Neue Seidenstraße: China will Zusammenarbeit mit Afghanistan ausbauen

China will Afghanistan in sein Projekt der Neuen Seidenstraße einbinden.

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Zu dem umgangssprachlich als „Neue Seidenstraße“ bekannten internationalen Infrastrukturprojekt Chinas soll nach Pakistan auch der gemeinsame Nachbar Afghanistan hinzustoßen. Nach einem ersten Treffen der Außenminister der Länder sagte der chinesische Ressortchef Wang Yi am Dienstag, er hoffe auf eine Mitarbeit Afghanistans. Das Land habe „dringenden Entwicklungsbedarf“ und könne daher in die bestehende Zusammenarbeit mit Pakistan mit einbezogen werden.

China hat mit Pakistan mehrere Infrastrukturprojekte wie etwa Eisenbahn- und Straßenverbindungen von der Volksrepublik zum Indischen Ozean auf den Weg gebracht. Das aufstrebende Schwellenland will diesen sogenannten China-Pakistan-Wirtschaftskorridor (CPEC) um Afghanistan erweitern.

Allerdings sind die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan angespannt, da die Regierung in Kabul dem südlichen Nachbarn vorwirft, die aufständischen radikalislamischen Taliban zu unterstützen. Pakistans Außenminister Khawaja Asif erwähnte nach dem ersten Dreier-Treffen der Ressortchefs der drei Nachbarländer die Perspektive einer afghanischen Mitarbeit im CPEC nur indirekt: Die „unverbrüchliche Freundschaft“ mit China und die Kooperation in dem Wirtschaftskorridor dienten als Modell für die verbesserte Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten „einschließlich Afghanistans“.

Pakistans Erzrivale und östlicher Nachbar Indien sieht das mit einem Investitionsvolumen von 57 Milliarden Dollar ausgestattete CPEC hingegen mit Argwohn: Denn Teile der projektierten Verkehrsverbindungen verlaufen durch den pakistanisch-verwalteten Teil Kaschmirs, auf den auch Indien Anspruch erhebt. Die „Neue Seidenstraße“ knüpft an die wichtigste Handelsverbindung zwischen China und Europa in der Antike und dem Frühmittelalter an. Es sollen neue Straßen-, Schienen- und Seeverbindungen für den Handel zwischen Europa und Asien entstehen.

China, Pakistan und Afghanistan wollen zudem bei der Bekämpfung von Extremismus in der westchinesischen Provinz Xinjiang zusammenarbeiten. „Wir haben vereinbart, bei der Bekämpfung von Terrorismus in all seinen Formen zu kooperieren“, sagte der afghanische Außenminister Salahuddin Rabbani am Dienstag in Peking bei einem Dreiertreffen mit seinen Kollegen aus China und Pakistan. Der chinesische Chefdiplomat Wang Yi sagte, Xinjiang solle als Basis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afghanistan und Pakistan genutzt werden.

Xinjiang im Westen Chinas ist Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren und häufiger Schauplatz von Anschlägen. Die chinesische Regierung macht oft uigurische „Separatisten“ für die Taten verantwortlich, unter anderem die Gruppierung Islamische Bewegung Ostturkestan (Etim). Peking befürchtet, dass Extremisten aus Xinjiang in den angrenzenden Ländern Afghanistan und Pakistan Rückzugsgebiete finden. Der afghanische Außenminister Rabbani bekräftigte, sein Land werde den „entschiedenen Kampf gegen Etim und ihre Unterstützergruppen und Netzwerke“ fortsetzen.