Saudi-Arabien versucht, nervöse Finanzmärkte zu beruhigen

Die Saudis haben 1.200 Konten eingefroren, wollen aber die Unternehmen nicht beeinträchtigen, an denen die verhafteten Prinzen und Geschäftsleute beteiligt sind.

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US-Präsident Donald mit dem saudischen Verteidigungsminister Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud, im März 2017 im Weißen Haus. Der Prinz will die Finanzmärkte trotz der vielen Festnahmen beruhigen. (Foto: White House Photo by Shealah Craighead)

US-Präsident Donald mit dem saudischen Verteidigungsminister Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud, im März 2017 im Weißen Haus. (Foto: White House Photo by Shealah Craighead)

Die saudiarabische Führung will negative Folgen für die Wirtschaft wegen der Anti-Korruptionskampagne verhindern. Kronprinz Mohammed bin Salman habe die Minister angewiesen, dass die einheimischen und internationalen Unternehmen, die ganz oder teilweise Personen gehörten, gegen die in diesem Zusammenhang ermittelt werde, nicht beeinträchtigt würden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur am Dienstag. Die Führung des Landes sei sich der Bedeutung dieser Unternehmen für die heimische Wirtschaft und des Vertrauens der Investoren in Saudi-Arabien bewusst. Auch die Zentralbank versuchte, zu beruhigen. Die Geschäfte von Firmen und Banken seien nicht betroffen, versicherte sie. Zuvor war aus Bankenkreisen verlautet, dass im Zuge der Anti-Korruptionskampagne mehr als 1200 Konten eingefroren worden seien.

Dutzende Mitglieder der Königsfamilie sowie Staatsbedienstete und Manager sind am Wochenende festgenommen worden. Ihnen werden Geldwäsche, Bestechung, Erpressung und Bestechlichkeit vorgeworfen. Die Börsen am Golf hatten deswegen am Dienstag weiter Federn gelassen. Für Nervosität sorgte auch der verbale Schlagabtausch mit dem Iran. Kronprinz Mohammed bin Salman warf der Regierung in Teheran militärische Aggression vor und verwies auf iranische Raketenlieferungen an die Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen. Der saudi-arabische Leitindex schloss mit einem Abschlag von 0,7 Prozent. Hätten regierungsnahe Fonds nicht eingegriffen, wäre die Börse stärker gefallen, sagte ein Fondsmanager. Offenbar wollte man eine Panik verhindern.

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