Weltwirtschaft

Energiemarkt Europa: Griechenland kauft Flüssiggas aus den USA

Lesezeit: 1 min
08.12.2017 02:07
Griechenland hat als drittes europäisches Land nach Polen und Litauen US-Flüssiggas gekauft.
Energiemarkt Europa: Griechenland kauft Flüssiggas aus den USA

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der US-Botschafter in Griechenland, Geoffrey Pyatt, sagte am 4. Dezember auf der Wirtschaftskonferenz der Amerikanisch-Griechischen Handelskammer (AmCham) in Athen, dass Griechenland das dritte europäische Land sein wird, das nach Polen und Litauen US-LNG importieren wird, berichtet NEW EUROPE. „Der Energiemarkt ist ein offenkundiger Wachstumsmarkt. Es gibt ein deutliches Interesse von Seiten der US-Unternehmen. Es ermutigt mich, dass es eine Übereinstimmung zwischen den politischen Ansichten der USA und Griechenlands in diesem kritischen Sektor gibt”, so Pyatt.

Der US-Diplomat erinnerte daran, dass US-Präsident Donald Trump und der griechische Premierminister Alexis Tsipras bei dessen Besuch in Washington die „Verpflichtung und den Optimismus” der USA für den griechischen Energiesektor als Mittel zur wirtschaftlichen Erholung des Mittelmeerraums besprochen hatten.

Griechenland befindet sich nach Angaben von Pyatt an einem Wendepunkt, um sich als wichtiges europäisches Energie-Drehkreuz zu etablieren. Diese Aussage traf er im Zusammenhang mit den Energieprojekten Trans Adriatic Pipeline (TAP), Floating Storage Regasification Unit (FSRU) in Alexandroupolis, der Modernisierung des Revithousa-Terminals und dem Griechenland-Bulgarien-Interkonnektor (IGB). Pyatt meint, dass diese Projekte das enorme Energiepotenzial Griechenlands zeigen.

„Ich habe mich über die Rede von Maros Sefcovic, Vizepräsident der Europäischen Kommission für die Energieunion, auf dem jüngsten griechischen Energieforum hier in Athen sehr gefreut (...). Wir waren uns einig über die Bedeutung der Diversifizierung der Energieversorgung, über die regionale Rolle Griechenlands und über die Aussage des Premiers (Tsipras, Anm. d. Red.) bei seinem Besuch in den USA, dass mit Blick auf die Energie-Diversifizierung in Europa fast jede größere neue Energie-Route, die nach Europa führt, Griechenland passieren muss”, so Pyatt. Der US-Diplomat wies vor allem darauf hin, dass sich die europäischen Energiekunden von der Abhängigkeit von Gazprom lösen müssen. Da biete sich der Import von US-LNG an.

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, ob die US-LNG-Lieferungen das Potenzial besitzen, russische Gas-Importe über Pipeline-Strukturen zu ersetzen, sagte ein Sprecher von UNIPER: „LNG aus unterschiedlichen Regionen der Welt kann im Rahmen eines diversifizierten Gasbezugs neben Pipelinegas und der eigenen Förderung eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Derzeit ist eine Gasversorgung Europas überwiegend aus US-LNG aber unrealistisch – sowohl im Hinblick auf Mengen wie auf Preise. Fest steht, dass LNG aus den USA derzeit sehr teuer ist. Europa ist noch nicht bereit, diese Preise zu zahlen. Wenn wir Europäer uns künftig überwiegend mit LNG versorgen wollen, müssen wir auch bereit sein, in den Preiswettbewerb mit Asien einzusteigen. Andernfalls geht das LNG nach Asien oder in andere Weltgegenden. Pipelines haben demgegenüber den Vorteil, dass sie Länder und Kontinente fest verbinden.”

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik „Ein Votum der FDP für Ursula von der Leyen sehe ich nicht“
22.02.2024

Der haushaltspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Otto Fricke, macht im exklusiven DWN-Interview deutlich, wo die Probleme beim...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB: In der Bilanz klafft ein großes Loch
22.02.2024

Die Europäischen Zentralbank (EZB) ist in die roten Zahlen geraten. Das Loch in der EZB-Bilanz ist hauptsächlich auf die Zinserhöhungen...

DWN
Politik
Politik Wachstumsgesetz scheitert im Vermittlungsausschuss
22.02.2024

Die ohnehin schon stark abgeschwächte Variante des Wachstumschancengesetz ist nun im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und...

DWN
Politik
Politik „Wir brauchen in Deutschland endlich einen Befreiungsschlag“
21.02.2024

Die Bundesregierung hat ihren Jahreswirtschaftsbericht veröffentlicht und dabei ihre Wachstumsprognose nach unten korrigiert: nämlich von...

DWN
Politik
Politik Wie die USA schlafmützig den Munitionsnachschub für die Ukraine gefährden
22.02.2024

Die Ukraine muss sich gerade an mehreren Abschnitten der Kriegsfront mit Russland zurückziehen, weil ihren Truppen die Munition für ihre...

DWN
Politik
Politik Europa ist anfällig für "Teile-und-Herrsche-Strategie" der Großmächte
21.02.2024

Werden Deutschland und die EU Opfer einer zunehmenden Rivalität zwischen den USA und China? Geraten sie zwischen die Fronten? Und wie kann...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Euro: EZB versucht, Banken zu beschwichtigen
21.02.2024

Der Bankensektor sieht im digitalen Euro eine Gefahr für sein Geschäftsmodell. Die EZB versucht diese Sorgen mit Gegenargumenten zu...

DWN
Politik
Politik Effektivität zweifelhaft: EU setzt auf neue Finanz-Sanktionen gegen Russland
21.02.2024

Kurz vor dem zweiten Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine hat die Europäische Union ihr 13. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen....