US-Behörde verklagt Fiat Chrysler wegen falscher Abgaswerte

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Luc Olinga von der AFP berichtet:

Nach Volkswagen nun Fiat Chrysler: Die US-Umweltbehörde EPA hat Klage gegen den italienisch-amerikanischen Autohersteller wegen falscher Abgaswerte eingereicht. Es geht um 104.000 Dieselfahrzeuge mit Drei-Liter-Motoren. Fiat Chrysler hofft aber weiterhin darauf, rasch eine gütliche Einigung mit den US-Behörden erzielen zu können.

In der bei einem Gericht im Bundesstaat Michigan eingereichten Klage heißt es, Fiat Chrysler habe beim Jeep Grand Cherokee sowie dem Kleinlastwagen Dodge Ram 1500 eine Software eingebaut, welche die Abgaswerte bei Tests verfälsche. Die betreffenden Autos der Baujahre 2014 bis 2016 sollen so auf dem Prüfstand weniger Stickoxide ausgestoßen haben als beim tatsächlichen Einsatz auf der Straße.

Die Vorwürfe haben allerdings eine geringere Dimension als bei Volkswagen: Dort waren von den Abgasmanipulation bei Dieselfahrzeugen weltweit elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon allein rund 560.000 in den USA. Die von Volkswagen im Zuge der Aufarbeitung des Skandals ausgehandelten Entschädigungen und Strafzahlungen in den Vereinigten Staaten belaufen sich inzwischen auf mehr als 22 Milliarden Dollar (knapp 20 Milliarden Euro).

Fiat Chrysler zeigte sich „enttäuscht“ über die Klage und kündigte an, sich „robust“ verteidigen zu wollen. Der Konzern beteuerte, die Software keineswegs mit dem Vorsatz eingebaut zu haben, bei den Tests zu tricksen. Das Unternehmen kündigte zugleich an, es wolle sich weiterhin um eine außergerichtliche Einigung mit den Regulierungsbehörden bemühen.

Der Konzern hat nach eigenen Angaben bereits eine neue Softwareversion entwickelt, von der er sich erhofft, dass sie die Kriterien der EPA sowie der kalifornischen Umweltbehörde Carb erfüllt. Die EPA erklärte, die außergerichtlichen Verhandlungen mit Fiat Chrysler gingen weiter. Doch sei „ungewiss“, bis wann die Angelegenheit abgeschlossen werden könne.

Neben der Klage durch die EPA sieht sich Fiat Chrysler in den USA auch mit Sammelklagen von Verbrauchern konfrontiert. Der Konzern steht wegen der Abgasaffäre zudem in Europa unter Druck. Die EU-Kommission leitete ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien ein, weil die dortigen Behörden die EU-Vorschriften für die Genehmigung von Fahrzeugen nicht eingehalten hätten.

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