China und Pakistan wickeln Handel künftig in Yuan ab

Die pakistanische Zentralbank hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, den Handel mit China künftig in Yuan abzuwickeln.

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Das Symbol des Renminbi (Yuan). Der Handel zwischen Pakistan und China wird nun in Yuan abgewickelt. (Foto: dpa)

Das Symbol des Renminbi (Yuan). (Foto: dpa)

Die Beziehungen Chinas zu vielen anderen Staaten des asiatischen Kontinents verbessern sich zusehends. Im Dezember hatte der pakistanische Minister für Planung und Entwicklung, Ahsan Iqbal, angekündigt, im Handel mit China den US-Dollar durch den chinesischen Yuan ersetzen zu wollen. Und dieses Vorhaben nimmt zunehmend Gestalt an, denn aktuell schickt sich die Zentralbank Pakistans an, die Umstellung im Zahlungsverkehr in die Realität umzusetzen.

Ausführliche Informationen finden Sie im DWN-Magazin.

Ausführliche Informationen finden Sie im DWN-Magazin „China kommt“.

Die Erklärung des pakistanischen Politikers erfolgte im Rahmen der Eröffnung des gemeinsam mit den Chinesen initiierten China-Pakistan Economic Corridor (CPEC), der Bestandteil des Großprojekts „One belt, One Road“ (zu Deutsch: „Ein Gürtel, eine Straße“) ist, das im Westen auch unter dem Namen „Neue Seidenstraße“ bekannt geworden ist. Auch der eben erst ernannte neue chinesische Botschafter Yao Jing sowie weitere Offizielle von Provinzregierungen hatten an der Veranstaltung teilgenommen.

Der CPEC besteht aus einer Reihe von Projekten, die der Verbesserung und Entwicklung der Transport- und Energie-Infrastruktur Pakistans dienen sowie eine Steigerung der wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Pakistan zum Ziel haben sollen. Insgesamt werden die Kosten hierfür auf 46 Milliarden US-Dollar beziffert. Experten gehen davon aus, dass der CPEC im Zeitraum von 2015 bis 2030 bis zu 700.000 neue Arbeitsplätze schaffen und etwa 2 bis 2,5 Prozent zu Pakistans Wirtschaftswachstum beitragen wird.

Derweil scheinen die sich festigenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Pakistan US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge zu sein. „Es ist nicht allein Pakistan, dem wir Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. Es sind auch viele andere Staaten, sehr viele“, schrieb Trump in einer Anklage gegen die pakistanische Regierung auf Twitter. Die US-Regierung hat inzwischen etwa 255 Millionen US-Dollar an Beihilfen für Pakistan eingefroren.

In Pakistan und China zeigt man sich demgegenüber unbeeindruckt. Wie die State Bank of Pakistan (SBP) kürzlich bekannt gegeben hat, hat sie den erforderlichen ordnungspolitischen Rahmen eingerichtet, der die Verwendung des Yuan als Zahlungsmittel im Handel und bei Investitionen erleichtert. Wie die Dawn News, Pakistans meist gelesene englischsprachige Tageszeitung, berichtet, wird auf diese Weise gewährleistet, dass Importe, Exporte und finanzielle Transaktionen in der chinesischen Währung abgewickelt werden können.

China erhofft sich von der Umstellung von US-Dollar auf Yuan im bilateralen Handel mit Pakistan einen Impuls für die Zurückdrängung des Dollars im internationalen Handels und eine Ausweitung des eigenen Einflussbereichs. Dabei ist festzustellen, dass der Ton zwischen Washington und der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zusehends rauer wird. Zu Neujahr schrieb Trump bei Twitter: „Die Vereinigten Staaten haben sich gegenüber Pakistan dumm verhalten, indem sie dem Land in den zurückliegenden 15 Jahren mehr als 33 Milliarden US-Dollar an Hilfen zur Verfügung gestellt haben. Von ihnen dagegen haben wir nichts als Lügen und Betrug bekommen, sie dachten wohl, die Führer unseres Landes seien Idioten. Sie waren ein „safe haven“ (sicherer Hafen) für Terroristen, die wir in Afghanistan gejagt haben. Nie mehr!“

Als Antwort auf den Tweet des US-Präsidenten hatte das Verteidigungs-Komitee des pakistanischen Senats Trump einen „halbgottähnlichen Führer einer absteigenden Supermacht“ genannt, der lediglich tobe und schimpfe. Trump habe mit vorhergehenden Regierungen gebrochen, um zum „kalten Krieg“ zurückzukehren. Dabei habe er immer im die Interessen Amerikas im Hinblick auf die Atomenergie im Auge behalten. Ironischerweise habe der pakistanische Geheimdienst ISI und die CIA lange Zeit zusammengearbeitet, als es darum ging, die Kämpfer der Mudschaheddin in Afghanistan in den 1980er Jahren zu unterstützten.

Pakistan hat lange dafür gekämpft, einen verlässlichen außenpolitischen Partner zu finden, der dem Land eine gewisse Sicherheit gegenüber Indien garantieren kann und dabei eine internationale Anerkennung seiner umstrittenen Grenzen, der so genannten Durand Linie, zu erhalten. Als Antwort auf Trumps Beschuldigungen hat der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, Pakistan bescheinigt, das Land mache große Erfolge und nehme Opfer auf sich bei der Bekämpfung des Terrorismus. Er sei davon überzeugt, dass die internationale Gemeinschaft die Zusammenhänge kenne.