Euro steht nach Bundestagswahl unter Druck

Der Euro steht seit der Bundestagswahl merklich unter Druck.

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Eine Euro-Münze und ein Dollar-Schein. (Foto: dpa)

Eine Euro-Münze und ein Dollar-Schein. (Foto: dpa)

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Der Euro bleibt unter Druck: Die Gemeinschaftswährung rutschte am Dienstag zwischenzeitlich um mehr als einen halben US-Dollar auf 1,1782 Dollar ab und notierte damit so niedrig wie zuletzt vor vier Wochen. Neben möglicherweise langwierigen Koalitionsverhandlungen in Berlin machten Anleger die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen für den Kursrückgang verantwortlich, schreibt Reuters.

In den USA stünden die Zeichen auf Zinserhöhungen, sagten Händler. „Und das dürfte Fed-Chefin Janet Yellen bei ihrer Rede heute Abend in Cleveland zum Thema Inflation und Geldpolitik bestätigen.“ Dagegen hält die EZB weiterhin eine sehr umfangreiche geldpolitische Unterstützung für die Konjunktur für nötig, wie Notenbankchef Mario Draghi am Montag vor einem Ausschuss des Europa-Parlaments in Brüssel ausführte.

Zudem belastet den Euro auch die mögliche Regierungsbeteiligung der FDP in Berlin. Die Liberalen sehen eine vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron befürwortete stärkere Integration im Euro-Raum kritisch. Macron wollte seine Ideen zur Vertiefung der Euro-Zone durch ein gemeinsames Bugdet und einen gemeinsamen Finanzminister am Dienstag vorstellen. „Das Wahlergebnis in Deutschland war ein Dämpfer nicht nur für Merkel, auch für Macron“, sagte Neil Jones, Währungsstratege bei der Bank Mizuho in London.

Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen verwies darauf, dass der Euro seit der französischen Präsidentenwahl letztlich vor allem angesichts von Hoffnungen auf eine größere Integration Europas um zehn Prozent aufgewertet habe. Vor dem Hintergrund der Bundestagswahlen sei nun die Unsicherheit darüber wieder höher.

Nach der jüngsten Ratssitzung der EZB hatte der Euro noch mit 1,2092 Dollar ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch markiert. Anleger hatten die Aussagen der EZB als Signal für ein baldiges Ende der Anleihekäufe interpretiert. Zudem hatten viele Analysten von einer Dollar-Schwäche gesprochen, die trotz der höheren Zinsen mit der innenpolitischen Lage in Washington begründet wurde.

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