Silvester: Zahlreiche Angriffe gegen Polizei und Einsatzkräfte

Bei den Silvesterfeiern ist es zu zahlreichen Attacken auf Polizei und Sicherheitskräfte gekommen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Wasserwerfer der Polizei gehen am 01.01.2018 in Leipzig (Sachsen) an einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz gegen Randalierer vor. (Foto: dpa)

Wasserwerfer der Polizei gehen am 01.01.2018 in Leipzig (Sachsen) an einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz gegen Randalierer vor. (Foto: dpa)

In der Silvesternacht haben Randalierer laut dpa in Leipzig Polizisten mit Böllern und Steinen beworfen. Über Lautsprecher hätten die Beamten die Angreifer verwarnt, teilte die Polizei in Leipzig am Neujahrsmorgen mit. Da sich diese weiterhin widersetzt hätten, habe die Polizei Wasserwerfer eingesetzt. Mehrere Personen wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen. Die Polizei ermittelt.

Bis Mitternacht hatten sich den Angaben zufolge etwa 1000 Menschen im Bereich des Connewitzer Kreuzes versammelt. Nachdem dort mehrere Mülltonnen und verschiedene Gegenstände angezündet worden seien, sei die Polizei mit Wasserwerfern angerückt, um die Brände zu löschen. 40 bis 50 Personen hätten daraufhin Flaschen, Steine und Böller gegen die Fahrzeuge und die eingesetzten Polizisten geworfen.

Auch die Berliner Feuerwehr berichtet von „massiven Angriffen auf Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge“ durch Feuerwerkskörper. Zudem sei die Besatzung eines Rettungswagens mit Schusswaffen bedroht worden. In Stuttgart gab es laut AFP Verletzte, weil Polizisten und Feuerwehrleute durch Böller und Raketen bei der Arbeit behindert wurden.

Die Polizei in NRW teilt mit, dass bei den unterschiedlichen Einsätzen wurden 25 Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt worden seien. Im Vorjahr waren es 33 gewesen. In Oberhausen wurden ein Polizeibeamter und eine Polizeibeamtin bei einem Einsatz auf der Marktstraße anlässlich einer Körperverletzung leicht verletzt. Sie erlitten ein Knalltrauma, nachdem sie absichtlich mit einer Rakete beschossen worden waren. Beide mussten ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.

Nur vereinzelte sexuelle Übergriffe

Sexuelle Übergriffe auf Frauen hat es laut dpa nur vereinzelt gegeben. Ein Polizeisprecher in Köln sagte am Montagmorgen, neun Frauen hätten angegeben, unsittlich angefasst worden zu sein. Drei Tatverdächtige seien identifiziert worden. Szenen wie in der berüchtigten Kölner Silvesternacht vor zwei Jahren habe es nicht gegeben. So sei es nirgends zu Zusammenrottungen von mehreren hundert Menschen gekommen.

Bei der großen Silvesterparty auf der Festmeile am Brandenburger Tor, in Berlin, auf der laut Veranstalter mehrere Hunderttausend Menschen feierten, gab es nach Polizeiangaben vom Montagmorgen insgesamt zehn Fälle von sexueller Belästigung. Sieben Personen seien in Gewahrsam genommen worden. Erstmals gab es auf der Festmeile eine Schutzzone für sexuell belästigte Frauen.

In Hamburg war die Polizei laut dpa auch in diesem Jahr mit Absperrgittern, zusätzlicher Straßenbeleuchtung und Videoüberwachung vertreten. Laut einer Polizeisprecherin gab es eine Situation in der Nacht, als auffällig wenige Frauen und viele junge Männer in einer Straße unterwegs waren.

Die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe in Hamburg bewege sich in einem «sehr geringen Maß», sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor.

In München sei «gar nichts» Derartiges gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Allerdings sei es für eine seriöse Bilanz auch noch viel zu früh, schob er nach. «Die Erfahrung zeigt, dass so etwas oft erst ein, zwei Tage später angezeigt wird.»