Französische Banken geben Marine Le Pen keinen Kredit

Marine Le Pen hat offenbar Schwierigkeiten, ihre Wahlkampagne zu finanzieren. Ihre Mitbewerber haben damit weniger Probleme.

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Die Präsidentschaftskandidatin des Front National in Frankreich hat den Banken des Landes vorgeworfen, ihr Kredite für den Wahlkampf zu verweigern. Die Finanzierung ihrer Kampagne sei noch nicht komplett gesichert, sagte Marine Le Pen am Montag dem Rundfunksender Europe 1. Deswegen bemühe sie sich um einen Kredit einer ausländischen Bank. Le Pen war in der vergangenen Woche in Russland und wurde dort auch von Präsident Wladimir Putin empfangen. Sie erhalte aber keine finanzielle Unterstützung von Russland oder einem russischen Finanzinstitut, sagte Le Pen. Für sie gebe es aber keine Alternative als im Ausland Geldgeber zu suchen. „Was bleibt mir übrig? (…). Die französischen Banken haben allen Präsidentschaftskandidaten Kredite gewährt – außer mir.“

Die Société Générale erklärte laut Reuters, sie vergebe keine Kredite an politische Parteien. Die anderen großen Banken Frankreichs lehnten eine Stellungnahme ab. 2014 war bekanntgeworden, dass der Front National ein Darlehen von neun Millionen Euro von der russischen Bank FCRB erhalten hatte.

Der im sozialistischen Kabinett als Wirtschaftsminister tätige Emmanuel Macron scheint dagegen weniger Probleme mit den Banken zu haben: Er sagte der Zeitung La Croix Anfang März, dass er sich in Verhandlungen über einen 8 Millionen-Euro Kredit für seine Kampagne befinde. Seine Wahlorganisation „En Marche!“ ist keine offizielle Partei und erhält daher kein Unterstützung vom Staat. Macron dürfte aber beim Fund-Raising seine Kenntnis der Finanzwelt zugute kommen: Er arbeitete für mehrere Jahre als Investmentbanker. Der Guardian berichtet über eine Veranstaltung von Macron in London:

„Wenn es um seine Finanzierung geht, wurde ihm vorgeworfen, der Kandidat der Banker zu sein, weil er für Rothschild gearbeitet hat. Am vergangenen Montag in London sprach er 3.500 potenzielle französische Wähler an und sagte ihnen: ,Mir wird immer wieder vorgeworfen, dass ich nach London komme, um Geld von der City zu holen, von diesen bösen und schrecklichen Leuten.‘

Die Versammlung lachte – viele von ihnen arbeiten in der City. Aber dann fuhr er fort: ,Zumindest bei Rothschild hatte ich einen echten Job, ich habe gearbeitet, ich habe wirklich mein Gehalt verdient.‘ Ein schöner Seitenhieb auf François Fillon, der beschuldigt wird, seine Frau für Arbeiten eingestellt zu haben, die sie nie verrichtet hat.“

Macrons Mitarbeiter geben an, dass der Kandidat bereits 6,5 Millionen Euro von privaten Spendern eingesammelt habe. Macron sagte La Croix, es hätten bereits mehr als 30.000 Individuen gespendet, und zwar etwa 50 Euro durchschnittlich. Auf die Frage, ob er die Spender offenlegen werde, sagte Macron, dass dies nicht möglich sei, weil damit das Steuergeheimnis verletzt würde.

Auch der linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon gab Anfang März an, dass er bereits Bank-Kredite in Höhe von 8 Millionen Euro gesichert habe. Die Linkspartei sagt, sie habe etwa eine Million Euro von Einzelspendern gesammelt.

Welche Banken die Kredite an Macron und Mélenchon vergeben ist nicht bekannt.

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