Deutsche Unternehmen von neuen US-Sanktionen betroffen

Der Deutsch-Russischen Handelskammer zufolge sind viele deutsche Unternehmen von den neuen US-Sanktionen gegen Russland betroffen.

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Ein Arbeiter beim Turbinenhersteller MAN-Turbo. Viele deutsche Unternehmen sind von den US-Sanktionen gegen Russland betroffen. (Foto: dpa)

Ein Arbeiter beim Turbinenhersteller MAN-Turbo. (Foto: dpa)

Die neuen US-Sanktionen gegen Russland können nach Einschätzung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) auch für die deutsche Wirtschaft zu erheblichen Einbußen führen, berichtet dpa. Allein durch ausfallende Neugeschäfte drohe kurzfristig ein Schaden von mehreren Hundert Millionen Euro. Langfristig könnten die US-Sanktionen Projekte in Milliardenhöhe gefährden, teilte die AHK in Moskau mit. Der steigende Verwaltungsaufwand durch zusätzliche Kontrollen sei ein weiterer Hemmschuh für die deutsche Wirtschaft.

Auf der aktuellen US-Sanktionsliste stünden Firmen und ihre Vertreter, mit denen die deutsche Wirtschaft eng zusammenarbeite – etwa der Autobauer GAZ, der Energiekonzern Gazprom, der Aluminiumhersteller Rusal oder der Mischkonzern Renova Group.

In den vergangenen Jahren hatten deutsche Unternehmen nach Angaben der AHK trotz der gegenseitigen Sanktionen wegen teils verbesserter Investitionsbedingungen und des niedrigen Rubelkurses stark in Russland investiert.

„Wenn deutschen und amerikanischen Unternehmen das Engagement in Russland zunehmend schwergemacht wird, werden asiatische Unternehmen, insbesondere chinesische die Lücke Schritt für Schritt besetzen“, sagte AHK-Chef Matthias Schepp. „Es ist schwer zu verstehen, warum ein engeres Zusammenwirken von russischem Bär und chinesischem Drachen im langfristigen Interesse des Westens liegen sollte.“

Russland will den von den neuen US-Sanktionen getroffenen Firmen unter die Arme greifen. Wenn die Firmen Probleme bekämen, könnten sie staatliche Hilfe bekommen, um keine Mitarbeiter entlassen zu müssen, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Donnerstag in Moskau.

Bereits am Mittwoch hatte Finanzminister Anton Siluanow angekündigt, die Regierung werde dem Aluminium-Giganten Rusal bei kurzfristigen Finanzproblemen und anderen Schwierigkeiten helfen. Die Aktien des Konzerns waren zu Wochenbeginn um fast 50 Prozent eingebrochen, auch andere Firmen standen an der Moskauer Börse unter Druck. Zudem gab der Rubel nach.

Die am vergangenen Freitag verhängten US-Sanktionen richten sich gegen sieben russische Großinvestoren und zwölf ihrer Firmen, deren US-Vermögen eingefroren werden. Zu den Betroffenen zählt der Aluminium-Tycoon Oleg Deripaska, zu dem auch Rusal gehört.

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