Saudi-Arabien: Libanon hat uns den Krieg erklärt

Die Säuberungen in Saudi-Arabien führen zu Unruhe im Nahen Osten.

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Der saudi-arabische König Salman ibn Abd al-Aziz (l) trifft sich am 06.11.2017 mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Libanon Saad Hariri zu einem Gespräch in Riad. (Foto: dpa)

Der saudi-arabische König Salman ibn Abd al-Aziz (l) trifft sich am 06.11.2017 mit dem ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri zu einem Gespräch in Riad. (Foto: dpa)

Der saudische Minister für die Golf-Beziehungen, Thamer al-Sabhan, sagte am Montag, der Libanon habe Saudi-Arabien den Krieg erklärt. Der Minister bezeichnete nicht näher beschriebene Aktionen der vom Iran unterstützten Hisbollah als „Aggression gegen das Königreich“, berichtet der saudische Staatssender al-Arabiya.

„Wir werden die Regierung des Libanon als eine Regierung behandeln, die Saudi-Arabien wegen der Aggression der Hisbollah den Krieg erklärt hat“, sagte er als Antwort auf die jüngsten Entscheidungen der libanesischen Regierung.

Al Arabiya berichtete, dass der saudische König Salman den scheidenden Premierminister Saad Hariri über die Details der Aggression der Hisbollah gegen Saudi-Arabien informiert habe. Die libanesische Regierung sollte sich der Gefahren der Hisbollah bewusst sein.

Sabhan sagte, dass die Hisbollah-Milizen an terroristischen Anschlägen beteiligt seien, die das Königreich bedrohen, und betonte, dass Saudi-Arabien alle politischen und anderen Mittel einsetzen werde, um in eine Konfrontation mit der „Partei des Satans“ zu gehen, wie er die Hisbollah nannte.

„Wir erwarten, dass die libanesische Regierung die Hisbollah abschreckt“, sagte er in einem Interview mit Al Arabiya.

Sabhan beschuldigte die Hisbollah außerdem, Drogen nach Saudi-Arabien geschmuggelt und saudische Jugendliche gegen den Terrorismus ausgebildet zu haben.

Der saudi-arabische Minister sagte, Hariri und die libanesische Regierung würden die Positionen der Hisbollah-Milizen nicht akzeptieren. Er sagte, dass Gerüchte, die Saudis hätten Hariri zum Rücktritt gezwungen, Lügen seien, um Chaos zu verbreiten. Allerdings hatten auch israelische Medien berichtet, dass Hariri von den Saudis gewungen worden sei, zurückzutreten. Die Times of Israel berichtete von Spekulationen, Hariri halte sich nicht freiwillig in Riad auf.

„Der Libanon wird von den Milizen der Hisbollah gekidnapped und dahinter steht der Iran“, sagte er.

Besondere Brisanz erhält die Lage durch ein israelisches Militärmanöver, das in diesen Tagen beginnt. Beobachter wie das Middle East Eye rechnen allerdings nicht damit, dass Israel zum aktuellen Zeitpunkt in einen Krieg gegen die Hisbollah gehen möchte. Stratfor dagegen analysiert, dass Israel und Saudi-Arabien wegen des gescheiterten Sturzes von Baschar al-Assad in Syrien einen Angriff gegen den Libanon in Erwägung ziehen könnten.

Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat dem Erzrivalen Iran eine direkte militärische Aggression durch Raketenlieferungen an die Huthi-Rebellen im Jemen vorgeworfen. Dies könne einen „kriegerischen Akt gegen das Königreich“ darstellen, zitierte die staatliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA am Dienstag den Kronprinzen. Dieser habe sich in einem Telefonat mit dem britischen Außenminister Boris Johnson geäußert. Die saudi-arabische Luftwaffe hatte am Samstag eine Rakete abgefangen, die von Huthi-Rebellen in Richtung der saudi-arabischen Hauptstadt Riad abgefeuert worden war.

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