus Großbritannien wirft Fragen auf

In den beiden letzten Monaten des vergangenen Jahres registrierten die britischen Behörden massive Exporte von Edelmetallen ins Ausland....

DWN
Deutschland
Deutschland Wahrscheinlich Anschlag: Auto fährt in Nordhessen in Karnevalsumzug, zahlreiche Verletzte

Während des Rosenmontagsumzugs fährt ein Auto im nordhessischen Volkmarsen in eine Menschenmenge. Mehrere Menschen werden verletzt.

DWN
Deutschland
Deutschland Ifo-Index: Geschäftsklima in Deutschland hellt sich überraschend auf

Die deutsche Wirtschaft scheint von der Entwicklung rund um das Coronavirus unbeeindruckt.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zahl der Toten in China steigt sprunghaft, Fehlalarm am Brenner

Ein Corona-Fehlalarm legt den Zugverkehr am Brenner lahm. China meldet mehr Tote als je zuvor an einem Tag. Italien ergreift radikale...

DWN
Deutschland
Deutschland Düsseldorfer Rosenmontagszug startet mit Rekordgröße

Ein Wagen thematisiert Thüringen: FDP und CDU heben den rechten Arm von AfD-Fraktionschef Björn Höcke zum Hitlergruß.

DWN
Finanzen
Finanzen Massiver Kurs-Einbruch erschüttert den deutschen Aktienmarkt

Aus Sorge vor den Auswirkungen des Coronavirus in Europa ziehen sich Anleger in großem Stil aus deutschen Aktien zurück.

DWN
Politik
Politik EZB plant Bürger-Versammlungen für mehr Kontakt zu den Menschen

Mit einer Serie von Bürger-Veranstaltungen will die EZB den direkten Kontakt zu den Menschen suchen und erfahren, was sie über Inflation...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rekordhohe Schulden der Unternehmen bedrohen das globale Finanzsystem

Die Anleiheschulden der weltweiten Unternehmen haben ein neues Rekordniveau erreicht. Die OECD sieht in diesem Zusammenhang eine Bedrohung...

DWN
Deutschland
Deutschland Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland steigt

Die beiden Onlinevermittler Meinauto.de und Carwow haben in den vergangenen Monaten kräftige Zuwächse bei Elektroautos und Hybriden...

DWN
Politik
Politik Slowenischer Außenminister im DWN-Interview: Die EU ließ uns während der Flüchtlingskrise im Stich

Die slowenische Online-Zeitung "Finance" hat für die DWN den ehemaligen slowenischen Ministerpräsidenten und jetzigen Außenminister,...

DWN
Politik
Politik Südamerika: Kontinent ohne Hoffnung

Über 500 Jahre nach seiner Entdeckung funktioniert Südamerika noch immer wie zu den Zeiten der spanisch-portugiesischen Herrschaft. Ist...

celtra_fin_Interscroller