Solarworld-Gründer und Kataris übernehmen zwei deutsche Werke

Ein Konsortium um den Gründer und die Qatar Stiftung möchte die beiden deutschen Werke des insolventen Solarherstellers Solarworld übernehmen.

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Der Vorstandsvorsitzende des Solar-Modul-Herstellers Solarworld, Frank Asbeck. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Der Vorstandsvorsitzende des Solar-Modul-Herstellers Solarworld, Frank Asbeck. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Solarworld-Gründer Frank Asbeck will mit Partnern die Fabriken des insolventen Solarkonzerns in Thüringen und Sachsen übernehmen. Insolvenzverwalter Horst Piepenburg teilte am Dienstag mit, er habe mit der Solarworld Industries GmbH einen entsprechenden Kaufvertrag geschlossen. Die Firma werde vertreten durch Asbeck und andere Gesellschafter, sagte er im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Über die weiteren Gesellschafter schwieg der Sanierungsexperte sich indes aus. Reuters hatte zuvor von einem Insider erfahren, dass die Qatar Foundation dahintersteckt.

Der Investor aus Katar hatte die vorherige Rettung des Bonner Konzerns 2013 zusammen mit Firmengründer Asbeck finanziert und hält seither über Qatar Solar rund 29 Prozent an Solarworld. Die Araber wollten mit dem Schritt ihr Engagement in der deutschen Solarbranche absichern, hieß es. Solarworld und Qatar Solar sind gemeinsam auch an dem auf die Solarbranche spezialisierten Maschinenbauer Centrotherm beteiligt.

Die Übernahme der Werke in Arnstadt und Freiberg müsse allerdings noch am Freitag auf einer außerordentlichen Gläubigerversammlung abgesegnet werden, sagte Piepenburg. Für den Fall müsse dann niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. 475 Mitarbeiter der Produktionsstätten würden in der Nachfolgegesellschaft beschäftigt werden, die übrigen 1200 des insolventen Konzerns hätten das Angebot, in eine Transfergesellschaft überzugehen.

Zum Kaufpreis machte Piepenburg keine Angaben. Er bestehe im Wesentlichen in der Ablösung von Verbindlichkeiten. Er betonte, die Solarworld-Aktionäre erhielten aus den Erlösen des Verkaufsprozesses keine Ausschüttungen.

Nach sechs Verlustjahren hatte das einstige Aushängeschild der deutschen Solarindustrie Anfang Mai Insolvenz angemeldet. Die Mitarbeiter am Firmensitz in Bonn wurden bereits zum 1. August freigestellt.

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