Erste Söldner in Ost-Ghouta ergeben sich syrischer Armee

 

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12.03.2018 13:04
Die syrische Armee hat Ost-Ghouta militärisch in drei Gebiete geteilt. Die Söldner sind isoliert. Russland meldet die Evakuierung von Zivilisten.
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Das russische Militär hat nach eigenen Angaben 52 Zivilisten aus der syrischen Rebellen-Hochburg Ost-Ghouta gerettet. Die Menschen aus dem Ort Mesraba seien in ein provisorisches Flüchtlingslager gebracht worden, teilte das Militär am späten Sonntagabend laut Reuters mit. Dort würden sie medizinisch behandelt. Ost-Ghuta gehört in Syrien zu den letzten von Söldnern kontrollierten Gebieten und wurde jüngst durch die Offensive der syrischen Truppen in zwei Teile gespalten.

Ost-Ghouta

Die syrische Armee (SAA) hat britischen Militär-Berichten zufolge am Wochenende den Ort Misraba in Ost-Ghouta erobert. Zudem soll die SAA in die umliegenden Gebiete von Misraba vorgedrungen sein. Auch Reuters meldet den Vorstoß. Misraba liegt an der letzten Verbindung zwischen der nördlichen und südlichen Hälfte des Gebiets.

Misraba liegt an einer Hauptstraße, die Douma im Norden mit der Stadt Harasta im Westen verbindet. Somit soll Ost-Ghouta geographisch-militärisch in drei isolierte Gebiete geteilt worden sein: Douma und seine umliegenden Städte im Norden, West-Harasta und der Rest des Territoriums im Süden, berichtet die BBC.

Die Militäroperationen konzentrieren sich derzeit auf die Farmen von Jisreen und das Dorf Aftris im südöstlichen Sektor von Ghouta, was dazu beiträgt, die in der Region positionierten terroristischen Gruppen zu festigen und die Kontrolle über die Mehrheit der Farmen wiederherzustellen in der Nähe der Stadt Jisreen, nachdem sie die Terroristen besiegt und ihnen schwere Verluste zugefügt haben.

Die SAA erlangte am Sonntag nach Angaben der staatliche syrischen Nachrichtenagentur SANA die Kontrolle über die Stadt Madyra und eine Reihe von Bauernhöfen in der Nähe der Stadt Jisreen. SANA wörtlich: „Infolge der Eliminierung von Terroristen in Madyra haben Einheiten der Armee Versorgungswege und Bewegungslinien terroristischer Organisationen zwischen den nördlichen und südlichen Teilen von Ghouta vollständig abgeschnitten, was die Niederlage von Terroristen in der Region beschleunigen sollte.”

SANA bestätigt, dass Ost-Ghouta in drei Gebiete geteilt und die Gebiete voneinander isoliert wurden. Als Operations-Ziel gibt die SAA die Eliminierung von Elementen der Al-Nusra-Front an. Nach Informationen der SAA sollen Höhlen entdeckt worden sein, in denen Dokumente und Papiere gefunden wurden, die die Beziehungen der Al-Nusra-Front zu ausländischen Staaten belegen sollen.

Dem France 24-Korrespondenten Nabih Bulos zufolge kann sich die SAA von nun an auf lokale Waffenstillstandsabkommen verlassen, und muss die Söldner-Truppen nicht mehr als eine Einheit behandeln. „Einige Elemente der Rebellen (Söldner, Anm. d. Red.) haben die Enklave (Ost-Ghouta, Anm. d. Red.) verlassen, um die Regimekräfte (SAA, Anm. d. Red.) zu beruhigen, aber die Regierung wird ihre Offensive nicht stoppen”, zitiert France 24 Bulos, der sich aktuell im Libanon befindet. Die SAA habe im Grunde genommen gewonnen und beabsichtigt, Ost-Ghouta zurückzuerobern und das gesamte Gebiet zu sichern.

Währenddessen läuft auch die türkische Militäroperation “Olivenzweig” im Norden Syriens weiter. Nach Informationen des türkischen Generalstabs wurden während der Operation bisher 3.347 Mitglieder der Kurden-Milizen und der Terror-Miliz ISIS getötet oder gefangengenommen. In einer Mitteilung meldet der türkische Generalstab, dass bisher 42 türkische Soldaten während der Kampfhandlungen gefallen seien. 202 weitere sollen verletzt worden sein. Die medizinische Behandlung von 117 verletzten Soldaten wurde nach Angaben des Generalstabs abgeschlossen.

Bisher konnten die türkischen Streitkräfte und die Freie Syrische Armee (FSA) in Afrin 1.100 Quadratkilometer einnehmen, so die Zeitung Aydınlık. Das Blatt wörtlich: „Die türkischen Soldaten und die FSA-Milizen werden das Zentrum von Afrin komplett eingekesselt haben, wenn sie auf der ost-südlichen Linie von Osten nach Süden 1,5 Kilometer weiter vorstoßen.”

Die türkischen Streitkräfte sollen bisher fünf Stadtzentren, 151 Dörfer und 31 strategisch wichtige Punkte eingenommen haben.

Afrin

Die Pressestelle der „Syrischen Demokratischen Kräfte” (SDF), die von den Kurden-Milizen dominiert und den USA unterstützt wird, meldet in einer Mitteilung, dass am gesamten Wochenende 450 türkische Soldaten und Mitglieder der FSA getötet worden sein sollen.

Der Sprecher der YPG-Miliz in Afrin, Brûsk Hesekê, sagte der PKK-nahen Nachrichtenagentur ANF, dass „die Kurden” in Europa mehr tun müssten, als nur zu demonstrieren und Slogans zu nutzen. „Es sind Aktionen wichtig, die dem Aufruf zur Mobilisierung unserer Bewegung entsprechen. Insbesondere unsere Jugendlichen (in Europa, Anm. d. Red.) müssen eine Führungsrolle beim ,Serhildan' übernehmen”, so Hesekê. Das Wort “Serhildan” umschreibt gewaltsame Unruhen und Aufstände, die durch Mitglieder und Sympathisanten der PKK durchgeführt werden.

ANF berichtet, dass die Kurden-Milizen in Afrin künftig auf menschliche Schutzschilde setzen werden. Diese „Aktion” habe am Sonntag begonnen.

 


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