Savona: In Italien wurden nicht die Banken gerettet, sondern die Sparer

Der frühere italienische Industrieminister Savona sieht die Banken-Aufsicht in der Pflicht, rechtzeitig und öffentlich vor Risiken bei Banken zu warnen.

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Der italienische Euro. (Foto: dpa)

Der italienische Euro. (Foto: dpa)

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Paolo Savona, Mitbegründer und erster Vorsitzender des italienischen Einlagensicherungsfonds FITD (Fondo Interbancario di Tutela dei Depositi) sowie ehemaliger Industrieminister Italiens, hält im Fall der beiden Krisenbanken Banca Veneto und Banca Popolare di Vicenza staatliches Eingreifen für gerechtfertigt und für nötig. Savona sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Seit Jahrzehnten ist davon die Rede, dass Banken auch pleite gehen können müssen. In der Regel lässt man dies jedoch nicht zu. Als man Lehman Brothers fallen ließ, führte das zu einer Tragödie von weltweitem Ausmaß. Das Problem ist, dass man oft zu spät reagiert – und dies ist auch nun bei den italienischen Banken der Fall. Die Kosten eines Eingreifens steigen dadurch beträchtlich.“

Paolo Savona. (Foto: Aspen Institute)

Paolo Savona. (Foto: Aspen Institute)

Savona sagte, dass es darum gehe, die Sparer und Kleinanleger zu schonen und äußerte Kritik an der konkreten Ausgestaltung des Bail-in: „Allerdings werden ja nicht die Banken gerettet, also die Aktionäre, sondern die Sparer und Halter von Obligationen. Es ist richtig, dass man das macht. Denn die Insolvenzen sind das Ergebnis einer mangelnden Aufsicht und von Wirtschaftskrisen – die wiederum oft durch eine falsche Wirtschaftspolitik hervorgerufen wurden. Deswegen ist die europäische Direktive des Bail-in nicht nur falsch, sondern auch ungerecht: Am Ende zahlen die, die für die Krise keine Verantwortung tragen. Wenn die Sparer dafür verantwortlich gemacht werden sollen, müsste sie die Bankenaufsicht vorher über die Risiken informieren, die sie eingehen, wenn sie ihr Geld einer Krisenbank anvertrauen. Das aber macht man nicht, um einen Bank-Run zu verhindern. Und deswegen muss der Staat eingreifen.“

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Der Ökonom Paolo Savona warnte von Anfang an vor dem Maastrichtvertrag und der Einführung des Euro in Italien. Er war Mitglied der Banca d’Italia, Direktor des italienischen Arbeitgeberverbandes Confindustria, vom April 1993 bis zum April 1994 Industrieminister im Kabinett Ciampi, Mitbegründer und erster Vorsitzender des italienischen Einlagensicherungsfonds und ist ausgewiesener Währungsexperte mit zahlreichen Veröffentlichungen.

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