Aufsicht verschärft Cyber-Regeln für Banken

Die deutsche Finanzmarktaufsicht Bafin verstärkt die Sicherheitsbestimmungen für Banken, Fonds und Versicherungen.

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Die Finanzaufsicht BaFin warnt vor hohen Risken für Banken und Versicherer durch Hackerangriffe und verschärft die Kontrolle der Institute, berichtet Reuters. In Deutschland habe es bereits Cyberattacken auf Banken gegeben, sagte BaFin-Chef Felix Hufeld dem Handelsblatt. „Die bekannten Fälle hätten theoretisch in Schadenssummen von Milliarden Euro münden können, es hätte auch Auswirkungen auf das gesamte Finanzsystem geben können“, sagte der oberste deutsche Finanzaufseher. „Wenn Sie den Zahlungsverkehr lahmlegen, entsteht ein Problem für das gesamte Finanzsystem.“

Deshalb verschärft die BaFin die Vorgaben für Banken, Versicherer und Fondsgesellschaften. „Wir sind eines der ersten Länder, die konkrete aufsichtliche Vorgaben für das Risikomanagement von IT- und Cyberrisiken gemacht haben“, sagte Hufeld. Für die Banken griffen die verschärften Cyber-Regeln spätestens Ende des Jahres, nächstes Jahr würden sie auf die Versicherer übertragen. In einer dritten Welle beträfen die strengeren Vorgaben die Fondsgesellschaften.

Das Finanzsystem hält Hufeld zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise für stabiler, aber nicht für unverwundbar. „Wir wissen nicht, aus welcher Ecke die nächste Krise kommt.“ Die Finanzaufsicht versuche Trends zu entdecken, aus denen neue Probleme entstehen könnten. Zu den möglichen neuen Gefahrenherden zählt Hufeld das Crowdlending, einst das Verleihen von privat zu privat über das Internet. „Inzwischen bilden sich dort Modelle heraus, in denen die Kredite auch gebündelt, verbrieft und danach verkauft werden.“ Zum Problem kann das werden, wenn die Volumina steigen und auch schwache Schuldner bedient werden. Ähnliche Wertpapiere hatten vor zehn Jahren die Finanzkrise mitausgelöst.

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