Weidmann: Klima-Politik ist nicht Aufgabe der Zentralbanken

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
14.07.2017 00:47
Bundesbank-Präsident Weidmann ist dagegen, dass Zentralbanken andere als geldpolitische Aufgaben verfolgen.
Weidmann: Klima-Politik ist nicht Aufgabe der Zentralbanken

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich gegen Vorschläge ausgesprochen, die Geldpolitik solle beim Einsatz ihrer Instrumente auch Klimarisiken beachten, berichtet Reuters. Neutralität sei ein wichtiges Prinzip für die Arbeitsweise der Notenbanken in der Euro-Zone, sagte Weidmann am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. „In einer Währungsgemeinschaft mit 19 nationalen Finanzsystemen, die sich auf manche Art unterscheiden, ist es wichtig, nicht einzelne Finanzinstrumente gegenüber anderen Finanzierungsformen zu favorisieren“, sagte Weidmann. Jede Art von Vorzugsbehandlung würde Weidmann zufolge nationale Unterschiede in der Übertragung der Geldpolitik auf die Wirtschaft verstärken.

In der jüngsten Vergangenheit hatte es wiederholt Diskussionen gegeben, inwieweit die Geldpolitik auch Klimarisiken und ökologische Ziele beachten sollte. EZB-Präsident Mario Draghi war unter anderem im Mai bei seinem Auftritt im niederländischen Parlament auf dieses Thema angesprochen worden.

Weidmann lehnte eine solche Erweiterung des Mandats für die Euro-Notenbank ab. Ihm zufolge sollte die Geldpolitik nicht durch die Übernahme weiterer Aufgaben wie die Beachtung von Klimarisiken überlastet werden. Sogenannte grüne Anleihen, also Titel für die Finanzierung ökologischer Projekte und Klimaschutz-Projekte, sollten aus Sicht des Bundesbank-Präsidenten daher auch keine Vorzugsbehandlung im EZB-Kaufprogramm für Firmenanleihen oder bei den Sicherheiten in den Kreditgeschäften der Notenbank genießen. „Das Mandat des Eurosystems ist die Sicherung von Preisstabilität“, sagte Weidmann.

Weidmann wörtlich:

„Um das Öffnen von Pandoras Box zu verhindern, sollten wir beispielsweise ‚grünen Anleihen“ keine präferierte Behandlung zukommen lassen – weder im Ankaufprogramm für Unternehmensanleihen, noch im gesamten Rahmenprogramm. Das Mandat des Eurosystems besteht in der Erhaltung der Preisstabilität. Und um die Fähigkeit zur Garantierung von Preisstabilität zu erhalten, sollte die Geldpolitik nicht von anderen Politikzielen überfrachtet werden.“

Weidmann vertritt in dieser Hinsicht eine etwas andere Position als zuletzt der Gouverneur der britischen Notenbank: Mark Carney hatte vor einiger Zeit Investoren aufgefordert, aus Unternehmen auszusteigen, deren Geschäftsmodell auf fossilen Energieträgern besteht. Diese könnten im Zuge des Kampf gegen den Klimawandel zu "gestrandeten Assets" werden und daher drastisch an Wert verlieren. Diese Aussage kam allerdings vor dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat sich auf Erdöl und Erdgas festgelegt. Die USA wollen ein führender Player werden und vertrauen vor allem auf den Export von Schiefergas. Dieses soll als LNG vor allem in Europa den Russen Marktanteile abjagen.

Trump hatte die sich abzeichnende Rivalität in einer ironischen Bemerkung auf dem Flug nach Paris zusammengefasst: Er werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin beim nächsten Treffen fragen, ob er wirklich ihn, Trump, als Präsidenten favorisiert habe:


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung plant Einführung des 12-Stunden-Arbeitstags

Die Bundesregierung will angesichts der Corona-Pandemie für zahlreiche Branchen längere Arbeitszeiten bis zu zwölf Stunden, kürzere...

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsbankrott in Argentinien: Gläubiger verlieren zehn Milliarden Dollar

Argentinien hat Zahlungen bei Anleihen in der Größenordnung von bis zu 10 Milliarden Dollar eingestellt. Es ist der neunte Staatsbankrott...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Mittwoch: Die Entwicklungen zum Coronavirus im Live-Ticker

Es folgen die Entwicklungen vom Mittwoch, den 8. April, im Live-Ticker. Das Coronavirus ist noch immer weltweit das bestimmende Thema.

DWN
Deutschland
Deutschland Institute erwarten Erholung von Corona-Rezession bereits im nächsten Jahr

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten hierzulande die schwerste Rezession seit 1970. Doch schon für das kommende Jahr...

DWN
Deutschland
Deutschland Bleiben Sie stets informiert und unterstützen Sie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten per Abo

Aktuell dreht sich alles um das Coronavirus. Das öffentliche Leben ist komplett heruntergefahren worden - Schulen, Restaurants und der...

DWN
Deutschland
Deutschland Porsche zahlt Mitarbeitern erneut 9700 Euro Prämie

Porsche überweist seinen Mitarbeitern trotz der aktuellen Krise auch in diesem Jahr 9700 Euro zusätzlich.

DWN
Deutschland
Deutschland Regierung erwartet deutlich mehr Kurzarbeit als in der Finanzkrise

Die Kurzarbeit wird in der Virus-Krise nach Einschätzung der Bundesregierung einen neuen Rekordstand erreichen. Die Kurzarbeit werde...

DWN
Finanzen
Finanzen Target 2: Forderungen der Bundesbank im Eurosystem nähern sich der Billionenmarke

Die Forderungen der Bundesbank gegenüber andere Euro-Zentralbanken nähert sich der Marke von einer Billion Euro. Die Marke dürfte bald...

DWN
Politik
Politik China muss die Welt wegen des Corona-Virus entschädigen

Das chinesische Corona-Virus hat alleine in der G7-Staatengruppe einen Schaden von 3,62 Billionen Euro verursacht. Nun werden die Stimmen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Grönland blickt mit bangem Erwarten auf die Ankunft des Virus

Zwar hat Grönland bisher nicht einen einzigen Corona-Toten und die Intensivstationen sind leer. Doch die Erfahrungen mit den tödlichen...

DWN
Technologie
Technologie Schnellladestationen zerstören Teslas Auto-Batterien schon nach 25 Ladevorgängen

Beim Einsatz von heute üblichen Schnellladestationen geht die Ladekapazität der Batterien stärker verloren, als bisher angenommen.

DWN
Politik
Politik Erdogan: „Globalisierung bedeutet moderne Sklaverei“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan meint, die Globalisierung sei nichts weiter als eine Art der „modernen Sklaverei“ und...

DWN
Deutschland
Deutschland Messeabsagen: Fachverband rät zu Digitalisierung

Die Corona-Pandemie hat zu zahlreichen Absagen von Messen und Konferenzen geführt - eine riesiges Problem für viele Unternehmen.

DWN
Deutschland
Deutschland Spezialmarkt für die Behandlung von Oberflächen explodiert auf 12 Milliarden Euro

Die deutschen Hersteller sind beim Smart Coating, einem besonderen Markt für die Behandlung von Oberflächen, Weltspitze. Schätzungen...

celtra_fin_Interscroller