Bargeld-Ratitionierung zwingt Inder zu Online-Zahlungen

Die Bargeld-Reform in Indien hat Anbietern von Online-Zahlungen großen Zulauf beschert. Die Regierung propagiert den Weg in eine bargeldlose Gesellschaft.

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Nach der überraschend eingeführten Bargeld-Reform und der daraufhin entstehenden Bargeldknappheit weiten die Anbieter von online-Zahlungen ihre Marktanteile rasch aus. Weil kleine Händler und Geschäfte aufgrund der Abschaffung der 500-Rupien-Note sowie der 1000-Rupien-Note um ihre Einkünfte fürchten, steigen immer mehr auf das bargeldlose Bezahlen um, berichtet CNN Tech.

Der Gründer des Bezahldienstes PayTM, Vijay Shekhar Sharma, berichtet von einer gestiegenen Nachfrage seit dem 8. November. „Derzeit registrieren sich bei uns etwa eine halbe Millionen neue Kunden täglich. PayTM hat seit der Verkündung der Reform am 8. November 10 Millionen Benutzer hinzugewonnen. Ich denke, die Abschaffung der großen Banknoten hat den digitalen Bezahlsystemen einen großen Schub gegeben.“

„Ich denke, dass sich die Entwicklung hin zu bargeldlosem Bezahlen aufgrund der Reform um ein Vielfaches beschleunigt hat. Vor ein paar Wochen war dies noch 20 Jahre entfernt, der Vorstoß der Regierung hat dazu geführt, dass es nur noch 10 Jahre sind“, wird der Vorstandsvorsitzende des Anbieters FreeCharge zitiert.

Die Entwicklung scheint ganz im Sinne der Regierung unter Premierminister Narendra Modi zu sein. Modi selbst hatte angekündigt, Indien zu einer bargeldlosen Gesellschaft zu machen. Mit der Abschaffung der großen Scheine scheint er einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung getan zu haben.

Die Verwendung von Bargeld ist in den vergangenen Jahren von einigen Ökonomen und Politikern kritisiert worden. Mittlerweile erscheint es legitim, von einem Feldzug gegen Münzen und Scheine zu sprechen. Denn Bargeld hat für den Staat und die Banken einen großen Nachteil: indem Kunden dieses von ihren Konten abheben, schützen sie ihr Guthaben vor möglichen Strafzinsen oder Sonderabgaben.

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